Vorbereitung auf ein ICO in Malta

Nach­dem Mal­ta als Stan­dort für die Durch­führung eines ICO gewählt wurde (in Anbe­tra­cht der mit dieser Juris­dik­tion ver­bun­de­nen reg­u­la­torischen Vorteile sowie den hier zahlre­ich vorhan­de­nen hochqual­i­fizierten Arbeit­skräften mit exzel­len­ten Englisch-Ken­nt­nis­sen), müssen sich die ICO-Unternehmen darüber im Klaren sein, dass es eine Rei­he von Über­legun­gen gibt, die berück­sichtigt wer­den müssen, bevor es zum tat­säch­lichen öffentlichen Ange­bot des Kryp­to-Assets kom­men kann.

Diese beziehen sich haupt­säch­lich auf den reg­u­la­torischen Aspekt von ICOs. Hier hat sich Mal­ta dafür entsch­ieden, eine Vor­re­it­er­rolle einzunehmen und ist mit­tler­weile zum Vor­bild viel­er Län­der avanciert, in denen ICOs noch nicht reg­uliert wer­den.    .

Funktionäre eines ICO

In erster Lin­ie sind Emit­ten­ten von ICOs verpflichtet, gemäß mal­te­sis­chem Recht einen VFA-Agen­ten zu benen­nen, der das ICO in Bezug auf seine Ver­ant­wortlichkeit­en und Verpflich­tun­gen zur Sich­er­stel­lung der Ein­hal­tung des Geset­zes leit­et und als Ver­mit­tler zwis­chen dem ICO selb­st und der zuständi­gen Behörde, in diesem Fall der Mal­ta Finan­cial Ser­vice Author­i­ty (MFSA).

Das ICO benötigt den VFA-Agen­ten, um die Reg­istrierung des Whitepa­pers zu unter­stützen, das ICO in allen Fra­gen im Zusam­men­hang mit dem Prozess der Lis­tung des Kryp­to-Assets zum Han­del zu berat­en und bei den laufend­en reg­u­la­torischen Verpflich­tun­gen zu unter­stützen, die ICOs während ihres Betriebs zu erfüllen haben.

Wenn das ICO über ein Inno­v­a­tive Tech­nol­o­gy Arrange­ment (ITA) ver­fügt (ein­schließlich Smart Con­tracts), muss das ICO einen Sys­tem-Audi­tor ernen­nen, der das ITA sowie die Cyber­se­cu­ri­ty-Vere­in­barun­gen des ICO über­prüft und audi­tiert.

Vor Beginn der ICO muss der Sys­tem Audi­tor einen Bericht erstellen, der die Über­prü­fung aller Aspek­te der ITA abdeckt und bescheini­gen muss, dass nichts in der ITA das Recht auf ein­seit­ige Mod­i­fika­tion, Änderung oder Ver­nich­tung enthält, ohne eine Spur von der ITA oder dem beteiligten Smart Con­tract zu hin­ter­lassen.

Sobald das ICO in Betrieb ist, müsste der Sys­tem­rech­nung­sprüfer dann jährlich einen Bericht über die Sys­tem­prü­fung der Ein­hal­tung der von der Mal­ta Dig­i­tal Inno­va­tion Author­i­ty (MDIA) fest­gelegten qual­i­ta­tiv­en Nor­men und Leitlin­ien erstellen, die natür­lich für die Art des betr­e­f­fend­en ITA gel­ten.

Das ICO müsste einen Treuhän­der (Cus­to­di­an) ernen­nen, der ide­al­er­weise ein unab­hängiger Drit­ter sein sollte, um die Ver­mö­genswerte des ICO sowie die Mit­tel der Anleger zu ver­wahren. Han­delt es sich bei den betr­e­f­fend­en Fonds um Kryp­to-Währun­gen, so muss ein solch­er Treuhän­der nach dem VFA-Gesetz und den Vorschriften zur Durch­führung von Dien­stleis­tun­gen zuge­lassen sein.

Han­delt es sich bei den betr­e­f­fend­en Fonds um Fiat, so kann alter­na­tiv eine zen­trale Bank, ein zuge­lassenes Bank­in­sti­tut in der EU oder einem Drit­t­land, ein Geld­mark­t­fonds, ein zuge­lassenes E-Geldin­sti­tut oder ein zuge­lassenes Zahlungsin­sti­tut als Treuhän­der auftreten.

