4 Gründe, die gegen eine Gründung in Malta sprechen

Update — Sep­tem­ber 2018: Noch immer erre­ichen uns Anfra­gen von Inter­essen­ten, die sich das Mod­ell mit der Mal­ta Lim­it­ed zu ein­fach vorstellen. Aus diesem Grund möchte ich diesen Blog­beitrag aus 2015 auf­greifen. Er wurde oft gele­sen und hil­ft bere­its vor­ab eini­gen Inter­essen­ten, um sich ein genaueres Bild von ein­er Gesellschafts­grün­dung auf Mal­ta zu machen. Denn ein Umzug nach Mal­ta lohnt sich nur für eine bes­timmte Gruppe von Unternehmern. Tat­säch­lich gibt es bei der Mehrzahl der uns erre­ichen­den Anfra­gen mehr Gründ, die gegen die Grün­dung ein­er Mal­ta Lim­it­ed sprechen. Vier davon wer­den in diesem Blog­beitrag aufge­grif­f­en.

Ursprünglich­er Beitrag aus 2015:

Wir betreuen bei Dr Wern­er & Part­ner inter­na­tionale Klien­ten, die aus der ganzen Welt stam­men und eine steuer­liche Beratung zu Mal­ta wün­schen, bzw. zur hiesi­gen Gesellschafts­grün­dung. In ein­er wach­senden Anzahl von Fällen rat­en wir aber nicht zur Grün­dung bzw. in ein­er anderen Kon­stel­la­tion, als urspünglich angedacht. Dies hat unter anderem die fol­gen­den Gründe

1. Grün­dung in Mal­ta schwierig bei Investor aus Land mit CFC Rules

CFC Rules: Der Investor kommt und hat seinen Wohn­sitz in einem Land, in dem CFC Rules (Con­trolled For­eign Com­pa­ny oder Cor­po­ra­tion) ange­wandt wer­den. Generell gesagt, sind das Regeln, aus denen her­vorge­ht, wie man ein Unternehmen im Aus­land grün­den  und betreiben kann und darf.  Sobald diese oder ähn­liche Regeln ange­wandt wer­den, ist der Aufwand der zu schaf­fend­en Sub­stanz in Mal­ta unter Umstän­den zu hoch.

Zusatz in 2018: Obi­gen Absatz muss hinzuge­fügt wer­den, dass mit­tler­weile die BEPS-Richtlin­ien der OECD inkraft getreten sind. Ger­ade in Verbindung mit ATAC und anderen inter­na­tion­al ver­ab­schiede­ten Geset­zes­grund­la­gen, muss kon­sta­tiert wer­den, dass eine steuer­liche saubere Führung ein­er mal­te­sis­chen Gesellschaft nur noch über einen aktiv­en Geschäfts­be­trieb vor Ort real­isier­bar ist. Scheinge­sellschaften, die nur mit einem Briefkas­ten existieren lassen sich rechtlich nicht real­isieren. Um vor beispiel­sweise deutschen Finanzbe­hör­den unan­greif­bar zu sein, müssen Sie den Weg nach Mal­ta gehen. In Punkt 4. wird dieses Argu­ment nochmals aufge­grif­f­en.

