Fernarbeit — Vorteile und rechtlicher Rahmen

Dies sind keineswegs gewöhn­liche Zeit­en, und in solchen Zeit­en opti­mistisch zu sein, ist etwas absurd. Wie kann man opti­mistisch sein, wenn alles zusam­men­zubrechen scheint? Wenn es so aussieht, als würde sich das Prob­lem nur noch ver­schlim­mern, bevor es bess­er wird? Nun, es ist nicht leicht, und vielle­icht ist es ein­fach­er, es zu tip­pen, als es laut auszus­prechen, aber ja, die Dinge wer­den schließlich bess­er wer­den.

Wir alle haben ein arbeit­sre­ich­es Leben geführt, wir hat­ten eine Rou­tine und wir haben sie befol­gt, wir haben sie so streng befol­gt, dass sie einem Rit­u­al glich, sie definierte, wer wir sind. Doch plöt­zlich kam alles zum Still­stand, und wir haben Zeit zum Nach­denken, zum Reflek­tieren, zum Wach­sen und zur per­sön­lichen Weit­er­en­twick­lung.

Das bringt mich zu meinem Punkt: Ob wir es woll­ten oder nicht, wir mussten uns alle anpassen, und die Unternehmen mussten einen Plan zur Aufrechter­hal­tung des Geschäfts­be­triebs auf­stellen. Eine große Anzahl von Unternehmen und Regierungs­be­hör­den (wir dacht­en, wir wür­den hier nie den Tag erleben!) grif­f­en auf Fernar­beit zurück.

Die in vie­len europäis­chen Län­dern aufer­legten Beschränkun­gen bedeuteten, dass wir uns schnell anpassen mussten, auch wenn uns die Idee der Fernar­beit nicht gefiel, in eini­gen Fällen war dies die einzige Möglichkeit, ein Unternehmen am Laufen zu hal­ten. Diese schnelle Anpas­sung half uns unter anderem, Fol­gen­des zu ler­nen:

  • Eine Besprechung per Videokon­ferenz funk­tion­iert genau­so gut wie per­sön­lich;
  • Die Arbeit von zu Hause aus ist mach­bar und hat viele Vorteile, an die wir nie zuvor gedacht oder aus­pro­biert haben;
  • Wir kön­nen uns bei der Arbeit gegen­seit­ig ver­trauen, weil wir ein Team sind und uns gegen­seit­ig den Rück­en frei­hal­ten.

Die Vorteile der Fernarbeit

Man kön­nte sich fra­gen: “Sind die Vorteile der Fernar­beit nur für die Mitar­beit­er von Vorteil? Die Antwort darauf ist ein klares NEIN. Lassen Sie uns also näher auf die Vorteile einge­hen, die Arbeit­ge­ber durch die Arbeit aus der Ferne erlan­gen kön­nen:

PRODUKTIVITÄT

Eine von der Har­vard Busi­ness School durchge­führte Studie ergab, dass Mitar­beit­er, die von zu Hause aus arbeit­en, pro­duk­tiv­er sind als diejeni­gen, die in ein­er Büroumge­bung arbeit­en. Dies kön­nte auf mehrere Gründe zurück­zuführen sein, wie z.B. die Tat­sache, dass man durch die Arbeit von zu Hause aus in der Regel in ein­er ruhigeren Umge­bung arbeit­et. Die Pro­duk­tiv­itätssteigerung ist auch auf kürzere Pausen und weniger Pausen­raumge­spräche über die Geschehnisse auf Love Island oder, im Fall von Mal­ta, auf der Xara­bank zurück­zuführen!

ERGEBNISSE

Angestellte, die von zu Hause aus arbeit­en, erzie­len in der Regel bessere Ergeb­nisse als diejeni­gen, die in einem Büro arbeit­en. Dies kann darauf zurück­zuführen sein, dass das Pro­duk­tiv­ität­sniveau höher ist und es weniger Störun­gen im Büro gibt. Wenn man von allen Mitar­beit­ern ver­langt, sich an das gle­iche Arbeit­sum­feld anzu­passen, das eine Büroumge­bung mit sich bringt, wer­den nicht von jedem Mitar­beit­er die besten Ergeb­nisse erzielt.

