Gründe warum “klassische” Banken keine Fintech-Unternehmen annehmen

Einführung

Wie viele von Ihnen vielle­icht wis­sen, ist eine “klas­sis­che” Bank der übliche Finanz­di­en­stleis­ter, der ein ganzes Spek­trum an Finanz­di­en­stleis­tun­gen anbi­etet, ein­schließlich, aber nicht beschränkt auf Fil­ialser­vices, Gel­dau­to­mat­en, Inter­net-Bank­ing, die Ausstel­lung von Kred­itkarten und Scheck­büch­ern, und weit­ere Dien­stleis­tun­gen.

Aktuell scheint es, als wür­den solche Banken keine Fin­tech-Unternehmen als Kun­den annehmen wollen. Aber warum?

Fin­tech-Unternehmen, die in dieser Branche immer beliebter wer­den, haben auf­grund ihrer Unternehmen­stätigkeit Schwierigkeit­en, ein Han­dels- oder Bankkon­to zu eröff­nen. Die Banken scheinen einen unzeit­gemäßen Ansatz zu ver­fol­gen und lehnen im All­ge­meinen Anträge von Unternehmen ab, die mit Blockchain- oder DLT-Aktiv­itäten ver­bun­den sind.

Unternehmen und Ver­mit­tler ste­hen nun vor der Sit­u­a­tion, dass sie außer­halb Mal­tas nach anderen Lösun­gen suchen müssen oder andere Insti­tu­tio­nen anstelle der klas­sis­chen Banken suchen. Andere Insti­tute scheinen sich vom tra­di­tionellen Ansatz abzuwen­den, aber die Banken zeigen ihre man­gel­nde Bere­itschaft, sich diesem wach­senden Markt zu wid­men. Man muss sich fra­gen, ob dieser Wider­stand der Banken anhal­ten wird.

Blockchain-Betreiber vs. Kryptowährungs-Betreiber

Eine Kryp­towährung ist eine Plat­tform für dig­i­tale Währun­gen, während eine Blockchain ein Medi­um ist, auf dem Infor­ma­tio­nen gespe­ichert und aufgeze­ich­net wer­den und das auch Transak­tions­dat­en enthält. Während eine Kryp­towährung ein Werkzeug ist, ist eine Blockchain das Net­zw­erk, in dem eine Transak­tion in Kraft treten kann.

Zwis­chen Blockchain-Betreibern und Kryp­towährungs-Betreibern ist eine Unter­schei­dung zu tre­f­fen, die auch Banken in Betra­cht ziehen müssen. Allerd­ings unter­schei­den die Banken noch immer nicht zwis­chen Kryp­towährung und Blockchain.

Lei­der ist es so, dass Banken keine solche Unter­schei­dung tre­f­fen, wenn ein Fin­tech-Unternehmen ver­sucht, ein Bankkon­to zu eröff­nen. Die Banken betra­cht­en bei­de Betreiber als Teil des­sel­ben Geschäfts­bere­ichs. Dieser Geschäfts­bere­ich wird im Ver­gle­ich zu anderen Seg­menten als risiko­r­e­ich beze­ich­net.

Nach Ansicht des Autors wäre der Ansatz der Bank anders gewe­sen, wenn es nur Blockchain-Betreiber gewe­sen wären, die ein Bankkon­to eröff­nen woll­ten, aber seit der Ein­führung von Kryp­towährun­gen war das Risiko höher. Der Grund dafür kann sein, dass Banken Kryp­towährun­gen als volatil anse­hen. Aus diesem Grund soll­ten den Banken offizielle Richtlin­ien zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, damit sie den Unter­schied zwis­chen den Betreibern ver­ste­hen und dieses Geschäfts­feld bess­er begreifen kön­nen.

Die mal­te­sis­chen Behör­den scheinen Schwierigkeit­en zu haben, den Banken Leitlin­ien zur Ver­fü­gung zu stellen, so dass sich die Banken möglicher­weise nicht wohl dabei fühlen, ihren Ansatz zu ändern. Ein guter Rah­men sollte mehr Kom­fort bieten, da viele dieser Betreiber, die in Mal­ta eine Lizenz erhal­ten wollen, bere­its von Behör­den ein­er stren­gen Über­prü­fung unter­zo­gen wur­den.

Ein Fintech-Unternehmen eröffnet ein Geschäftskonto?

Jedes Unternehmen, das seine Geschäft­stätigkeit in Mal­ta ausübt, muss über ein Bankkon­to ver­fü­gen. Fin­tech-Unternehmen ste­hen im Ein­klang mit anderen „tra­di­tionellen“ Unternehmen, da das Ver­fahren für alle Unternehmen das gle­iche ist.

Früher warteten die Banken auf das Feed­back der MFSA, aber jet­zt wer­den diese Kun­den noch immer nicht von den Banken betreut. Dutzende von Unternehmen, die sich mit Blockchain und Kryp­towährung beschäfti­gen, entschei­den sich für Mal­ta, weil die Regierung sich bemüht hat, in diesem Sek­tor eine Spitzen­po­si­tion einzunehmen — aber sie stoßen auf Wider­stand, wenn sie ver­suchen, Bankkon­ten zu eröff­nen.

