Strenger Bewerbungsprozess: Warum Sie Ihrem VFA-Agenten vertrauen können

Der Dreh- und Angelpunkt jed­er erfol­gre­ichen Gemein­schaft ist das Prinzip des „Ver­trauens“. Das Ver­trauen, sich auf eine ver­trauenswürdi­ge Behörde/Agentur zu ver­lassen, wird sicher­lich dazu beitra­gen, den Finanz­di­en­stleis­tungssek­tor ver­trauenswürdi­ger und zuver­läs­siger zu machen. Angesichts des sehr risiko­r­e­ichen Umfelds von Kryp­towährun­gen und Ini­tial Coin Offer­ings (ICOs), ist eine richtige Strate­gie von allen und jedem erforder­lich, um alle wesentlichen Risiken, die sowohl für die Behör­den als auch für poten­zielle Inve­storen entste­hen kön­nen, zu min­imieren.

In diesem Zusam­men­hang ist die Notwendigkeit eines qual­i­fizierten Ver­mit­tlers, der sowohl mit der Reg­ulierungs­be­hörde als auch mit dem Kun­den effek­tiv zusam­me­nar­beit­en kann, sicher­lich ein Muss. Vor diesem Hin­ter­grund wurde das Konzept des VFA (Vir­tu­al Finan­cial Asset) Agent geboren. Der mal­te­sis­che VFA-Agent soll — um es „unverblümt“ auszu­drück­en — einem „Experten“ im Bere­ich der „Blockchain-Geset­ze“ am näch­sten kom­men. Ein richtiges Ver­ständ­nis dafür, warum dieser Per­son ver­traut wer­den sollte, ver­di­ent sicher­lich eine nähere Betra­ch­tung.

Verständnis der Definition

Erstens, ein genauer­er Blick auf die rechtliche Def­i­n­i­tion [enthal­ten in Kapi­tel 590 der Geset­ze von Mal­ta] wird uns ein besseres Ver­ständ­nis dafür ver­mit­teln, was konkret mit „VFA-Agent“ gemeint ist, d.h., ‘a per­son reg­is­tered with the com­pe­tent author­i­ty under this Act and autho­rised to car­ry on the pro­fes­sion of –

(a) advo­cate, accoun­tant or audi­tor; or

(b) a firm of advo­cates, accoun­tants or audi­tors, or cor­po­rate ser­vices providers; or

© a legal organ­i­sa­tion which is whol­ly owned and con­trolled by per­sons referred to in para­graphs (a) or (b), whether in Mal­ta or in anoth­er recog­nised juris­dic­tion,

any oth­er class of per­sons hold­ing autho­ri­sa­tions, qual­i­fi­ca­tions and, or expe­ri­ence deemed by the com­pe­tent author­i­ty as pos­sess­ing suit­able exper­tise to exer­cise the func­tions list­ed under arti­cles 7 and, or 14’.

Ein absichtlich veröf­fentlicht­es Regel­w­erk

Die Rolle des VFA-Agen­ten ist so entschei­dend, dass die MFSA sog­ar ein ganzes Regel­w­erk für VFA-Agen­ten veröf­fentlicht hat [Kapi­tel 1], das darauf abzielt, mehrere wichtige Prinzipien/Merkmale zu ver­ankern. Tat­säch­lich ist das Regel­w­erk haupt­säch­lich in vier Schlüs­sel­bere­iche unterteilt, näm­lich: 1) Grundle­gende Prinzip­i­en 2) Die Reg­istrierungsan­forderun­gen und -ver­fahren 3) die laufend­en Verpflich­tun­gen für den VFA-Agen­ten und 4) Voll­streck­ung und Sank­tio­nen durch die MFSA.

Der erste Grund, warum dem VFA-Agen­ten ver­traut wer­den kann, ist daher genau dieser solide Recht­srah­men[die Fes­tle­gung von Min­dest­stan­dards], der dazu beiträgt, den Agen­ten best­möglich zu reg­ulieren und zu „überwachen“. Zudem arbeit­et der VFA-Agent nach dem Regel­w­erk offen mit der MFSA zusam­men und stellt alle erforder­lichen Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung. Darüber hin­aus ist der VFA-Agent verpflichtet, die gel­tenden mal­te­sis­chen Geset­ze, Regeln, Vorschriften und Leit­fä­den einzuhal­ten, die von der MFSA und/oder ein­er anderen Stelle ad hoc her­aus­gegeben wer­den.

