Hinzurechnungsbesteuerung für Malta Firmen in Deutschland

Die Frage, wieviel Steuern ein inter­na­tion­al agieren­des Unternehmen in welchem Land zu entricht­en hat, ist nicht ein­fach zu beant­worten. Im Kan­zleiall­t­ag von Dr. Wern­er & Part­ner wen­den sich immer wieder Fir­menin­hab­er an uns, die Ihre Fir­ma nach Mal­ta ver­legen möcht­en, um Steuern zu sparen. Oft­mals müssen wir eine Absage erteilen. Warum? Weil die Wel­ter der inter­na­tionalen Steuerge­set­zge­bung sehr kom­plex gewor­den ist und ein­fache Lösun­gen nicht mehr existieren. Gerne stelle ich hier einige der Erfahrun­gen dar, die wir in den ver­gan­genen Jahren gemacht haben und welche Rolle die Hinzurech­nungs­besteuerung dabei spielt.

Wann eine Malta Limited als Limited Risk Distributor gelten könnte

Wer davon aus­ge­ht, dass die Geset­zes­lage immer ein­deutig ist, irrt sich. Viele der aktuell gel­tenden Regelun­gen lassen viel Inter­pre­ta­tion­sspiel­raum und hän­gen von der Ausle­gung und Inter­pre­ta­tion der einzel­nen Nor­men ab. Gut sicht­bar wird dies bei der The­matik des Lim­it­ed Risk Dis­trib­u­tors, der, wenn er denn vor­liegt, eine Hinzurech­nungs­besteuerung in Deutsch­land zur Folge. Von einem Lim­it­ed Risk Dis­trib­u­tor wird dann aus­ge­gan­gen, wenn ein Unternehmen, z.B. auf Mal­ta, in den Genuss bes­timmter Vorteile (z.B. durch Vorar­beit oder bes­timmte Kun­denkon­tak­te) beispiel­sweise eines Mut­terkonz­erns kommt, aber die Risiken, die mit jedem Geschäftsmod­ell ver­bun­den sind, nicht tra­gen muss.

Welche Folgen hat ein Limited Risk Distributor für die Unternehmenssteuern

Wenn wir also davon aus­ge­hen, dass eine Mal­ta Lim­it­ed in den Genuss von Vorteilen eines Mut­terkonz­erns bzw. vor­ma­lig in Deutsch­land beste­hen­den Unternehmens gekom­men ist, ändern sich grundle­gende Besteuerung­sprinzip­i­en. In einem solchen Fall kann es dazu kom­men, dass das Deutsche Finan­zamt fest­stellt, dass in Mal­ta erwirtschaftete Gewinne der Hinzurech­nungs­besteuerung in Deutsch­land unter­liegen. Die Folge: Unternehmensgewinne, die die mal­te­sis­che Gesellschaft in den Fol­ge­jahren nach der Grün­dung gener­ieren kon­nte, müssen auch in Deutsch­land besteuert wer­den. Uns sind Unternehmen­skon­stel­la­tio­nen bekan­nt, in denen das Finan­zamt in Deutsch­land von 80 Mio. € erwirtschafteter Gewinne aus vier Jahren, eine Steuer­forderung in Höhe von 40. Mio. € erheben kön­nte. Die Frage ist also, welche Kri­te­rien für die Hinzurech­nungs­besteuerung auf Mal­ta herange­zo­gen wer­den?

Wie wird festgestellt, ob es sich um einen Limited Risk Distributor handelt?