Die Rolle des Treuhän­ders kön­nte auch durch den Ein­satz eines ITA (Smart Con­tract) wahrgenom­men wer­den, das von einem Sys­tem Audi­tor zer­ti­fiziert wer­den muss.

Ein Audi­tor muss eben­falls vom ICO ernan­nt wer­den und erstellt für jeden Jahresab­schlußzeitraum ein Man­age­ment Let­ter in Übere­in­stim­mung mit den Inter­na­tionalen Prü­fungs­stan­dards.

Schließlich muss das ICO einen Mon­ey Laun­der­ing Report­ing Offi­cer (MLRO) ernen­nen und jed­erzeit über einen solchen ver­fü­gen. Diese Rolle darf nicht auf die leichte Schul­ter genom­men wer­den, und der Einzelne, der eine solche Rolle übern­immt, muss einen guten Ruf haben, kom­pe­tent und finanziell gebildet sein und auch einen von der MFSA genehmigten Kurs absolvieren und anschließend an einem oblig­a­torischen Inter­view mit der MFSA teil­nehmen, um als geeignet für diese Rolle ange­se­hen zu wer­den.

Verwaltungsrat

Das ICO muss über einen Ver­wal­tungsrat (Board of Admin­is­tra­tors, BOA) ver­fü­gen, der sich aus zwei oder mehr Per­so­n­en zusam­menset­zen muss, die das Vier-Augen-Prinzip respek­tieren. Diese Per­so­n­en müssen der MFSA nach­weisen, dass sie über die erforder­lichen Ken­nt­nisse und das Ver­ständ­nis der Geschäft­stätigkeit der ICO ver­fü­gen, damit sie die Geschäfte der ICO leit­en kön­nen. Das BOA ist auch verpflichtet, sicherzustellen, dass das ICO die für sie gel­tenden Regeln, Vorschriften und Richtlin­ien ein­hält, und ist verpflichtet, eine Prü­fung auf Eig­nung und Tauglichkeit durchzuführen, der ihre Kom­pe­tenz, Zahlungs­fähigkeit und Integrität gegenüber der MFSA nach­weisen muss.

Whitepaper

Wie bei nicht reg­ulierten ICOs müssen ICOs, die in Mal­ta reg­uliert sind, ein Whitepa­per erstellen, wobei dieses Whitepa­per zehn Arbeit­stage vor sein­er Pub­lika­tion an die MFSA zu senden ist und von den Mit­gliedern des Ver­wal­tungsrats (BOA), die die ICO vertreten, sowie dem VFA-Agen­ten unterze­ich­net wer­den muss. Ein solch­es Whitepa­per muss:

  • Datiert sein;
  • alle Infor­ma­tio­nen enthal­ten, die im ersten Anhang zum Vir­tu­al Finan­cial Assets Act (VFA-Act) aufge­führt sind, und;
  • muss eine Erk­lärung des Vor­stands des betr­e­f­fend­en ICO bein­hal­ten, in der bestätigt wird, dass das Whitepa­per den Anforderun­gen von Artikel 3 und Artikel 4 VFA-Gesetz entspricht.

Wenn das ICO einen Smart Con­tract ein­set­zt, sind die Ele­mente des Whitepa­pers inner­halb des jew­eili­gen Smart Con­tract zu pro­gram­mieren, wobei dies für Funk­tio­nen wie Über­tra­gungs­beschränkun­gen, Soft Cap und Hard Cap, Rück­er­stat­tungsmech­a­nis­men, Stre­it­bei­le­gung, Token-Ver­nich­tung­spro­tokolle usw. gilt.

Konformitätszertifikat & AML/CFT-Bericht

Das ICO muss jährlich und von seinem VFA-Agen­ten über­prüft ein Kon­for­mität­sz­er­ti­fikat (Com­pli­ance Cer­tifi­cate) ausstellen, das der MFSA vorzule­gen ist. Um ein­er solchen Anforderung gerecht zu wer­den, müssen die ICOs daher sich­er­stellen, dass sie:

