Kompakt erklärt: 4 unterschiedliche Krypto-Lizenzen in Malta

Es wird viel Hype erzeugt (und das zu Recht!) darüber, wie Mal­ta Vir­tu­al Finan­cial Assets (VFAs) reg­ulieren und lizen­zieren wird, während andere Län­der VFAs als heiße Kartof­feln behan­deln. Aber was genau wird durch die Lizenz eigentlich regle­men­tiert? Ist es der VFA selb­st? Ist es das Unternehmen, das den VFA her­aus­gibt? Wie sieht es mit Dien­stleis­tun­gen im Zusam­men­hang mit VFAs aus? So viele Fra­gen, doch die Antworten sind eigentlich ganz ein­fach.

Die kurze Antwort ist, dass die VFA-Ange­bote und ihre jew­eili­gen Whitepa­per von der Mal­ta Finan­cial Ser­vices Author­i­ty (MFSA) reg­uliert wer­den, und die Dien­stleis­tun­gen im Zusam­men­hang mit VFAs von der MFSA reg­uliert und lizen­ziert wer­den. Während also die VFA-Ange­bote selb­st keine Lizenz benöti­gen (ihr Whitepa­per muss jedoch vor der Aus­gabe bei der MFSA ein­gere­icht wer­den), benöti­gen Dien­stleis­tun­gen im Zusam­men­hang mit VFAs eine Lizenz.

Lizenzierte VFA-Aktivitäten

Es gibt zwar VIER Arten von VFA-Lizen­zen, aber diese Lizen­zen umfassen ACHT VFA-Ser­vices — näm­lich die fol­gen­den:

  • Annahme und Über­mit­tlung von Aufträ­gen;
  • Aus­führung von Aufträ­gen im Namen ander­er Per­so­n­en;
  • Han­del auf eigene Rech­nung;
  • Port­fo­lioman­age­ment;
  • Treuhand/Nominee Ser­vices;
  • Anlage­ber­atung;
  • Platzierung von Vir­tu­al Finan­cial Assets;
  • Betrieb eines VFA-Exchanges.

Wenn diese Dien­ste ver­traut klin­gen, dann sind Sie auf diese wahrschein­lich bei der Umset­zung der MiFID2-Verord­nung gestoßen, was gut ist, denn dann wis­sen Sie wahrschein­lich, was diese Dien­ste bedeuten — natür­lich mit eini­gen (oder vie­len!) VFAs, die darüber gestreut sind!

Erklärung der VFA-Lizenzklassen

Jede der vier VFA-Lizen­zk­lassen umfasst die acht oben aufge­führten VFA-Ser­vices. Die erste Klasse der Lizenz ist die Klasse 1 Lizenz (duh!). Die Lizen­znehmer der Klasse 1 sind berechtigt, den Ser­vice der Annahme und Über­mit­tlung von Aufträ­gen (oben­ste­hende Ser­vi­cenum­mer 1), die Erbringung von Anlage­ber­atun­gen (Ser­vi­cenum­mer 6) und die Platzierung von Vir­tu­al Finan­cial Assets (Ser­vi­cenum­mer 7) durchzuführen. Inhab­er dieser Lizenz müssen über eine anfängliche Kap­i­ta­lan­forderung von 50.000 € oder 25.000 € und eine Beruf­shaftpflichtver­sicherung ver­fü­gen. Da diese Ser­vices von der MFSA lizen­ziert und reg­uliert wer­den, müssen die Lizen­znehmer eine jährliche Auf­sichts­ge­bühr zahlen. Für Inhab­er von Lizen­zen der Klasse 1 beträgt diese Auf­sichts­ge­bühr 5.500 € für Umsätze bis zu 50.000 € zuzüglich 700 € pro weit­eren 50.000 € Umsatz.

Inhab­er von Lizen­zen der Klasse 2 sind in der Lage, JEDE der acht oben genan­nten VFA-Ser­vices MIT AUSNAHME des Betriebs eines Exchanges und des Han­delns auf eigene Rech­nung anzu­bi­eten. Daher kön­nen im Rah­men der Klasse-2-Lizenz die oben genan­nten VFA-Ser­vices 1, 2, 4, 5, 6 UND 7 durchge­führt wer­den. Da diese Lizen­zk­lasse den Inhab­ern die Möglichkeit bietet, mehr Dien­stleis­tun­gen zu erbrin­gen, ist die anfängliche Kap­i­ta­lan­forderung natür­lich höher als die Klasse-1-Lizenz. In diesem Fall beträgt die anfängliche Kap­i­ta­lan­forderung ein­er Klasse-2-Lizenz 125.000 € und die anwend­bare Auf­sichts­ge­bühr 9.000 € für Ein­nah­men bis zu 250.000 € zuzüglich 800 € je weit­er­er 250.000 € Umsatz.

Möchte man JEDEN VFA-Ser­vice MIT AUSNAHME des Betriebs eines VFA-Exchanges anbi­eten, so müsste man eine Klasse-3-Lizenz beantra­gen, die die Inhab­er verpflichtet, eine anfängliche Kap­i­ta­lan­forderung von 730.000 € zu hal­ten. Natür­lich würde die oblig­a­torische Auf­sichts­ge­bühr in diesem Fall 12.000 € für Ein­nah­men bis zu 250.000 € zuzüglich 800 € für jede nach­fol­gende Umsatz­tranche von 250.000 € betra­gen.

Last but not least kommt die Klasse 4-Lizenz, die — Sie ver­muten es bere­its — den Anbi­etern ermöglicht, JEDE der oben aufge­führten VFA-Ser­vices anzu­bi­eten! Bevor man sich beeilt, diese Lizenz zu beantra­gen, muss man bedenken, dass eine anfängliche Kap­i­ta­lan­forderung von 730.000 € gilt und die Auf­sichts­ge­bühr 50.000 € für Ein­nah­men bis zu 1.000.000 € zuzüglich 5000 € pro Umsatz­tranche von 1.000.000 € beträgt.

Fazit

Alles eigentlich ganz ein­fach, oder? Ein Ratschlag: Lassen Sie sich von den Auf­sichts­ge­bühren nicht abschreck­en! Denken Sie nur daran, was die Zus­tim­mung und Genehmi­gung der Auf­sichts­be­hör­den für die eigene Rep­u­ta­tion bedeutet! Man kann es als eine Qual­itätssiegel betra­cht­en, das ver­wen­det wer­den kann, um mögliche Sor­gen der Kun­den auszuräu­men und sie dazu zu ver­leit­en, die Dien­ste Ihres erstk­las­si­gen reg­ulierten Unternehmens anstelle der Dien­ste zu nutzen, die durch den lästi­gen, zweifel­haften und unreg­ulierten Wet­tbe­werb ange­boten wer­den.

About Malcom Wallbank

Mr. Mal­colm Wall­bank, born on 12.04.1991, read for a Bach­e­lor of Com­merce (Hon­ours) degree at the Uni­ver­si­ty of Mal­ta, spe­cial­is­ing in Bank­ing and Finance and Man­age­ment, and grad­u­at­ed with Sec­ond Class Upper Degree in 2013. In the fol­low­ing year, he grad­u­at­ed with Dis­tinc­tion in M.Sc. Finance from the Uni­ver­si­ty of Strath­clyde, Scot­land.

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