FLEXIBILITÄT

Flex­i­bil­ität scheint die Num­mer eins auf der Liste der Mitar­beit­er zu sein, die ein anderes Stel­lenange­bot in Betra­cht ziehen kön­nen. Wenn Sie Ihren Mitar­beit­ern Flex­i­bil­ität geben, bedeutet dies, dass Sie möglicher­weise einen höheren Prozentsatz an Mitar­beit­ern hal­ten kön­nen. Ver­schiedene Stu­di­en haben gezeigt, dass Mitar­beit­er eine andere Stelle annehmen wür­den, wenn diese mehr Flex­i­bil­ität bietet.

TALENT-POOL

Die Fernar­beit ermöglicht es den Arbeit­ge­bern, den besten Kan­di­dat­en auszuwählen, da der Arbeit­ge­ber auf diese Weise nicht daran gehin­dert wird, einen Kan­di­dat­en auszuwählen, der in einem anderen Land lebt. Dies kann auch für Unternehmen hil­fre­ich sein, die Mut­ter­sprach­ler in anderen Sprachen als der des Lan­des, in dem das Unternehmen ansäs­sig ist, benöti­gen.

KOSTENREDUZIERUNG

Büroräume sind teuer, und wenn Sie Mitar­beit­er aus der Ferne arbeit­en lassen, kön­nen Sie sich entwed­er für ein kleineres Büro entschei­den oder Büroräume mieten, die von Ihren Mitar­beit­ern nicht genutzt wer­den. Man muss auch andere Aus­gaben in einem Büro wie Wass­er und Strom, Wi-Fi und Büromö­bel berück­sichti­gen.

Ist arbeiten aus der Ferne für jeden etwas?

Es kann sein, dass das Arbeit­en aus der Ferne nicht für jedes Unternehmen funk­tion­iert, und eben­so wenig für jeden Mitar­beit­er. Es gibt Men­schen, die in ein­er Büroumge­bung pro­duk­tiv­er sind, oder andere, die zu viele Ablenkun­gen haben, um von zu Hause aus zu arbeit­en.

Das Ange­bot der Fernar­beit als Option wäre die ide­ale Lösung, der Arbeit­ge­ber wird von den oben genan­nten Punk­ten prof­i­tieren, und die Arbeit­nehmer haben die Möglichkeit, sich für die Fernar­beit zu entschei­den, wenn sie glauben, dass dies auch für sie funk­tion­iert.

Rechtlicher Rahmen der Telearbeit in Malta

Nach­dem ich Sie nun davon überzeugt habe, dass Fernar­beit für viele Unternehmen der Weg nach vorn ist, werde ich Sie durch den rechtlichen Rah­men für Telear­beit in Mal­ta führen, näm­lich die nationale Telear­beit­sor­d­nung.

S.L. 452.104 definiert Telear­beit als ein Mit­tel zur Organ­i­sa­tion und/oder Durch­führung von Arbeit unter Ver­wen­dung von IT im Rah­men eines Arbeitsver­trags, bei dem die Arbeit, die in den Räum­lichkeit­en des Arbeit­ge­bers aus­ge­führt wer­den kön­nte, stattdessen regelmäßig außer­halb dieser Räum­lichkeit­en durchge­führt wird.

Die Geset­zge­bung führt die Bedin­gun­gen auf, die im Falle von Telear­beit einzuhal­ten sind, und sieht Klauseln vor, die sowohl dem Arbeit­ge­ber als auch dem Arbeit­nehmer im Falle von Telear­beit Kom­fort bieten.

Aufgeführt im Arbeitsvertrag oder in einer separaten Vereinbarung

Wenn in einem Arbeitsver­trag fest­gelegt ist, dass Telear­beit eine Bedin­gung für die Beschäf­ti­gung ist, wäre der Arbeit­nehmer nicht in der Lage, einen Antrag auf Telear­beit abzulehnen.

Anders ver­hält es sich hinge­gen, wenn die Notwendigkeit der Telear­beit im Laufe des Arbeitsver­hält­niss­es entste­ht und die Telear­beit nicht als Beschäf­ti­gungs­be­din­gung im Arbeitsver­trag aufge­führt ist.