  • Alle lokalen AML/CFT-Anforderun­gen erfüllen und über geeignete Sys­teme ver­fü­gen, um verdächtige Transak­tio­nen zu iden­ti­fizieren und Berichte über verdächtige Transak­tio­nen erstellen;
  • von ihrem Sys­tem Audi­tor die Bestä­ti­gung ein­holen, dass ihr ITA den qual­i­ta­tiv­en Stan­dards und Richtlin­ien des MDIA entspricht.;
  • Sich­er­stellen, dass sie eine Prü­fung auf Eig­nung und Tauglichkeit beste­hen, die von ihrem VFA-Agen­ten bestätigt wurde;
  • Ein­hol­ung ein­er Stel­lung­nahme des ICO-Ver­wal­tungsrates, ob das ICO gegen Bes­tim­mungen des VFA-Geset­zes, der Verord­nun­gen oder der Regeln ver­stoßen hat oder aktuell ver­stößt.

Das ICO muss auch einen unab­hängi­gen Audi­tor beauf­tra­gen, jährlich einen AML/CFT-Bericht zu erstellen. Um eine solche Anforderung zu erfüllen, muss das ICO sich­er­stellen, dass:

  • Die AML/CFT/KYC-Sys­teme, die das ICO vorgibt, im Ein­satz zu haben, tat­säch­lich vorhan­den sind;
  • Der unab­hängige Audi­tor die Funk­tion­sweise des ICO hin­sichtlich der Aspek­te AML/CFT über­prüft hat.

Richtlinien und Verfahren

Um den jew­eili­gen Verord­nun­gen und Regeln, die die ICOs in Mal­ta regeln, gerecht zu wer­den, müssen die ICOs eine Rei­he von Richtlin­ien und Ver­fahren ausar­beit­en, die es ihnen ermöglichen, viele der Aspek­te zu for­mal­isieren, die bei ihrer Tätigkeit in einem reg­u­la­torischen Umfeld, das den Bedürfnis­sen der Anleger gerecht wird, berück­sichtigt wer­den müssen.. Ohne ins Detail zu gehen, was in solchen Richtlin­ien und Ver­fahren enthal­ten sein sollte (aber kon­tak­tieren Sie uns bitte, wenn Sie dies wün­schen), müssen die ICOs Richtlin­ien in Bezug auf eine Rei­he von Fak­toren ausar­beit­en, ein­schließlich, aber nicht beschränkt auf Buch­führungOffenlegung(spflichten)Ver­hal­tenskodexAsset Con­trolCyber Secu­ri­ty, und IT-Infra­struk­tur.

Zögern Sie nicht, sich noch heute mit uns in Verbindung zu set­zen, um eine Beratung zu erhal­ten, wenn Sie an der Grün­dung eines ICO in Mal­ta inter­essiert sind und den weit­eren Weg zur Erre­ichung dieses Ziels besprechen möcht­en.

Haf­tungsauss­chluss: Der oben genan­nte Artikel basiert lediglich auf unab­hängi­gen Unter­suchun­gen von Dr. Wern­er und Part­ner und kann keine Rechts­ber­atung darstellen. Wenn Sie sich mit einem unser­er Vertreter tre­f­fen möcht­en, um weit­ere Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, kon­tak­tieren Sie uns bitte, um einen Ter­min zu vere­in­baren.

About Dr. Jörg Werner

Dr. jur. Jörg Wern­er, born 27 May 1971, attend­ed the law school of the Uni­ver­si­ty of Leipzig and passed his first state exam­i­na­tion in the State of Sax­ony in 1996. After suc­cess­ful­ly com­plet­ing his manda­to­ry legal intern­ship, he suc­cess­ful­ly passed the sec­ond state exam­i­na­tion of the State of Sax­ony-Anhalt in 1998 and was admit­ted to the bar and began to prac­tice as a Ger­man attor­ney (Recht­san­walt) before the court of Magde­burg the same year. He worked as an attor­ney at the Law Offices of Prof. Dr. Fre­und & Kol­le­gen until he formed the firm of Wrede & Wern­er. He was also admit­ted to prac­tice before the Supe­ri­or Court of Naum­burg. In 2001, he moved the firm’s offices to Cen­tral Berlin, where he was admit­ted to prac­tice before the Courts of Berlin. Dr. jur. Jörg Wern­er then com­plet­ed his doc­tor­al stud­ies at the Uni­ver­si­ty of Ham­burg and grad­u­at­ed as a Dok­tor der Rechtswis­senschaften (Doc­tor of Laws).

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