MFSA Publiziert Guidance Notes gegen Crypto Scams & Ernennt erste VFA-Agenten

Lei­der gibt es in der Cryp­to Welt immer wieder Scams und dubiose Pro­jek­te, die ver­suchen Anleger um ihr schw­er ver­di­entes Geld zu brin­gen. Solche betrügerischen Machen­schaften führen nicht nur zum Ver­lust von Anlegerver­mö­gen, sie schaden auch der Blockchain- und Kryp­toszene.

Als Blockchain Island genießt Mal­ta einen exzel­len­ten Ruf als Stan­dort der Wahl für Kryp­to-Unternehmen aus aller Welt. Durch eine tech­nolo­gie­of­fene Regierung und ein weltweit pio­nier­haftes rechtlich­es Rah­men­werk hat man diesem Ruf den Boden bere­it­et.

Lei­der ver­suchen Krim­inelle und Betrüger dem Ruf Mal­tas als Blockchain Island für ihre Betrügereien zu miss­brauchen. Darum hat die Mal­ta Finan­cial Ser­vices Author­i­ty MFSA als zuständi­ge Finan­za­uf­sichts­be­hörde bere­its in der Ver­gan­gen­heit vor einzel­nen Pro­jek­ten gewarnt, welche sich fälschlicher­weise als durch die MFSA anerkan­nt aus­gegeben hat­ten.

Nun möchte die MFSA noch einen Schritt weit­erge­hen. Darum hat man eine neue Guid­ance Note pub­liziert, in der man all­ge­meine Regeln definiert, die Anleger vor Cryp­tocur­ren­cy Scams schützen sollen und mehr Sicher­heit im Kryp­to­space brin­gen sollen. Damit zeigt man auch, wie ernst es Mal­tas Regierung und Behör­den nehmen, wenn es um die Bewahrung von Mal­tas exzel­len­tem Ruf als Blockchain Island geht.

Zunächst begin­nt die Guid­ance Note damit, essen­tielle Begriffe zu definieren und voneinan­der abzu­gren­zen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe virtuelle Währun­gen und Kryp­towährun­gen sehr vage definiert sind. Über­haupt ist der Begriff „Währung“ eher fehl am Platz, weil er von kein­er Regierung oder Zen­tral­bank gestützt würde.

Darum habe man für den mit 1. Novem­ber 2018 ver­ab­schiede­ten Vir­tu­al Finan­cial Assets Act den Begriff von Vir­tu­al Finan­cial Assets gewählt und klar definiert. Dieser beschreibt die geset­zlichen Rah­menbe­din­gun­gen für das Anbi­eten von VFA an die Öffentlichkeit und damit ver­bun­de­nen Leis­tun­gen in bzw. durch in Mal­ta ansäs­sige Parteien.

Wir haben Details zu den VFA-Lizen­zk­lassen und wichtige Hin­weise, die zu beacht­en sind, hier über­sichtlich für Sie zusam­menge­fasst.

Es sind diese Lizen­zen, von denen manche Scams behaupten, sie bere­its erhal­ten zu haben. Ziel ist es, durch das Vortäuschen von Genehmi­gung durch den Reg­u­la­tor das Ver­trauen von Anlegern zu gewin­nen und sie zur Investi­tion in einen gut aufge­set­zten Scam zu ver­leit­en.

Darum betont die MFSA auf Seite 4 der Guid­ance Note ganz klar:

as of to date, there are no whitepa­pers which have been reg­is­tered with the MFSA and no enti­ties licenced by the Author­i­ty under the VFAA act.”

Fake ICOs und weitere häufige Arten von Cryptocurrency-Scams

Beson­ders fällt dabei auf, dass die MFSA zwei ganze Absätze des nur fün­f­seit­i­gen Textes mit der War­nung vor betrügerischen ICOs zubrin­gen. Diese seien eine gängige Art von Cryp­tocur­ren­cy Scams und seien vor allem für uner­fahrene Inve­storen eine große Gefahr.