In let­zterem Fall hätte ein Arbeit­nehmer das Recht, ein Ange­bot für Telear­beit abzulehnen, und das Gesetz macht sehr deut­lich, dass dies keinen guten und aus­re­ichen­den Grund für die Beendi­gung des Arbeitsver­hält­niss­es darstellt. Die Ablehnung eines Ange­bots für Telear­beit durch einen Arbeit­nehmer begrün­det kein Recht des Arbeit­ge­bers, die Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen des betr­e­f­fend­en Arbeit­nehmers zu ändern.

Ein Antrag auf Telear­beit kann sowohl vom Arbeit­ge­ber als auch vom Arbeit­nehmer gestellt wer­den; im Falle eines Arbeit­nehmers, der Telear­beit beantragt, gibt das Gesetz dem Arbeit­ge­ber jedoch die Möglichkeit, diesen Antrag anzunehmen oder abzulehnen.

Status des Arbeitnehmers

Wenn ein Arbeit­nehmer mit der Telear­beit begin­nt, unab­hängig davon, ob dies in seinem Arbeitsver­trag als Bedin­gung genan­nt wurde oder ob dies zu einem späteren Zeit­punkt durch eine geson­derte Vere­in­barung zwis­chen Arbeit­ge­ber und Arbeit­nehmer zus­tande gekom­men ist, unter­liegt dieser Arbeit­nehmer wed­er ein­er Änderung seines Beschäf­ti­gungssta­tus noch seinem Recht, an seinen früheren Arbeit­splatz zurück­zukehren.

Recht auf Kündigung

Sowohl der Arbeit­ge­ber als auch der Arbeit­nehmer haben das Recht, eine Telear­beitsvere­in­barung zu kündi­gen, und in diesem Fall hätte der Arbeit­nehmer das Recht, an seinen früheren Arbeit­splatz zurück­zukehren. Eben­so wie im Falle der Ablehnung eines Ange­bots für Telear­beit, würde eine Kündi­gung ein­er Telear­beitsvere­in­barung durch den Arbeit­nehmer keinen guten und aus­re­ichen­den Grund für die Beendi­gung des Arbeitsver­trags oder für Änderun­gen der Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen des Arbeit­nehmers darstellen.

Was sollte eine Vereinbarung über Telearbeit beinhalten?

Das Gesetz sieht vor, dass eine Vere­in­barung über Telear­beit in erster Lin­ie schriftlich zu erfol­gen hat. Die Vere­in­barung muss Fol­gen­des bein­hal­ten:

    1. Infor­ma­tio­nen über den Ort, an dem die Telear­beit durchge­führt wer­den soll;
    2. Klauseln über die Aus­rüs­tung, die für die Telear­beit ver­wen­det wer­den soll, ein­schließlich der Eigen­tumsver­hält­nisse, der Haf­tung, der Wartung und der Kosten;
    3. die Zeit, die am Arbeit­splatz und am Ort der Telear­beit ver­bracht wer­den soll — wenn ein Arbeit­nehmer zwis­chen Telear­beit und Arbeit von den Räum­lichkeit­en des Arbeit­ge­bers aus hin- und her­wech­seln wird;
    4. einen Zeit­plan, den der Arbeit­nehmer bei der Ausübung sein­er Pflicht­en befol­gen sollte, falls zutr­e­f­fend;
    5. eine Beschrei­bung der von dem Arbeit­nehmer auszuführen­den Arbeit;
    6. die Abteilung, der der Telear­beit­nehmer zuge­ord­net ist, und der Vorge­set­zte des Telear­beit­nehmers;
    7. falls eine Überwachung durch den Arbeit­ge­ber durchge­führt wird, sollte es Klauseln geben, die diese Überwachung regeln*;
    8. die Kündi­gung der Vere­in­barung über die Telear­beit.

In Fällen, in denen Telear­beit im Arbeitsver­trag nicht als Arbeits­be­din­gung erwäh­nt wird und daher im Laufe des Arbeitsver­hält­niss­es durchge­führt wird, sollte in die Vere­in­barung über Telear­beit ein Hin­weis auf das Recht auf Rück­gängig­machung durch jede Partei aufgenom­men wer­den, das das Recht des Telear­beit­ers ein­schließt, an seinen früheren Arbeit­splatz zurück­kehren zu kön­nen.

