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Warum Steuern sparen kein „Kinderspiel“ in 2021 ist

Da dieser Artikel immer wieder für Rückfragen sorgt, wird er heute nochmals aufgegriffen.

Das Märchen vom einfachen Steuersparmodell

Firmengründung auf Malta, Weiterarbeit in Deutschland, Reduzierung der Steuerlast um 80%. So einfach stellt man sich in Deutschland manchmal die Möglichkeit einer Steuerersparnis über die Wahl des Malta-Modells vor. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie wenig informiert einige Unternehmer sind, die sich mit dem Aufbau eines Firmenkonstrukts beschäftigen. Die Finanzminister haben in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet und spätestens seit Enthüllung der Panama-Papers sollte mittlerweile bekannt sein, dass ich als Unternehmen mit einer Firma irgendwo auf der Welt nicht einfach Steuern sparen kann.

Bemerkung am Rande: Dies wird in einigen Reportagen immer als sehr simpel dargestellt. Ich komme nach Malta, auf die schöne Sonneninsel und mit drei Unterschriften ist die Firmengründung eingetütet und man müsste außer auf Malta keine Steuern mehr bezahlen. Das Geschäftsmodell könne nach wie vor weiterlaufen.

Warum Offshore Firmen bei gleichzeitigem Wohnsitz in Deutschland fast immer illegal sind

In Deutschland wohnen und Umsätze über eine Offshore Firma generieren? Nein, das ist nicht (mehr) möglich. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen eine Offshore-Firma zu gründen oder eine andere Firma im (EU-) Ausland, sie ansonsten aber genauso weiterleben möchten wie bisher, also mit einem festen Wohnsitz in Deutschland, etc., rate ich Ihnen dringend von diesem Vorhaben ab.  Sie machen sich (fast immer) strafbar und erfüllen (fast immer) die wesentlichen Tatbestandsmerkmale der Steuerhinterziehung. Denn: Wer in Deutschland einen Wohnsitz hat, ist dort auch steuerpflichtig. Achtung: Die Finanzämter nehmen es hier sehr genau. Auch eine Zweitwohnsitz oder Frau und Kinder im Land können bereits einen Wohnsitz auslösen. Dies kann eine Steuerpflicht zur Folge haben. Etwaige Steuervorteile im Ausland können sich somit schnell negieren.

Steuern sparen ist kein „Kinderspiel“

Steuern sparen, ist kein Kinderspiel, lautet der Titel dieses Blog Beitrags. Was früher vielleicht noch einfacher war, ist heute aufgrund umfassender Gesetzesarbeit (z.b. BEPS) der Fiskalpolitik nicht mehr möglich. Das bedeutet nicht, dass man keine Steuern mehr sparen kann. Es gibt international, auch zwischen den EU-Staaten, einen klaren Steuerwettbewerb. [Italien hat erst vor Kurzem eine Flat-Tax angekündigt, die Superreichen eine Pauschalbesteuerung in Aussicht stellt ( Anmerkung des Autors: veraltet, zur Gesamtdarstellung jedoch beibehalten)]. Die Lega-Nord in Italien hält neben den Forderungen nach einem Grundeinkommen noch immer an der Plänen einer Flat-Tax fest. Doch wer an diesem Steuerwettbewerb partizipieren und von ihm profitieren möchte, muss den damit verbundenen Aufwand in Kauf nehmen. In der Regel, auch im Falle von Malta, zieht dies eine Wohnsitzverlagerung nach sich. Wichtig dabei ist jedoch nicht nur der Wohnsitz in dem Land, mit dem „Zielsteuersatz“, sondern gleichzeitig keinen zweiten Wohnsitz in einem anderen Land auszulösen. Dieser könnte schnell eine Steuerpflicht nach sich ziehen und würde die Anstrengungen des gesamten Vorhabens zunichtemachen.

Faktencheck: Wie funktioniert das mit dem Steuern sparen?

Wichtig ist, nicht nur das Ziel einer Steuerreduzierung vor Augen zu haben. Wer mit einer Firma auf Malta steuern sparen möchte, kann das tun. Dieses Ziel ist erreichbar. Aber: Es ist einiger Aufwand nötig. Wir empfehlen stets die Verlagerung des Lebensmittelpunktes ins Ausland. Dies hat zur Folge, dass Sie sich fragen müssen, ob Sie hier auf Malta leben möchten? 300 Sonnentage im Jahr, mediterranes Klima und eine pulsierende wirtschaftliche Entwicklung bringen einige Vorteile mit sich. Doch nicht jeder mag oder kann Deutschland verlassen. Weiterhin müssen Sie auf Malta einen eingerichteten und aktiven Geschäftsbetrieb nachweisen können. Büro und Angestellte kosten Geld. Hier gibt es kein „Schema F“ nach dem man immer gleich vorgehen könnte. Jeder Fall in unterschiedlich. Wir legen nur großen Wert darauf, von Anfang an alles richtig zu machen. So erspart man sich später viel Aufwand. Es lässt sich transparent darstellen aus welchen Motiven und mit welchem Aufwand eine Verlagerung der Betriebsstätte erfolgt ist. Das kann insbesondere für ausländische, fordernder Finanzbehörden relevant sein. Allzu oft kommt es hier auf die kleinen Details an, die zu Beginn nicht bedacht werden. Aus diesem Grund ist eine umfassende Beratung in diesem Kontext unabdingbar. Die Kanzlei Dr. Werner & Partner berät Sie gerne, wenn Sie Fragen auf dem Gebiet der Steuergestaltung haben.

Steuern sparen auf Malta: Potentialanalyse

Kommt das Modell einer Gesellschaftsgründung für mich überhaupt in Frage? Vielen „Malta Begeisterten“ müssen wir von Anfang an abraten. Das tun wir bewusst und kommen somit unserer Beratungspflicht nach. Ob eine Gesellschaft auf Malta für Sie die Lösung sein kann, können Sie mit unserem kostenfreien DWP QuickCheck überprüfen.

Haben Sie noch Fragen?
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