Bei ihren Bemühun­gen, poten­tielle Anleger zu täuschen und in Sicher­heit zu wiegen nehmen die Betrüger näm­lich äußerst gefinkelte und pro­fes­sionelle Schritte vor. Dies umfasst mitunter auch den per­sön­lichen Anruf durch geschulte und sich als pro­fes­sionelle Berater aus­gebende Mitar­beit­er, die die Inter­essen­ten per­sön­lich überzeu­gen und ihnen das erforder­liche Sicher­heits­ge­fühl ver­mit­teln sollen.

Dabei wür­den Krim­inelle ICOs ohne zugrun­deliegen­den Wert anbi­eten und Tokens aus­geben, die nur auf der eige­nen Plat­tform ver­wen­det wer­den kön­nten. Diese Plat­tfor­men wür­den oft plöt­zlich geschlossen und das investierte Geld der Anleger ver­schwinden.

Auch im Sinne des Crowd­fund­ing gäbe es ähn­liche Betrügereien, wobei Inter­essen­ten mit speziell reduzierten Ein­stiegspreisen, Boni oder son­sti­gen Anreizen gelockt wür­den. Es wird ver­sprochen, dass diese aktiv wür­den, sobald die Coins aus­gegeben und die Plat­tform ges­tartet würde. Zudem wird auch vor gefälscht­en Exchange Plat­tfor­men oder falschen Wal­let-Apps gewarnt. Diese wer­den gut gefälscht getarnt und sollen Inter­essen­ten dazu brin­gen, sich zu reg­istri­eren und Geld­mit­tel einzuzahlen. Es wird mit hohen Gewin­nver­sprechen oder der raschen Kom­pen­sa­tion von Ver­lus­ten gewor­ben. Sobald höhere Beträge eingezahlt wer­den, werde Kon­tozu­griff ges­per­rt und das Geld des Anlegers ist ver­loren.

 Wichtige Ratschläge der MFSA

Neben den all­ge­mein ver­ständlichen Ratschlä­gen, dass man jegliche Investi­tio­nen mit Kryp­towährun­gen nur mit großer Vor­sicht täti­gen sollte, emp­fiehlt die MFSA, in kein Pro­jekt zu investieren, das man nicht auch ver­ste­he.

Außer­dem wird zur umfan­gre­ichen Recherche zu Unternehmen und dahin­ter­ste­hen­den Per­so­n­en ger­at­en. Falls ein Unternehmen behauptet, über eine Autorisierung der MFSA zu ver­fü­gen oder durch diese reg­uliert zu wer­den, solle die Richtigkeit dieser Behaup­tung durch eine Über­prü­fung im Finan­cial Ser­vices Reg­is­ter der MFSA ver­i­fiziert wer­den. Im Zweifels­falle könne man der MFSA per E‑Mail schreiben.

Für den Fall, dass ein Anleger bere­its in einem Scam getäuscht wurde und bere­its Geld ver­loren hat, rät die MFSA zu zwei Schrit­ten. Man solle sofort jegliche Aktiv­ität und alle weit­eren Transak­tio­nen auf der Plat­tform unter­lassen und im Ver­dachts­fall unverzüglich die MFSA über den Fall und den Betreiber benachrichti­gen.

 Erste VFA-Agenten zugelassen

Unter­dessen gibt es auch weit­ere Nachricht­en von Mal­tas Finan­za­uf­sichts­be­hörde betr­e­f­fend der für VFA-Ange­bote erforder­lichen VFA Agen­ten. Um mehr über Rolle und Ver­ant­wortlichkeit­en des VFA-Agen­ten zu erfahren ver­weisen wir Sie gerne auf unseren umfan­gre­ichen Blog­beitrag hierzu.