*Wenn eine Überwachung durch den Arbeit­ge­ber durchge­führt wer­den soll, müssen sowohl der Arbeit­nehmer als auch der Arbeit­ge­ber ein­er solchen Überwachung zus­tim­men, die in der Vere­in­barung über Telear­beit aufge­führt wer­den sollte. Der Arbeit­ge­ber muss sich­er­stellen, dass das Überwachungssys­tem in einem angemesse­nen Ver­hält­nis zum Ziel ste­ht, wobei zu berück­sichti­gen ist, dass die Überwachung in Übere­in­stim­mung mit der Richtlin­ie des Rates über die Min­destvorschriften für Sicher­heit und Gesund­heitss­chutz bei der Arbeit an Bild­schir­mgeräten einge­führt wer­den muss.

Keine Diskriminierung zwischen Arbeitnehmern

Arbeit­nehmer, die Telear­beit leis­ten, genießen weit­er­hin alle Rechte, die im Gesetz über Beschäf­ti­gung und Arbeits­beziehun­gen, in allen im Rah­men dieses Geset­zes erlasse­nen Vorschriften, in Einzelvere­in­barun­gen oder in gel­tenden Tar­ifverträ­gen genan­nt wer­den, wie die anderen Arbeit­nehmer in den Räum­lichkeit­en des Arbeit­ge­bers.

Was die Aus- und Weit­er­bil­dung bet­rifft, so hat ein Telear­beit­nehmer die gle­ichen Zugangsrechte, um an allen Aus- und Weit­er­bil­dungskursen, die vom Arbeit­ge­ber ange­boten wer­den, teilzunehmen.

Der Geset­zge­ber sieht vor, dass es keine Unter­schei­dung zwis­chen der Arbeits­be­las­tung und den Leis­tungs­stan­dards von Arbeit­nehmern, die in den Räum­lichkeit­en des Arbeit­ge­bers und des Telear­beit­ers arbeit­en, geben darf.

Damit wird das Bemühen des Geset­zge­bers dargestellt, sicherzustellen, dass es kein­er­lei Diskri­m­inierung zwis­chen einem Telear­beit­er und einem Arbeit­nehmer, der in den Räum­lichkeit­en des Arbeit­ge­bers arbeit­et, gibt.

Ausstattung

In den meis­ten Fällen ist der Arbeit­ge­ber der­jenige, der die für die ord­nungs­gemäße Durch­führung der Telear­beit erforder­liche Aus­rüs­tung bere­it­stellt, instal­liert und wartet. Der Arbeit­ge­ber und der Arbeit­nehmer kön­nen jedoch in der Vere­in­barung über Telear­beit vere­in­baren, dass diese Aus­rüs­tung vom Arbeit­nehmer selb­st bere­it­gestellt wer­den soll. Wenn die Vere­in­barung über Telear­beit in dieser Hin­sicht stillschweigend ist, dann gilt die Rechtsver­mu­tung, dass die Aus­rüs­tung vom Arbeit­ge­ber zu liefern ist.

Schlussfolgerung

Das Arbeit­en aus der Ferne wird von Jahr zu Jahr beliebter, aber ich glaube, dass nach diesem Jahr die Zahl der Mitar­beit­er aus der Ferne drastisch ansteigen wird.

Man sollte beacht­en, dass Telear­beit sowohl für den Arbeit­ge­ber als auch für den Arbeit­nehmer von Vorteil sein sollte. In diesem Sinne wird der Arbeit­ge­ber seine Befug­nisse nicht miss­brauchen, um zwis­chen Arbeit­nehmern zu unter­schei­den, und der Arbeit­nehmer wird sein­er­seits alles tun, um pro­duk­tiv zu sein und die erwarteten Ergeb­nisse zu erzie­len.

Hal­ten Sie durch & bleiben Sie gesund!

Haben Sie in Tech­nolo­gien investiert, die es Ihren Mitar­beit­ern ermöglichen, zwis­chen dem 1. und 30. März 2020 Telear­beit zu leis­ten? Bitte kon­tak­tieren Sie uns, wenn Sie Unter­stützung bei der Beantra­gung von Zuschüssen benöti­gen.

Haf­tungsauss­chluss*

Der oben erwäh­nte Artikel basiert lediglich auf ein­er unab­hängi­gen Unter­suchung von Dr. Wern­er und Part­ner und kann keine Form der Rechts­ber­atung darstellen. Wenn Sie sich mit einem unser­er Vertreter tre­f­fen möcht­en, um weit­ere Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, kon­tak­tieren Sie uns bitte für einen Ter­min.

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