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Lizenzierung von Virtual Financial Assets (VFA) in Malta

Mit dem Virtual Financial Assets Act (VFAA) wurden in Malta 4 Arten von Lizenzen für Unternehmen eingeführt, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit virtuellen finanziellen Vermögenswerten anbieten möchten. Die 4 Lizenzen – VFAA Class 1 bis Class 4 – umfassen unterschiedliche umfangreiche Berechtigungen und Investitionen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was diese einzelnen Berechtigungen bringen, für wen Sie sich jeweils eignen und mit welchen Investitionen Sie rechnen müssen. Sie werden außerdem lernen, warum und wie Sie als Unternehmen von diesen Lizenzen profitieren können.

Modell von 4 Lizenzen – Antrags- und Aufsichtsgebühr

Zunächst noch ein paar Details zum allgemeinen Aufbau der für Service Provider vorgesehenen 4 Lizenzen, die es ihren Besitzern (je nach Lizenz) gestatten, Dienstleistungen im Zusammenhang mit VFAs anzubieten und ihr DLT (Distributed Ledger Technology) Modell als durch die Maltesische Aufsichtsbehörde akkreditiert zu präsentieren. Die Lizenzen gelten allerdings nicht für VFA Agenten.

Die Lizenzierung erfolgt durch die die Malta Financial Services Authority (MFSA), welche sich Zeit nimmt, um die einzelnen Details der Modelle von beantragenden Dienstleistungsanbietern zu erfahren und zu überprüfen. Bei Antragsstellung wird eine einmalige Antragsgebühr fällig. Außerdem ist für jede Lizenz eine jährliche Aufsichtsgebühr zu entrichten, die mit der Höhe des Jahresumsatzes steigen kann.

VFAA Class 1 – Einfache Beratung und Vermittlung

Die Lizenz VFAA Class 1 berechtigt ihre Inhaber, Aufträge in Bezug auf Virtual Financial Assets entgegenzunehmen, zu übermitteln und Anlageberatung in Bezug auf ein oder mehrere virtuelle finanzielle Vermögenswerte anzubieten bzw. diese zu platzieren. Hierfür wird eine einmalige Antragsgebühr von 3.000 € fällig. Die jährliche Aufsichtsgebühr beginnt bei einer Höhe von 2.750€ für einen Umsatz bis zu 50.000€. Darüber hinaus werden für jede Tranche von 50.000€ Umsatz (bis zu einer Maximalhöhe von 1.000.000€) 350€ fällig. Diese Lizenz eignet sich damit vor allem für Vermittler oder Dienstleister, die Anlageberatung für Krypto-Investitionen anbieten.

VFAA Class 2 – VFA-Dienstleistungen ohne Berechtigung, auf eigene Rechnung zu handeln

Mit der Lizenz VFAA Class 2 werden Unternehmen berechtigt, jede VFA-Dienstleistung zu erbringen und das Geld der Kunden zu halten oder zu kontrollieren, aber keine VFA-Börse zu betreiben oder auf eigene Rechnung zu handeln. Die einmalige Antragsgebühr beträgt 5.000€, für einen Umsatz von bis zu 250.000€ sind jährlich 4.500€ Aufsichtsgebühr zu entrichten. Letztere steigt für jede darüber hinausreichende Tranche von 250.000€ (bis zu maximal 5.000.000€) um weitere 400€ an. Diese Lizenz ist damit in erster Linie für Wallet-Anbieter, P2P-Börsen mit sogenannten „Hot Wallets“ und Dienstleister geeignet, die Portfolio Management von Kryptoinvestitionen anbieten.

VFAA Class 3 – Eine Lizenz für jede Art von VFA-Dienstleistungen

Diese Lizenz autorisiert ihre Inhaber, jede VFA-Dienstleistung zu erbringen und das Geld der Kunden zu halten oder zu kontrollieren, nicht aber eine VFA-Börse zu betreiben.

Für diesen Lizenztyp beträgt die Antragsgebühr 7.000€, die Aufsichtsgebühr für einen Jahresumsatz von bis zu 250.000€ 6000€. Für jede weitere Umsatztranche von 250.000 € (Deckelung bei 50.000.000€) erhöht sich die Aufsichtsgebühr um je 400€. Aufgrund der erteilten Berechtigungen, sehen wir diese Lizenz daher primär für OTC-Trader und Marketmaker als die richtige Wahl.

VFAA Class 4 – Die Lizenz für VFA-Exchanges

Mit der umfangreichsten Lizenzierung, der VFAA Class 4, erhalten Unternehmen die Berechtigung, eine VFA-Börse zu betreiben und das Geld, virtuelle finanzielle Vermögenswerte und/oder private kryptographische Schlüssel und Treuhand- oder Nominierungsdienste von Kunden nur im Zusammenhang mit dem Betrieb und den Aktivitäten dieser VFA-Börse zu halten oder zu kontrollieren.

