Stand: 1. März 2026
Was am 28. Februar passiert ist, hat viele Menschen aufgeschreckt - uns eingeschlossen. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen. Der Iran hat zurückgeschlagen, unter anderem mit Angriffen auf Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in Richtung Zypern wurden Raketen abgefeuert.
Wir sind eine Kanzlei auf Malta. Wir sind keine Sicherheitsexperten und maßen uns nicht an, die geopolitische Lage zu bewerten. Was wir aber können: die Fakten zusammenfassen und einordnen, was das für Auswanderer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeuten könnte - und was nicht.
Was passiert ist
Dubai und die VAE: Der Iran hat nach eigenen Angaben über 700 Projektile auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert - Raketen, Drohnen, Marschflugkörper. Die meisten wurden abgefangen. Trotzdem: Am Burj Al Arab brach ein Brand aus, beide Flughäfen in Dubai waren vorübergehend geschlossen, drei Menschen kamen ums Leben, 58 wurden verletzt. Die Straße von Hormuz - durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen - ist derzeit gesperrt.
Zypern: Zwei iranische Raketen wurden in Richtung der Insel abgefeuert. Beide wurden abgefangen, es gab keine Schäden. Die zyprische Regierung betont, dass keine direkte Bedrohung bestanden habe. Der britische Verteidigungsminister John Healey spricht allerdings von "zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen" und warnt, dass die britischen Militärbasen auf der Insel potenzielle Ziele sein könnten.
Was das für Auswanderer in Dubai bedeutet
Tausende Unternehmer aus dem DACH-Raum leben und arbeiten in Dubai. Sicherlich ist die Stadt jetzt nicht in ihrer Gunst gestiegen. Das soll kein Urteil sein - aber einige Fragen drängen sich auf.
Wenn beide Flughäfen einer Stadt schließen - auch nur vorübergehend - ist das ein Einschnitt. Für Unternehmer, die international arbeiten und auf zuverlässige Flugverbindungen angewiesen sind, ist das mehr als eine Unannehmlichkeit. Die Sperrung der Straße von Hormuz betrifft nicht nur den Ölhandel, sondern auch den normalen Import und Export. Und erfahrungsgemäß führen geopolitische Spannungen dazu, dass Versicherer Prämien anpassen und Banken ihre Risikoeinschätzung für eine Region überdenken.
Dubai hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es mit Krisen umgehen kann. Aber die Annahme, die Golfregion sei von solchen Konflikten nicht betroffen, hat sich als falsch erwiesen.
Und Zypern?
Die Lage auf Zypern ist anders zu bewerten. Die Raketen wurden abgefangen, es gab keine Schäden oder Verletzte. Die zyprische Regierung dementiert eine Bedrohung.
Gleichzeitig: Zypern liegt rund 200 Kilometer vor der syrischen Küste. Die britischen Militärbasen Akrotiri und Dhekelia nehmen etwa drei Prozent der Inselfläche ein. Das Vereinigte Königreich nutzt diese Basen aktiv, um iranische Drohnen und Raketen im Nahen Osten abzufangen - was sie bei einer weiteren Eskalation zu Zielen machen könnte. Das ist kein neues Risiko, aber eines, das bisher eher theoretisch war.
Ist Malta betroffen?
Nein. Malta war und ist von den aktuellen Ereignissen nicht betroffen. Das hat mehrere Gründe, die in der Natur des Landes liegen.
Verfassungsmäßige Neutralität: Malta ist seit 1987 per Verfassung ein neutraler Staat. Artikel 1 Absatz 3 der maltesischen Verfassung schreibt fest, dass Malta "eine Politik der Bündnisfreiheit verfolgt und sich weigert, an einem Militärbündnis teilzunehmen". Das ist keine politische Absichtserklärung - das ist geltendes Verfassungsrecht.
Kein NATO-Mitglied: Malta ist keinem Militärbündnis angeschlossen. Die Insel nimmt zwar am NATO-Programm "Partnership for Peace" teil, ist aber kein Vollmitglied und hat keine militärischen Beistandspflichten. Bei einem regionalen Konflikt gibt es keinen vertraglichen Grund, Malta in die Auseinandersetzung hineinzuziehen.
Keine ausländischen Militärbasen: Die letzte ausländische Militärpräsenz auf Malta - die britische Royal Navy - verließ die Insel 1979. Seitdem gibt es keine fremden Streitkräfte auf maltesischem Boden. Zum Vergleich: Auf Zypern betreibt das Vereinigte Königreich zwei aktive Militärbasen, die derzeit im Iran-Konflikt eine operative Rolle spielen.
Geographische Lage: Malta liegt im zentralen Mittelmeer, südlich von Sizilien. Die Entfernung zu Zypern beträgt rund 1.600 Kilometer, zum Iran über 3.000 Kilometer. Die Insel liegt damit weit außerhalb der Reichweite der aktuellen Auseinandersetzungen.
Keine Angriffsfläche: Seit der Unabhängigkeit 1964 gab es keinen einzigen militärischen Angriff auf maltesisches Territorium. Malta hat keine strategischen Militärziele, keine ausländischen Basen und keinen Grund, in regionale Konflikte hineingezogen zu werden.
Was wir raten
Seien Sie vorsichtig. Beobachten Sie die Entwicklungen aufmerksam. Und wenn Sie ohnehin in einer Phase sind, in der Sie über Ihren Standort nachdenken - egal ob Sie gerade erst planen auszuwandern oder ob Sie schon in Dubai oder Zypern leben - dann beziehen Sie die geopolitische Stabilität eines Standorts in Ihre Überlegungen ein.
Sicherheit war für viele Auswanderer bisher kein Entscheidungskriterium. Das könnte sich jetzt geändert haben.
Sie haben Fragen zu Malta? Wir beraten seit 2013 Unternehmer aus dem DACH-Raum und kennen die Insel aus erster Hand. Wenn Sie wissen möchten, wie Malta im Vergleich zu anderen Standorten abschneidet - nicht nur steuerlich, sondern auch in Bezug auf Sicherheit und Lebensqualität - sprechen Sie mit uns.




