Malta als Online-Marketing Profi steuerlich nutzen

Wenn ich hin und wieder nach Deutsch­land fliege, werde ich von meinen Fre­un­den gefragt, wie der typ­is­che Man­dant der Kan­zlei Dr. Wern­er & Part­ner aussieht. Was sind das für Men­schen, die nach Mal­ta ziehen und ihren beru­flichen All­t­ag von der Insel aus bestre­it­en? Einen „Pro­to­typ“ Man­dan­ten in diesem Sinne gibt es natür­lich nicht. Klar ist aber, dass Mal­ta nicht für jeden die steuer­lich beste Lösung darstellt. Denn viele erfol­gre­iche Unternehmer, die Steuern sparen möcht­en, sind mit ihrem Geschäftsmod­ell zu sehr auf Deutsch­land fest­gelegt und müssen auch in Zukun­ft regelmäßig vor Ort sein. Wann immer ein Unternehmer physisch in Deutsch­land verbleiben muss, ist eine Fir­men­grün­dung auf Mal­ta, selb­st mit Wohn­sitzver­lagerung, aus steuer­lich­er Sicht nicht sin­nvoll.

Was die Betriebsstätte mit dem Modell der Malta Limited zu tun hat

Ein beson­der­er Augen­merk bei der Grün­dung ein­er Mal­ta Lim­it­ed sollte auf die Betrieb­sstätte gelegt wer­den. Dabei geht es gar vor­rangig um die Betrieb­sstätte, qua­si den Haupt­sitz des Unternehmens auf Mal­ta. Nein, es geht darum in Deutsch­land keine Betrieb­sstätte auszulösen. Jet­zt mag manch ein Unternehmer denken, dass dies auf der Hand liegt. Dort wo die Geschäft­sleitung ist, ist auch die Betrieb­sstätte. Oder: Dort wo das Unternehmen gemeldet ist, ist auch die Betrieb­sstätte. Bei­des in gewiss­er Weise richtig. Doch der deutsche Geset­zge­ber schaut hier genauer hin. Denn eine Betrieb­sstätte kann auch durch andere Merk­male aus­gelöst wer­den. Hat ein Mitar­beit­er unter­schrifts­berechtigt für Kon­ten? Gibt es in einem anderen Land eine Depen­dence, in dem für die Mal­ta Lim­it­ed bedeut­same Entschei­dun­gen getrof­fen wer­den?

Aus diesen immer enger wer­den­den Restrik­tion ergeben sich jedoch dur­chaus typ­is­che Man­dan­ten, für die eine Fir­ma auf Mal­ta von Inter­esse sein kann.

Affiliates lieben Malta

Viele unsere Kun­den bieten Dien­stleis­tun­gen an, die mit Tätigkeit­en im Inter­net im Zusam­men­hang ste­hen. Das heißt Online-Mar­ket­ing Spezial­is­ten, die mit mehreren Unternehmen zusam­me­nar­beit­en und beispiel­sweise auf Pro­vi­sions­ba­sis bezahlt wer­den. Doch warum bietet sich Mal­ta ger­ade für diesen Man­dan­tenkreis an? Ganz ein­fach: Mit dieser Tätigkeit bin ich nicht an einen Ort auf der Welt gebun­den. Ich fliege ohne­hin oft zu Kun­den, die mal in New York und mal in Bangkok sitzen. Oder ich kann auch vom Strand in Bali arbeit­en. Der Haupt­wohn­sitz lässt sich dann prob­lem­los auf Mal­ta ein­richt­en, sodass ich auch auf pri­vater Steuerebene in den Genuss von der Steuerge­set­zge­bung Mal­tas komme. Die Gen­er­a­tion, die auch als Inter­net­no­maden beze­ich­net wird und sich mehr als Wel­tenbumm­ler ver­ste­ht, kann seine Effek­tivbesteuerung dadurch legal reduzieren. Aus diesem Grund leben sehr viele Online-Mar­ket­ing Experten auf Mal­ta und genießen den mediter­ra­nen Lebensstil.

Klare Unternehmensstruktur umsetzen und Scheingeschäfte meiden

Zu oft erhal­ten wir Anfra­gen von Inter­essen­ten, die mit Schein­l­izen­zge­bühren Gewinne ver­lagern möcht­en, um die so ein­er Besteuerung in Deutsch­land zu entziehen. In unserem Kan­zleiall­t­ag haben wir hier schon wilde Vorstel­lun­gen geschildert bekom­men. Von Hören­sagen bis hin zu gefährlich falschem steuer­lichen Halb­wis­sen bleibt kaum etwas aus. Immer wieder muss ich hier eine Absage erteilen. Rechtlich ser­iös lassen sich solche Mod­elle langfristig nicht umset­zen. So strikt und kon­se­quent sind die EU-weit­en Geset­zesini­tia­tiv­en, wie BEPS, vorge­drun­gen. Das ist richtig so. Denn ein Unternehmer sollte dort auch seine geset­zlich fest­gelegten Steuern bezahlen, wo es aktiv ist. Im Fall von Online-Mar­ket­ing Profis ist das immer wieder auch Mal­ta. Das inter­na­tionale Steuer­recht ist und bleibt kom­plex. Nicht zulet­zt auch durch viele geset­zliche Ver­strick­un­gen zwis­chen Nation­al­staat­en, deren Stel­lung man ken­nen muss. Wann hat welch­es Gesetz Vor­rang: Die nationale Richtlin­ie, die EU-Richtlin­ie oder ein Dop­pelbesteuerungsabkom­men? Bei aller Kom­plex­ität lassen sich rechtlich wie steuer­lich saubere Kon­struk­te umset­zen, mit denen eine Reduzierung der Steuer­last möglich ist. Ger­ade bei Affil­i­ates sind viele Bedin­gun­gen erfüllt, da sie als Teil der Dig­i­tal­en Wirtschaft nicht an einen Ort gebun­den sind.

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