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Maltas Börsenchef will Malta als Epizentrum des Security Token Financing.

Die Blockchain Island Malta ist weltweit für die Vorreiterrolle seiner Regierung in Sachen DLT-Technologie, aber auch als Standort von Krypto-Exchanges wie Binance und OkEX bekannt. Nun rüstet man sich hier dafür, sich als geeignetes Domizil für Security Token und Security Token-Finanzierung zu präsentieren.

Vorangetrieben werden diese Bemühungen vor allem durch den Malta Stock Exchange – Maltas Börse – unter ihrem erfahrenen und international respektierten Vorsitzenden Joseph Portelli. Bei einer umfangreichen Roadshow, die Portelli und sein Team unter anderem nach New York, London und Tel Aviv führt, wirbt er heftig um diesen spannenden Zukunftsmarkt.

Besonders sicher zeigt sich Portelli von der Zukunft Maltas als Standort von Security Token Exchanges. Er prophezeit den Teilnehmern der Roadshow, dass Malta Ende 2020 die höchste Dichte aller Security Token Exchanges weltweit haben werde – selbst vor jener der USA.

Natürlich soll auch Maltas bestehende Positionierung als Blockchain Island helfen, diese Vision zu realisieren. Portelli zählt in einem im Rahmen des Southern EU Summit durchgeführten Interviews gleich mehrere Vorzüge der Blockchain-Technologie und Security Token auf. Zum einen erwähnt er „Proxy-Voting“, also die Stimmrechtsausübung der Inhaber einer Security. Mittels Smart Contracts können Token-Inhaber ihre Stimmen bezüglich konkreter Entscheidungsfindungen besonders leicht abgeben. Hier würde die Blockchain einen bisher aufwändigen und kostspieligen Prozess dramatisch vereinfachen.

Security Token als Paradigmenwechsel am Finanzmarkt

Den wahrscheinlich größten Effekt haben die Blockchain-Technologie und Security Token allerdings auf die Finanzierung von KMU. Denn, so Portelli, nun müssten Unternehmen, die eine bestimmte Menge an Assets aufbringen wollen, nicht mehr einen kostspieligen Regulierungsprozess durchlaufen. Blockchain-basierte Smart Contracts – in Code programmierte Anweisungen – machen in vielen Fällen das Eliminieren von Mittelsmännern und somit Kostensenkungen möglich.

Portelli beschreibt, dass es sich dabei allerdings nicht, wie von vielen Seiten kolportiert, um eine Revolution am Finanzsektor, sondern um eine Weiterentwicklung dessen handele. Es gäbe einen Paradigmenwechsel von einem Extrem zum anderen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) könnten am meisten von dieser Entwicklung profitieren, weil durch die Kostensenkung der Zugang zu und das Notieren auf Aktienmärkten leistbar bewerten könnte, so schildert der Vorsitzende des Malta Stock Exchange.

Selbst wer beispielsweise nur geringe Kapitalbeträge am AIM – dem Londoner Aktienmarkt für KMU – einsammeln möchte, sieht sich bereits mit Kosten für Underwriter, Regulator, Anwälte und Buchhalter konfrontiert, die mehr als eine Million Euro überschreiten können.

Der Malta Stock Exchange bietet KMU bereits jetzt die Möglichkeit, mittels Security Token ganz kostengünstig Kapital einzusammeln und ein Listing zu erhalten. Hierfür wird eine Plattform für KMU-Finanzierung entwickelt, bei der man sich am britischen Modell des AIM und der Methodologie von NOMAD (nominated investor) orientiert. Grund hierfür sei die Sicherstellung der Einhaltung der bestehenden Regelungen für Governance, Risiko und Compliance.

Mit dieser Plattform könne sich der Malta Stock Exchange womöglich bereits innerhalb des nächsten Jahres als weltweit führende Börse für KMU-Finanzierung etablieren.

MFSA & AIFU publizieren Guidance Document für Kapitalgeber von Fintech-Unternehmen

Malta gilt dank seines seit jeher weltbekannten Finanzsektors, seine technologiefreundliche Gesetzgebung und nunmehr als Blockchain Island als beliebter Standort vieler FinTech-Unternehmen.

