Krypto Exchange — Teil 3 — Bestehende Exchanges in Malta

Im zweit­en Teil unser­er dre­it­eili­gen Serie zu Kryp­to-Exchanges haben wir die zen­tralen Her­aus­forderun­gen und Prob­leme beschrieben, mit denen die Tauschbörsen aktuell zu kämpfen haben. Anschließend haben wir die „Blockchain Island“ Mal­ta als attrak­tiv­en Stan­dort beschrieben, in dem Kryp­to-Exchanges mit offe­nen Armen emp­fan­gen wer­den und von klaren rechtlichen Rah­menbe­din­gun­gen und der Möglichkeit des Erhalts ein­er offiziellen Lizenz prof­i­tieren.

Im drit­ten und let­zten Teil der Serie sehen wir uns an, welche Exchanges sich bere­its auf Mal­ta ange­siedelt und niederge­lassen haben – darunter Branchen­größen wie Binance und OKEx – und welch­es Ser­vi­ce­port­fo­lio sie ihren Kun­den bieten. Zum Abschluss wer­fen wir einen Aus­blick in die Zukun­ft und betra­cht­en, welche Rolle Kryp­to-Exchanges in Zukun­ft spie­len wer­den.

Bestehende Exchanges auf Malta und deren Angebotsportfolio?

Auf­grund der inno­v­a­tiv­en und zukun­ftsweisenden rechtlichen Regelun­gen ins­beson­dere für Exchanges haben sich bere­its einige der größten Namen der Branche für eine Nieder­las­sung in Mal­ta entsch­ieden. Darunter etwa Binance – die nach Han­delsvol­u­men größte Exchange-Plat­tform – als auch OKEx oder Bit­Bay.

Binance wurde 2017 vom erfahre­nen chi­ne­sis­chen Entwick­ler Chang­peng Zhao gegrün­det und zog von Chi­na zunächst nach Japan, um dem Kryp­to-Ban der chi­ne­sis­chen Regierung zu entkom­men. Inner­halb kürzester Zeit kon­nte man viele Nutzer und Inve­storen gewin­nen, sodass die Plat­tform im Feb­ru­ar 2018 mit ein­er Mark­tkap­i­tal­isierung von 1.3 Mil­liar­den USD zum größten Kryp­towährungs-Exchange avancierte. Umso mehr sorgte Binance für Schlagzeilen, als man im März 2018 ankündigte, eine Nieder­las­sung auf Mal­ta zu etablieren, nach­dem auch Japan stren­gere Geset­ze im Bere­ich Kryp­towährun­gen angekündigt hat­te. In seinem Ange­bot­sport­fo­lio hat Binance momen­tan mehr als 90 Kryp­towährun­gen aufgenom­men.

OKEx ist ein weit­er­er großer Kryp­towährungs-Exchange, der kurz nach Binance im April 2018 eben­falls bekan­nt­gab, nach Mal­ta ziehen zu wollen. Das 2017 in Hong Kong gegrün­dete Unternehmen ste­ht aktuell unter der Leitung von Andy Che­ung. Im August 2018 war OKEx laut Coin­Mar­ket­Cap der zweit­größte Kryp­to-Exchange gemessen am Han­delsvol­u­men und bedi­en­ten Märk­ten. Bemerkenswert an OKEx ist, dass man neben Kryp­towährungspaaren auch mit Futures han­deln kann. Der Funk­tion­sum­fang weist etwa auch Fiat Trad­ing, also das Traden von Kryp­towährun­gen gegen Fiat-Währun­gen auf, sowie das soge­nan­nte Mar­gin Trad­ing, bei dem man Kap­i­tal vom Exchange lei­hen und somit mit Hebel­wirkung han­deln kann. Das Mar­gin Trad­ing ist mit mehr als 100 Kryp­towährun­gen möglich.  Außer­dem ver­fügt OKEx über BTC-, ETH- and EOS-Futures, die von echt­en Gütern gestützt sind. Ins­ge­samt gibt es aktuell 508 Märk­te und Kryp­towährun­gen, auf denen bzw. die gehan­delt wer­den kön­nen.

Bit­Bay ist ein 2017 ursprünglich in Polen gegrün­de­ter Kryp­towährungs-Exchange, der im Mai 2018 per Presseaussendung ankündigte, seinen Betrieb in Polen einzustellen und anstatt auf die Blockchain Insel Mal­ta zu ziehen. Auch hier gab neben dem Prob­lem, Unter­stützung von pol­nis­chen Banken zu erhal­ten, die tech­nolo­gie- und inno­va­tions­fre­undliche Ein­stel­lung der mal­te­sis­chen Regierung den Auss­chlag. Zwar ist die Auswahl etwas geringer als bei Binance und OKEx, aber es sind doch 62 Kryp­towährun­gen.

In den let­zten Monat­en hat sich abgeze­ich­net, dass viele weit­ere Exchanges dem Vor­bild von Binance und OKEx fol­gen wer­den. So hat der zu den 5 größten Kryp­to-Exchanges der Welt zäh­lende Anbi­eter zb.com im August ver­laut­bart, eben­falls bald einen Exchange in Mal­ta grün­den zu wollen. Damit würde man in den europäis­chen Markt ein­treten und zunächst Transak­tio­nen zwis­chen Kryp­towährun­gen, mit­tel­fristig aber auch Aus­tauschmöglichkeit­en für Kryp­to-gegen-Fiat anbi­eten.

Schließlich ist auch der ursprünglich amerikanis­che Kryp­to-Exchange Bit­trex mit­tler­weile seit Okto­ber auf der son­ni­gen Blockchain Island mit einem eige­nen Exchange vertreten. Außer­dem plant das Unternehmen sich inner­halb der näch­sten 12 Monate auch bei der Mal­ta Finan­cial Ser­vices Author­i­ty um die Zulas­sung als lizen­ziert­er Vir­tu­al Finan­cial Assets Exchange zu bewer­ben.