2. Einkom­men zu niedrig für Grün­dung in Mal­ta

Zu geringe zu erwartende Umsätze und Gewinne: Es gibt viele Anbi­eter, die zu mehr oder weniger gün­sti­gen Preisen eine Gesellschafts­grün­dung auf Mal­ta anbi­eten, und zwar völ­lig unab­hängig von der Höhe des zu erwartenden Jahre­sun­ternehmensgewinns. Unser­er Mei­n­ung nach lohnt sich eine Mal­te­sis­che Gesellschafts­grün­dung und der ein­herge­hende Struk­tu­rauf­bau erst ab einem per­spek­tivis­chen Unternehmensgewinn p.a. von ca. 250’000 EUR  aufwärts. Zum einen kostet der Auf­bau und der Betrieb ein­er Gesellschaft in Mal­ta Geld und Zeit (ins­beson­dere, wenn man wie unter Punkt 1 geschrieben, einiges an Sub­stanz schaf­fen muss) und zum anderen ist zu bedenken, mal alle finanziellen Aspek­te beseite geschoben , dass der geistige Aufwand, als Aus­län­der in einem frem­den Land, mit unter­schiedlichen Geset­zen, zwei Kap­i­talge­sellschaften aufzubauen und zu betreiben, nicht zu unter­schätzen ist. Selb­st wenn wir unseren Man­dan­ten viel Arbeit abnehmen, so bleibt der geistige Aufwand den­noch beim investieren­den Man­dan­ten. Deshalb hat dieser abzuwä­gen, ob sich bei einem gerin­gen Erspar­nis von 10’000 EUR bis 50’000 EUR der Aufwand des Struk­tu­rauf­baus tat­säch­lich lohnt. Achtung: Wenn Sie mit dem Gedanken spie­len, nach Mal­ta zu ziehen, dann gilt diese Gren­ze NICHT, weil Sie erhe­blich beim Auf­bau von Sub­stanz sparen.

3. Nach Grün­dung in Mal­ta müssen Steuern auf Div­i­den­den gezahlt wer­den

Ein klas­sis­ch­er Rechen­fehler: Viele Man­dan­ten, die im Aus­land wohnen bleiben, vergessen oder ignori­eren, dass es neben der mal­te­sis­chen Steuer (die sehr inter­es­sant sein kann), auch noch die Steuer für die Div­i­den­den aus Mal­ta im Wohn­sit­z­land zu zahlen ist. Diese beträgt in den Europäis­chen Mit­gliedsstaat­en i.d.R. zwis­chen 15 und 30% und muss natür­lich in die Kalku­la­tion mit ein­flieβen. Vor­sicht! Zu meinen, dass man die Div­i­dende auf ein Kon­to in Mal­ta oder in Bar oder ander­weit­ig emp­fan­gen kann, OHNE, dass das Heimat­fi­nan­zamt davon etwas mit­bekommt, ist a) naiv (siehe CRS (Com­mon Report­ing Stan­dard https://en.wikipedia.org/wiki/Common_Reporting_Standard), ab dem 01/01/2016)   und b) u.U. straf­bar bzw. stellt eine Ord­nungswidrigkeit in fast allen Län­dern dar.

4. Grün­dung in Mal­ta nur aus steuer­lichen Grün­den nicht sin­nvoll

Gün­stige Steuer­last als einziger Grund für eine Fir­mengündung in Mal­ta: Jed­er Inter­essent, der nicht in Mal­ta wohnt und nicht in abse­hbar­er Zeit nach Mal­ta ziehen möchte, sollte sich aus­re­ichend Gedanken dazu machen, warum eine Grün­dung auf Mal­ta sin­nvoll erscheint, OHNE DIE STEUERLICHEN ASPEKTE. Die Vorteile ein­er Unternehmensgrün­dung in Mal­ta, einzig und allein aus steuer­lichen Grün­den, wer­den früher oder später bei ein­er Prü­fung durch ein aus­ländis­ches Finan­zamt zu Fall gebracht wer­den. Es gibt jedoch genü­gend valide Gründe für eine Unternehmensgrün­dung in Mal­ta. Hier seien beispiel­sweise genan­nt: die geostrate­gis­che Lage, die prak­tis­che Reg­u­la­tion im Finanz- oder Glück­spiel­we­sen, die attrak­tive Schiffreg­istrierungsmöglichkeit, die gün­stigeren Lohnnebenkosten/Sozialversichungsbeiträge, die groβe Anzahl von Fachkräften im IT-Bere­ich, die mod­er­nen Forschungs-, Busi­ness- und Han­del­szen­tren, die sichere IT- Anbindung u.v.m..

Wohlge­merkt: Im Falle eines Umzugs nach Mal­ta ent­fällt ohne­hin jed­er weit­ere Erk­lärungs­be­darf gegenüber aus­ländis­chen Finanzbe­hör­den, denn dann leben Sie in dem Land, in dem Sie auch das Unternehmen grün­den. Fern­er bietet der Umzug nach Mal­ta erhe­bliche per­sön­liche Vorteile, die wir gerne in einem Gespräch erläutern kön­nen.

 

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