Banken kön­nten sich vielle­icht bess­er damit abfind­en, Fin­tech-Unternehmen in ihre Risikobere­itschaft einzubeziehen, wenn Lizen­zen vergeben wer­den.

Gründe!

Fin­tech-Unternehmen sind heutzu­tage beliebter, aber das Szenario der Zusam­me­nar­beit von Fin­tech-Unternehmen und Banken scheint nicht im Ein­klang zu sein. Tat­säch­lich gibt es derzeit keine einzige klas­sis­che Bank in Mal­ta, die beson­ders wil­lens wirkt, mit Fin­tech Com­pa­nies zusam­men­zuar­beit­en. Wenn ein VFA-Kunde an sie her­antritt, lehnen die Banken solche Kun­den höflich ab, indem sie sagen, dass sie außer­halb ihrer Risikobere­itschaft liegen.

Der wichtig­ste Grund, warum Banken Blockchain/DLT-Unternehmen nicht akzep­tieren, ist, dass sie solche Unternehmen als Unternehmen mit hohem Risiko betra­cht­en. Daher betra­cht­en die meis­ten der klas­sis­chen Banken diese Unternehmen auf­grund von Vor­be­hal­ten und Unsicher­heit­en darüber, wer das Geld vielle­icht über­weist, als außer­halb ihrer Risikobere­itschaft liegend.

Derzeit weisen Banken Ver­mit­tler und poten­zielle Kun­den darauf hin, dass sie, wenn eine Blockchain/DLT Unternehmen an sie her­antritt, sie dieses nicht als ihre Kun­den akzep­tieren wer­den. Banken haben das Gefühl, dass es keine Struk­tur oder Rah­men­werk gibt, die diesen Bere­ich reg­uliert, und deshalb wäre es „zu riskant“ für sie, solche Kun­den anzunehmen.

Außer­dem scheinen Banken Prob­leme im Umgang mit Blockchain/DLT-Unternehmen zu haben, da ihnen keine offiziellen Richtlin­ien ange­boten wer­den, wie sie diese Kun­den in ihre Risikobere­itschaft ein­beziehen kön­nen, und aus diesem Grund denken Banken erst gar nicht daran, Blockchain/ DLT-Unternehmen zu unter­stützen.

Ein weit­er­er Grund dafür ist der nicht offen­sichtliche Geld­fluss, so dass die Banken nicht in der Lage wären, ihn zu kon­trol­lieren. Dies kann als Bedro­hung für die Com­pli­ance der Bank ange­se­hen wer­den. Die Ein­hal­tung der Sorgfalt­spflicht wird kost­spieliger, wenn kom­plexere Transak­tio­nen ver­ar­beit­et wer­den. Das Wach­s­tum und die Etablierung eines Sys­tems, das den reg­u­la­torischen Com­pli­ance-Anforderun­gen entspricht, ist eine sehr wichtige Auf­gabe für Banken.

Ein Com­pli­ance-Sys­tem ist eine Maß­nahme, die die Solid­ität und Eig­nung eines Insti­tuts gewährleis­tet. Im gesamten Bankensek­tor wer­den immer stren­gere Kon­trollen durchge­führt, und Fin­tech-Unternehmen wer­den als Bedro­hung für das Reg­ulierungssys­tem ange­se­hen.

Die Banken sind sich bewusst, dass die Überwachung des Fin­tech-Sek­tors einen erhe­blichen Aufwand an Ressourcen, Fach­wis­sen und Wis­sen erfordern würde. Dies würde sicher­lich zusät­zliche Her­aus­forderun­gen für die Bank mit sich brin­gen, aber wer­den sie diese Her­aus­forderung annehmen?

 

About Dr. Jörg Werner

Dr. jur. Jörg Wern­er, born 27 May 1971, attend­ed the law school of the Uni­ver­si­ty of Leipzig and passed his first state exam­i­na­tion in the State of Sax­ony in 1996. After suc­cess­ful­ly com­plet­ing his manda­to­ry legal intern­ship, he suc­cess­ful­ly passed the sec­ond state exam­i­na­tion of the State of Sax­ony-Anhalt in 1998 and was admit­ted to the bar and began to prac­tice as a Ger­man attor­ney (Recht­san­walt) before the court of Magde­burg the same year. He worked as an attor­ney at the Law Offices of Prof. Dr. Fre­und & Kol­le­gen until he formed the firm of Wrede & Wern­er. He was also admit­ted to prac­tice before the Supe­ri­or Court of Naum­burg. In 2001, he moved the firm’s offices to Cen­tral Berlin, where he was admit­ted to prac­tice before the Courts of Berlin. Dr. jur. Jörg Wern­er then com­plet­ed his doc­tor­al stud­ies at the Uni­ver­si­ty of Ham­burg and grad­u­at­ed as a Dok­tor der Rechtswis­senschaften (Doc­tor of Laws).

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