Wie die Times of Mal­ta berichtet, hat die MFSA erste Genehmi­gun­gen für ange­hende VFA-Agen­ten aus­ge­sprochen. Erste Bewer­bun­gen hier­für gin­gen bere­its vor knapp vier Monat­en ein.

Allerd­ings ist festzuhal­ten, wie der Artikel hin­weist, dass diese Genehmi­gun­gen grund­sät­zlich erteilt wur­den, allerd­ings noch einige Einzel­heit­en und Details gek­lärt wer­den müssen, bevor die VFA-Agen­ten offiziell angenom­men wer­den kön­nen.

Von der MFSA gab es hierzu auch eine offizielle Stel­lung­nahme durch Chris Buttigieg, Head of Secu­ri­ties and Mar­ket Super­vi­sion.  Er sehe die Genehmi­gung der ersten VFA-Agen­ten als wichti­gen Meilen­stein hin zur offiziellen Reg­ulierung von Kryp­toas­sets. Zudem ver­wies er auf den knapp 18-monati­gen Prozess, der von der Anre­gung zu einem offiziellen Geset­zeswerk zur Reg­ulierung von Kryp­towährun­gen hin zur nun­mehr voll­ständi­gen Fer­tig­stel­lung dieser Rah­menbe­din­gun­gen geführt habe.

Fazit

Die Blockchain- und Kryp­to-Welt bleibt jung und dynamisch. Nir­gend­wo entwick­eln sich mehr Anwen­dungs­fälle und Poten­ziale als auf der ange­se­henen Blockchain Island Mal­ta. Damit dies allerd­ings auch so bleibt, müssen Reg­u­la­tor und Geset­zge­ber rig­oros gegen Krim­inelle und Betrüger vorge­hen, die diesen Ruf für ihre eige­nen krim­inellen Absicht­en miss­brauchen wollen.

Mit der Veröf­fentlichung der Guid­ance Note unter­stre­icht die MFSA ihr Bemühen, den Markt von Bad Play­ern zu reini­gen und das Ver­trauen der Anleger zu bewahren, damit kon­for­men Kryp­to-Unternehmen wie den zahlre­ichen auf Mal­ta ange­siedel­ten Kryp­to-Exchanges und dem immensen Poten­zial der Kap­i­ta­lauf­bringung mit­tels Kryp­towährun­gen – etwa in Form von reg­ulierten Secu­ri­ty Token Offer­ings – nicht geschadet wird.

So kön­nen Start-ups und Unternehmer aus aller Welt sich­er sein, auf der Blockchain Island den best­möglichen Stan­dort für ihr Unternehmen vorzufind­en und auf tatkräftige Unter­stützung und offene Gespräche bei Regierung und Reg­u­la­tor zu tre­f­fen.

About Dr. Jörg Werner

Dr. jur. Jörg Wern­er, born 27 May 1971, attend­ed the law school of the Uni­ver­si­ty of Leipzig and passed his first state exam­i­na­tion in the State of Sax­ony in 1996. After suc­cess­ful­ly com­plet­ing his manda­to­ry legal intern­ship, he suc­cess­ful­ly passed the sec­ond state exam­i­na­tion of the State of Sax­ony-Anhalt in 1998 and was admit­ted to the bar and began to prac­tice as a Ger­man attor­ney (Recht­san­walt) before the court of Magde­burg the same year. He worked as an attor­ney at the Law Offices of Prof. Dr. Fre­und & Kol­le­gen until he formed the firm of Wrede & Wern­er. He was also admit­ted to prac­tice before the Supe­ri­or Court of Naum­burg. In 2001, he moved the firm’s offices to Cen­tral Berlin, where he was admit­ted to prac­tice before the Courts of Berlin. Dr. jur. Jörg Wern­er then com­plet­ed his doc­tor­al stud­ies at the Uni­ver­si­ty of Ham­burg and grad­u­at­ed as a Dok­tor der Rechtswis­senschaften (Doc­tor of Laws).

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