OKEx als „Exchange of The Year” ausgezeichnet

Das Engage­ment der mal­te­sis­chen Regierung um die Ansied­lung von Unternehmen im Blockchain-Bere­ich zeigt sich auch in der Ver­anstal­tung und Co-Organ­i­sa­tion von Kon­feren­zen wie dem Mal­ta Blockchain Sum­mit. Anlässlich der Kon­ferenz, die vom 1.–2. Novem­ber in St. Julian’s stat­tfand, wurde auch der „Exchange of the Year“ gekürt.

Mit dem Award wollte man all jenen Per­sön­lichkeit­en, Führungskräften, Unternehmen und Experten eine Anerken­nung zollen, die mit ihrem außeror­dentlichen Engage­ment und Ein­satz einen aktiv­en Beitrag dazu geleis­tet haben, dass sich Mal­ta als attrak­tiv­er Stan­dort für Blockchain-Unternehmen aus aller Welt etablieren kon­nte. Außer­dem soll­ten beson­ders Anstren­gun­gen um die For­ten­twick­lung und Verbesserung von Kun­den­er­leb­nis und Benutzer­fre­undlichkeit von Exchanges gewürdigt wer­den.

Da Binance Branchen­primus ist und der erste große Exchange war, der einen Umzug nach Mal­ta bekan­nt­gab, gin­gen wahrschein­lich die meis­ten davon aus, dass Binance das Ren­nen machen würde. Es kam allerd­ings anders. Eine hochkarätige, inter­na­tionale Jury aus 32 Kryp­to- und Blockchain-Experten kam nach umfan­gre­ich­er Analyse zahlre­ich­er Kri­te­rien zu dem Ergeb­nis, dass OKEx der beste Exchange des Jahres ist und dafür prämiert wer­den sollte. Am Rande der Ver­lei­hung sprach auch Joseph Porteli, Vor­sitzen­der des Mal­ta Stock Exchange, über ein gemein­sam mit OKEx geplantes Pro­jekt zur Entwick­lung eines Secu­ri­ty Token Exchanges in Mal­ta.

Bedeutung von Exchanges in der Zukunft

Die Rolle von Exchanges für die Zukun­ft von Kryp­towährun­gen und Blockchain ist nicht zu über­schätzen. Umso mehr sich Ini­tial Coin Offer­ings und Secu­ri­ty Token Offer­ings ver­bre­it­en, als auch umso mehr Indi­viduen und Organ­i­sa­tio­nen zu Inve­storen in Kryp­towährun­gen wer­den, desto wichtiger wird der effiziente, gün­stige und sofor­tige Aus­tausch dieser Kryp­towährun­gen wer­den. Da auch die Anzahl an han­del­baren Kryp­towährun­gen ständig zunimmt und eine Zukun­ft abse­hbar ist, in der Kryp­towährun­gen den gewöhn­lichen Fiat-Währun­gen eben­bür­tig wer­den, sind Kryp­to-Exchanges prädes­tiniert, zu den gefragten Han­del­splätzen von mor­gen zu wer­den.

Durch den aktuellen Trend zur ver­mehrten Abhal­tung von Secu­ri­ty Token Offer­ings, also der Aus­gabe von aktienähn­lichen, ver­brieften Token wer­den neben gewöhn­lichen Kryp­to-Exchanges in Zukun­ft auch immer mehr Secu­ri­ty Token Exchanges entste­hen. Das zeigt auch das erwäh­nte Pilot­pro­jekt zwis­chen OKEx und dem Mal­ta Stock Exchange mit dem Ziel der Errich­tung eines solchen Exchanges.

Die dynamis­che Entwick­lung in diesem Sek­tor, die sich ger­ade in Mal­ta als attrak­tivstem Stan­dort für Kryp­to-Exchanges abze­ich­net, ist sehr zu begrüßen. Somit entste­ht auch ein gesun­der Wet­tbe­werb unter Anbi­etern, der für Kun­den zu attrak­tiv­en und benutzer­fre­undlichen Ange­boten führt, während unter dem wach­samen Auge der Mal­ta Finan­cial Ser­vices Author­i­ty als Reg­ulierungs­be­hörde für eine geset­zeskon­forme und sichere Han­del­sumge­bung gesorgt wird.

About Dr. Jörg Werner

Dr. jur. Jörg Wern­er, born 27 May 1971, attend­ed the law school of the Uni­ver­si­ty of Leipzig and passed his first state exam­i­na­tion in the State of Sax­ony in 1996. After suc­cess­ful­ly com­plet­ing his manda­to­ry legal intern­ship, he suc­cess­ful­ly passed the sec­ond state exam­i­na­tion of the State of Sax­ony-Anhalt in 1998 and was admit­ted to the bar and began to prac­tice as a Ger­man attor­ney (Recht­san­walt) before the court of Magde­burg the same year. He worked as an attor­ney at the Law Offices of Prof. Dr. Fre­und & Kol­le­gen until he formed the firm of Wrede & Wern­er. He was also admit­ted to prac­tice before the Supe­ri­or Court of Naum­burg. In 2001, he moved the firm’s offices to Cen­tral Berlin, where he was admit­ted to prac­tice before the Courts of Berlin. Dr. jur. Jörg Wern­er then com­plet­ed his doc­tor­al stud­ies at the Uni­ver­si­ty of Ham­burg and grad­u­at­ed as a Dok­tor der Rechtswis­senschaften (Doc­tor of Laws).

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