Ein großes Problem, mit dem Fintech-Startups bisher dennoch zu kämpfen hatten, war es vom klassischen Finanzgewerbe Kapital zu bekommen. Weil dies zu einer Schwachstelle bzw. Hindernis für die ganze Branche und letztendlich sogar den Wirtschaftsstandort Malta werden könnte, haben nun die Financial Intelligence Analysis Unit (FIAU) und die Malta Financial Services Authority (MFSA) gemeinsam ein Guidance Document herausgegeben, welches sich an Unternehmen richtet, die FinTech-Unternehmen als Kunden haben. Dies sind vor allem Zahlungsinstitutionen, Kreditinstitutionen und elektronische Zahlungsanbieter.

Ziel des Dokuments ist es, besagte Unternehmen bei der Einführung bestimmter Verfahren, Richtlinien und Prozesse zu unterstützen, mit denen Risikoeinschätzung oder auch weitere Aspekte dieser FinTech-Unternehmen besser analysiert werden können. Auch sollen vor allem von der FIAU-forcierte Empfehlungen zur Verhinderung von Unterstützung der Maßnahmen der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung damit noch stärker und methodischer eingehalten werden.

Hiermit wird auf Kryptowährungen verbundenen Risiken eingegangen, vor denen der Internationale Währungsfonds im Rahmen von Gesprächen mit der maltesischen Regierung gewarnt hatte.

Die zuständigen Verfasser betonen, dass das Dokument dabei helfen solle, Finanzierungen für FinTech Unternehmen besser zugänglich zu machen während sichergestellt werde, dass die strengsten Auflagen und Sicherheitsrichtlinien zur Unternehmensfinanzierung jederzeit eingehalten werden.

Gerade Banken könnten in Zukunft besser auf Finanzbedürfnisse von Unternehmen eingehen, da – so die Verfasser – ein unterstützendes und flexibles Banken-Modell für den Erfolg des Finanzzentrum Malta essenziell seien.

Malta bringt Mietverträge auf die Blockchain

Angesichts eines Baubooms, steten Bevölkerungswachstums und rasch steigender Mietpreise war in Malta von vielen Seiten eine Mietrechtsreform dringend gefordert worden. Nunmehr hat die maltesische Regierung unter Premier-Minister Joseph Muscat eine umfangreiche Reformierung der geltenden Bestimmungen beschlossen, die mit Jahreswechsel in Kraft treten wird. Unter den Neuerungen ist auch eine Nutzung von Blockchain-Technologie enthalten.

Denn ab dem 1. Jänner 2020 müssen in Malta alle Mietverträge registriert und auf der Blockchain gespeichert werden. Damit wird gewährleistet, dass Mietverträge in einer sicheren Umgebung gespeichert werden und keine falschen Einträge registriert werden können. Vor allem soll damit allerdings dem existenten Schwarzmarkt einen Riegel vorschieben. Letztendlich dient das Mietvertragsregister, dass von der Housing Authority verwaltet wird, dem Schutz von Vermietern und Mietern gleichermaßen.

Einmal mehr zeigt die maltesische Regierung damit, dass man sich als Blockchain Island nicht nur um die Ansiedlung innovativen Unternehmen aus aller Welt bemüht, die DLT-Technologie nutzen. Nein, man geht auch selbst mit gutem Beispiel voran, und sucht laufend nach neuen und besseren Möglichkeiten, um in administrativen und behördlichen Angelegenheiten von den technischen Möglichkeiten der Blockchain-Technologie zu profitieren.

Diese Maßnahme folgt weiteren Initiativen der maltesischen Behörden. Wie wir berichtet haben, hat man etwa zu Beginn dieses Jahres bekannt gegeben, dass zur Vermeidung von falschen Angaben und zur besseren Nachvollziehbarkeit alle von maltesischen Hochschulen vergebenen Abschlüsse zukünftig über die Blockchain ausgegeben werden.

 

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