Die oblig­a­torische vorgeschriebene Prü­fung

Ein weit­er­er wichtiger Grund liegt in der sorgfälti­gen Prü­fung, die jede zukün­ftige benan­nte Per­son durch­führen muss, um Teil des VFA-Agen­ten­teams zu wer­den. Alles andere als ein Kinder­spiel, denn die derzeit genehmigten Prü­fun­gen sind hart und sollen sich­er­stellen, dass die Kan­di­dat­en nicht nur in der tra­di­tionellen Finanz­di­en­stleis­tungs­ge­set­zge­bung, son­dern auch in den grundle­gen­den AML/CFT-Analy­sen, ein­schließlich der Bew­er­tung des Finanzin­stru­ment-Tests, einge­hend informiert wer­den. Mit anderen Worten, wenn Inve­storen ihren VFA-Agen­ten aus­suchen, kön­nen sie sich­er sein, dass die von ihnen aus­gewählten Ver­mit­tler bere­its über umfan­gre­iche Ken­nt­nisse in diesem Bere­ich ver­fü­gen. Darüber hin­aus gibt es die jährliche Verpflich­tung der Behörde, einen verbindlichen Betrag an CPE-Stun­den (Con­tin­u­ous Pro­fes­sion­al Edu­ca­tion) zu leis­ten, um sicherzustellen, dass alle benan­nten Per­so­n­en (ein­schließlich der MLRO) über die neuesten Änderun­gen und Aktu­al­isierun­gen der Geset­zge­bung auf dem Laufend­en gehal­ten wer­den.

Prüfung auf Eignung und Tauglichkeit

Während die oben genan­nten Punk­te bere­its ver­lan­gen, dass poten­zielle Agen­ten ihre Ref­eren­zen „auf­frischen“, ist ein weit­er­er Grund, warum man Ihrem VFA-Agen­ten ver­trauen kann, die von der MFSA aufer­legten Über­legun­gen zur genauen Reg­istrierung. Die MFSA erlegt die Verpflich­tung auf, die Eig­nung und Unversehrtheit des VFA-Agen­ten auf den ersten Blick zu beurteilen — was in erster Lin­ie die (i) Integrität, (ii) Kom­pe­tenz und (iii) Sol­venz des Agen­ten umfasst. Die Eig­nung und Tauglichkeit ist für die UBOs (mit mehr als 25%, qual­i­fizierte Mit­glieder (ab 10%), desig­nierte Per­so­n­en und ernan­nte Per­so­n­en) erforder­lich. Darüber hin­aus sind alle vorgeschla­ge­nen Per­so­n­en verpflichtet, der MFSA einzeln und gemein­sam nachzuweisen, dass geeignete Sys­teme für die Tätigkeit als VFA-Agent vorhan­den sind.

Richtlin­ien und Ver­fahren

Dieser let­zte Punkt kann mit dem näch­sten wichti­gen Grund ver­bun­den wer­den, und zwar mit den robusten „Richtlin­ien und Ver­fahren“, die jed­er VFA-Agent haben sollte. Ein VFA-Agent sollte min­destens fol­gende Voraus­set­zun­gen erfüllen: 1) Rech­nungsle­gungs­grund­sätze und -ver­fahren 2) AML/KYC und On-Board­ing Richtlin­ien und Ver­fahren 3) Busi­ness Con­ti­nu­ity und Dis­as­ter Recov­ery Richtlin­ien 4) Richtlin­ien für Inter­essenkon­flik­te 5) Vergü­tungsrichtlin­ien 6) Ein robuster Cor­po­rate Gov­er­nance Rah­men 7) Cyber­sicher­heit und Mel­dung von Ver­stößen Ver­fahren 8) Daten­schutz (GDPRDSGVO) und Daten­schutzerk­lärung 9) Out­sourc­ing-Poli­tik und eine 10) Per­son­alaus­bil­dungspoli­tik.

Laufende Verpflich­tun­gen (& Ver­sicherungspflicht)

Diese Richtlin­ien und Ver­fahren sind eng mit den „Laufend­en Verpflich­tun­gen für VFA-Agen­ten“ ver­bun­den. Daher soll­ten auch poten­zielle Kun­den darauf hingewiesen wer­den, dass der VFA-Agent aus reg­u­la­torisch­er Sicht kon­tinuier­lich zur Ein­hal­tung aller Regeln und Vorschriften verpflichtet ist. Dies ist auch im Regel­w­erk fest­gelegt, in dem es heißt: „Der VFA-Agent muss jed­erzeit über eine angemessene Geschäft­sor­gan­i­sa­tion, Sys­teme, Erfahrung und Exper­tise ver­fü­gen“. Darüber hin­aus führt der VFA-Agent Aufze­ich­nun­gen, um die Ein­hal­tung der laufend­en Verpflich­tun­gen der MFSA nach­weisen zu kön­nen.