Die Lizenz VFAA Class 4 erfordert eine Antragsgebühr von 12.000€. Weiters fällt für einen Jahresumsatz von bis zu 1.000.000€ eine jährliche Aufsichtsgebühr von 25.000€ an. Bei Deckelung bei 100.000.000€ werden für jede weitere 1.000.000€ Jahresumsatz weitere 2.500€ an Aufsichtsgebühr pro Jahr fällig.

Als umfangreichste Lizenz ist die VFAA Class 4 explizit für alle Kryptowährungs-Exchanges vorgesehen. Vermutlich war es genau das Ziel der maltesischen Regierung, mit dieser Lizenz am attraktiven Zukunftsgeschäft dieser Exchanges mitzunaschen. Damit hat man es bereits geschafft, die Branchenriesen Binance und OkEx für eine Ansiedlung zu begeistern.

Welche Unternehmen eine Lizenz benötigen

So weit, so gut. Aber vielleicht fragen Sie sich immer noch, warum Sie eine solche Lizenz beantragen und die notwendigen Gebühren bezahlen sollten? Der Hauptgrund dafür ist das zusätzliche Vertrauen, das eine solche Lizenzierung schaffen kann, wenn es darum geht, Investitionen und Unterstützung für Ihr Unternehmen zu sichern. Anstatt sich in einem dubiosen Offshore-Standort niederzulassen, können Sie vom Vertrauen der Investoren in das internationale Finanzzentrum und die „Blockchain Island“ Malta profitieren.

Entscheiden Sie sich für eine VFA-Lizenz in Malta und profitieren Sie vom weltweit ersten Rechtsrahmen für DLT-Technologie. Die von der MFSA durchgeführte Evaluierung kann Ihnen darüber hinaus helfen, wichtige Aspekte und Fragestellungen Ihres DLT-Modells zu ermitteln, die Sie bisher womöglich noch nicht berücksichtigt haben. Wir empfehlen jedem DLT-bezogenen Unternehmen, das seine Dienstleistungen in der EU anbieten möchte, eine VFA-Lizenz in Malta zu beantragen.

 

Unterstützung im Beantragungsprozess durch Registrierten VFA Agent

Für das Einreichen eines Antrages auf Lizenzierung muss ein registrierter VFA-Agent beauftragt werden. Dieser muss den Antrag schließlich auch befürworten bzw. unterstützen. Hier sollten keine falschen Hoffnungen geweckt werden. Der Beantragungsprozess für eine Lizenz ist lange und steinig. Und teuer. Es gibt keine Abkürzungen. Dennoch kann die Begleitung durch einen registrierten VFA-Agent eine bedeutende Unterstützung und Erleichterung in diesem Prozess darstellen.

Zeit und Ressourcen, die Dienstleister in anderen Bereichen besser und effizienter investieren könnten. Hier steht Ihnen Dr. Werner & Partner als erfahrene Anwaltskanzlei in Malta und registrierter VFA Agent mit Rat und Tat zur Seite.

Vorgehensweise zur und Dauer bis zur Vergabe der Lizenz

Wie lange es dauert, die gewünschte Lizenz zu beantragen und letztendlich zu erhalten, lässt sich leider per se nicht sagen. Vielmehr ist es von Fall zu Fall, jeweiligem DLT-Modell, beantragter Lizenz bzw. angebotenen Dienstleistungen abhängig.

Da eine Fülle von Informationen und Unterlagen für die Beantragung erforderlich sind, sollten diese Dokumente im Idealfall allesamt bereits bei Beantragung der Lizenz vorliegen um einen raschen Vergabeprozess zu ermöglichen.

Zu beachten sind außerdem sehr strenge Know Your Client (KYC) Richtlinien, als auch notarielle Beglaubigungen und weitere rechtliche Voraussetzungen. Darüber hinaus sind auch Kapitalnachweise erforderlich, damit eine Lizenz erteilt werden kann. Zwar stellen diese Bedingungen administrativen Aufwand dar, stellen aber auch Reputation und Integrität des Finanzstandorts Malta dar, was letztendlich Ihrer Lizenz Ihren Wert verleiht.

Leider ist aktuell die konkrete Lizenzvergabedauer noch nicht bekannt (der VFAA ist per Mitte September 2018 noch nicht in Kraft). Aufgrund der technologiefreundlichen Rahmenbedingungen ist aber klar: die Regierung möchte so schnell wie möglich eine rechtlich lizenzierte Unternehmensaktivität im Blockchain-Bereich ermöglichen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie wir Sie in der Beantragung einer VFAA Lizenz in Malta beraten und unterstützen können, klicken Sie hier. Vereinbaren Sie sich jetzt einen Beratungstermin und sichern Sie sich Ihre im EU-Land Malta ausgestellte Lizenzierung Ihres DLT-Modells.

 

 

 

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Autor/in dieses Beitrags

Philipp M. Sauerborn

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