Diese Frage beschäftigt nicht nur die Kan­zlei Dr. Wern­er & Part­ner, son­dern auch große inter­na­tionale Beratungs­ge­sellschaft wird Ernst & Young oder Price Water House Coop­ers. Denn bei dieser Frage kann es um viele kleine Details gehen. Wann genau wurde die Gesellschaft im Aus­land gegrün­det? Aber noch viel wichtiger ist die Frage, welche Vorteile hat sie von der Mut­terge­sellschaft bzw. vor­mals beste­hen­den Gesellschaft genossen? Wur­den beste­hende Ver­trieb­skanäle ver­wen­det? Wur­den Finanzierungsrisiken an die Mut­ter „out­ge­sourct“? Oder wurde ein Entwick­lungsvorteil, der während Beste­hen ein­er deutschen Gesellschaft entwick­elt wurde, als Grund­lage für den weit­eren Unternehmenser­folg genutzt? Im Detail han­delt es sich hier, beispiel­sweise wenn es um pro­gram­mierte Soft­ware geht, die später bei ein­er Neuen­twick­lung wiederver­wen­det wurde, um sehr tech­nis­che Fra­gen. Ein Finanzbeamter wird kaum ein­schätzen kön­nen, wie bedeut­sam ein bes­timmter Abschnitt eines Codes für eine gesamte Soft­ware ist. Aus diesem Grund sieht die steuer­liche Prax­is oft so aus, dass Unternehmen einen Gutachter beauf­tra­gen, der eine fundierte Ein­schätzung abgibt. Auf Grund­lage dieser Ein­schätzung ergibt sich die Höhe der zu entrich­t­en­den Steuern.

Die Gefahr der Steuerhinterziehung

Wer eine mal­te­sis­che Gesellschaft im Sinne des Lim­it­ed Risk Dis­trib­u­tors betreibt und etwaige Vorteile, die durch die Mut­terge­sellschaft erzielt wur­den, dieser nicht entsprechend vergütet, läuft Gefahr Tatbestände der Steuer­hin­terziehung zu erfüllen. Wird der ein­ma­lige Vorteil durch eine Ein­malzahlung vergütet, ändert sich die Sach­lage und muss neu bew­ertet wer­den.

Warum die Substanz einer Gesellschaft auf Malta so wichtig ist

Ich habe es bere­its mehrfach in unserem Blog dargestellt und komme nun auch bei der The­matik der Hinzurech­nungs­besteuerung darauf zurück: Die Rel­e­vanz der Sub­stanz der Gesellschaft auf Mal­ta. In der Recht­sprechung, die die Ausle­gung der Finanzämter in inter­na­tionalen Steuer­fra­gen zum Inhalt hat, kommt es sehr stark auf die Sub­stanz der Fir­ma auf Mal­ta an. An ihr wird bemessen, wie aktiv ein Unternehmen tat­säch­lich ist. Entsprechend hängt der Sub­stanz eines Unternehmens auf Mal­ta sehr viel ab.

Wie genau Substanz mit einer Firma auf Malta geschaffen wird

Eine immer wiederkehrende Frage, die wir klar beant­worten kön­nen: Richt­en Sie einen echt­en Geschäfts­be­trieb ein. Mieten Sie ein Büro, stellen Sie Mitar­beit­er ein und wick­eln Sie echt­es Geschäft über Mal­ta ab. Es geht hier nicht darum ein Schein zu erweck­en, der der Real­ität nicht stand­hält. Vielmehr muss Wertschöp­fung auf Mal­ta stat­tfind­en. Neue Geset­zesini­tia­tiv­en wie BEPS haben dafür gesorgt, dass Scheinkon­struk­te ohne nach­haltiges Geschäft nicht mehr funk­tion­ieren. Steuern zu sparen ist weit­er­hin möglich. Aber es bedarf einiges an Aufwand. Nur wer bere­it ist diesen zu betreiben, ist mit ein­er Fir­ma auf Mal­ta richtig bedi­ent.

Was die Kanzlei Dr. Werner & Partner daher allen rät

Wir haben bei allen Anfra­gen und Man­dan­ten daher einen klaren Beratungsansatz: Von Anfang an richtig. Was das bedeutet? Kom­men Sie nach Mal­ta. Schauen Sie sich die Insel an und stellen sich die Frage: Kann ich hier leben. Die beste Argu­men­ta­tion­s­grund­lage für eine Sub­stanz eines Unternehmens auf Mal­ta ist und bleibt die Ver­lagerung des Lebens­mit­telpunk­ts der Insel. Warum das so ist? Weil eine kün­stliche Unternehmensstruk­tur am Ende immer kün­stlich und angreif­bar bleibt. Sie kön­nen nicht sicherge­hen, ob am Ende doch eine Betrieb­sstätte in einem anderen Lang aus­gelöst wird. Eine klare Tren­nung des bish­eri­gen und aktuellen Unternehmens ist dabei weit­er­hin hil­fre­ich. Wie genau diese aussieht und sich aus­gestal­tet, ist im Einzelfall zu prüfen.

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