Die Vorschriften schreiben dem Auf­trag­nehmer auch die Verpflich­tung vor, „effek­tiv von zwei Per­so­n­en“ geführt zu wer­den, die bei­de fit und kor­rekt sind und genü­gend Zeit haben, um die Geschäfte des Auf­trag­nehmers effizient zu führen. Der VFA-Vertreter muss sich auch bemühen, eine Beruf­shaftpflichtver­sicherung abzuschließen, die (unter anderem) wirk­sam dazu beiträgt, die geset­zliche Haf­tung für Fahrläs­sigkeit oder Fehler des Vertreters, der benan­nten Mitar­beit­er oder des Auf­trag­nehmers zu deck­en. Der VFA-Agent ist auch verpflichtet, der MFSA (auf Anfrage) die Ver­längerung dieser Police vorzule­gen.

Durch­set­zung und Sank­tio­nen

Schließlich ver­hängt die MFSA sehr strenge Durch­set­zungs- und Sank­tion­s­maß­nah­men gegen nicht kon­forme VFA-Agen­ten. Diese Grund­sätze sind auch im Vir­tu­al Finan­cial Assets Act ver­ankert (Artikel 48 bis 55). Die Reg­ulierungs­be­hörde kann gemäß Artikel 48 eine Ver­wal­tungsstrafe von bis zu 150.000 EUR ver­hän­gen, und die MFSA wird den Grund­satz der Ver­hält­nis­mäßigkeit anwen­den, um Sanktionen/Strafen zu ver­hän­gen, wobei sie wichtige Punk­te wie (i) Wieder­hol­ung, Häu­figkeit, Schwere oder Dauer der Ver­let­zung (ii) Ver­luste Drit­ter (iii) frühere Sank­tio­nen und (iv) Beweise für vorsät­zlichen Betrug berück­sichtigt.

Artikel 7 & 14

Es wurde bere­its [in früheren Artikeln] darauf hingewiesen, dass Kun­den sich für die Beauf­tra­gung eines VFA-Agen­ten im Sinne von Artikel 7 Absatz 1 VFA-Gesetz entschei­den kön­nen, d.h. „Ein Emit­tent [für ein ICO/V­FA-Offer­ing] ist verpflichtet, einen VFA-Agen­ten zu benen­nen, der bei der zuständi­gen Behörde reg­istri­ert wer­den soll“ oder Artikel 14 Absatz 1: Ein Antrag auf eine Lizenz nach diesem Gesetz wird auss­chließlich über einen VFA-Agen­ten gestellt, der nach diesem Gesetz in der von der zuständi­gen Behörde vorgeschriebe­nen Form und Weise ord­nungs­gemäß reg­istri­ert ist“. In bei­den Fällen ist der VFA-Agent verpflichtet, sorgfältig und pro­fes­sionell zu han­deln, um nicht nur den Anlegerschutz aufrechtzuer­hal­ten, son­dern auch alle Bedro­hun­gen für den Ruf von „Blockchain Island“ abzu­mildern.

Fazit

Der ulti­ma­tive „Zweck“ dieser gesamten Geset­zge­bung ist der Schutz des öffentlichen Inter­ess­es, da diese „Per­son“ sicher­lich als „Tor­wächter“ für Anträge fungieren wird, bevor sie zur MFSA geht. Unter Berück­sich­ti­gung all dieser Prinzip­i­en kön­nen die Inve­storen sich­er sein, dass ein von Mal­ta zuge­lassen­er VFA-Agent die beste Sicher­heit ist und immer sein wird, um sicherzustellen, dass alle poten­ziellen kryp­to­be­zo­ge­nen Bemühun­gen best­möglich ange­gan­gen wer­den.

Haftungsausschluss*

Der oben genan­nte Artikel basiert lediglich auf unab­hängi­gen Unter­suchun­gen von Dr. Wern­er und Part­ner und kann keine Rechts­ber­atung darstellen. Wenn Sie sich mit einem unser­er Vertreter tre­f­fen möcht­en, um weit­ere Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, kon­tak­tieren Sie uns bitte, um einen Ter­min zu vere­in­baren.

About Dr. Michael Calleja

Dr. Michael Calle­ja, born on the 07.01.1988, stud­ied law at the Uni­ver­si­ty of Mal­ta from 2006 till 2012. He grad­u­at­ed Bach­e­lor of Laws & Euro­pean Stud­ies in 2009 with a Sec­ond Class Upper Degree and grad­u­at­ed Notary Pub­lic in 2010. He suc­cess­ful­ly defend­ed his the­sis enti­tled: ‘Beyond the Bosman Rul­ing: Con­trac­tu­al Dis­putes in Foot­ball and the Spe­cif­ic Nature of Sport in the Euro­pean Union’ in 2012 and obtained his Doc­tor of Laws (LL.D) accord­ing­ly.

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