Die Wegzugsbesteuerung im Falle einer Malta Limited

Wer sich dazu entschließt eine Gesellschaft auf Mal­ta zu grün­den, besitzt in der Regel bere­its in Unternehmen. Wenn dieses Unternehmen seinen bish­eri­gen Sitz in Deutsch­land hat­te und etwa als GmbH, AG oder auch Einzelfir­ma fir­miert hat, existieren es wichtige steuer­liche Aspek­te, die Ihnen viele Grün­dungsagen­turen ver­schweigen.

Warum Unternehmer nach Malta ziehen

Mal­ta, was macht dieses Land so attrak­tiv für Unternehmen? Die Antwort lässt sich nicht in einem Satz beant­worten. Als aller erstes ist vielle­icht das Kli­ma zu nen­nen. Während der Herb­st und der Früh­ling in Deutsch­land oft noch grau und ver­reg­net ist, kann man auf Mal­ta schon am Strand liegen und das mediter­rane Kli­ma genießen. Dank der EU und der damit ver­bun­de­nen Freizügigkeit kann ich als Unternehmer grund­sät­zlich selb­st entschei­den, in welchen Mit­gliedsstaat ich wirtschaftlich aktiv sein möchte. Wenn ich auf­grund mein­er Kun­den­ba­sis oder all­ge­meinen Art der Tätigkeit nicht auf ein Land beschränkt bin, kann ich also dor­thin ziehen, wo es mir am besten gefällt. Und Mal­ta punk­tet beson­ders bei aus­ländis­chen „Pro­fes­sion­als“. Im let­zten Jahr nimmt das The­ma Kryp­towährung und eine entsprechende Reg­ulierung auf Mal­ta beson­ders Fahrt auf und große Unternehmen aus der Kryp­to­branche siedeln sich auf Mal­ta an.
Außer­dem lebt man im Mal­ta fast immer nur wenige Minuten vom Meer ent­fer­nt. Man hat eine hohe Leben­squal­ität, und auch wenn noch lange nicht alles per­fekt auf der Insel läuft, gibt es eine Vielzahl an Grün­den, warum das Leben auf Mal­ta so lebenswert ist. Nicht zulet­zt muss man in diesem Kon­text auch die Steuerge­set­ze auf Mal­ta anführen. Mal­ta halt für aus­ländis­che Unternehmer attrak­tive Steuer­mod­elle bere­it, die es ermöglichen sowohl die Unternehmens- als auch die per­sön­liche Steuer­last zu reduzieren.

Welche Steuern muss eine Malta Limited entrichten

Auf Mal­ta existiert für Unternehmen die Kör­per­schaftss­teuer, die 35% beträgt. Wer­den bes­timmte Voraus­set­zun­gen erfüllt, erhält man über eine Erstat­tung einen Großteil davon jedoch zurück. Weit­er­hin existiert wie in Deutsch­land die Umsatzs­teuer (VAT) und mit ein­er mal­te­sis­chen Gesellschaft ist man – soweit auch hier alle Voraus­set­zun­gen erfüllt sind – inner­halb Europas zum Vors­teuer­abzug berechtigt. Eine Gewerbesteuer existiert auf Mal­ta nicht. Doch die Frage, welche Steuer eine mal­te­sis­che Gesellschaft zu entricht­en hat, zielt ein wenig weit­er. Denn auch mit ein­er mal­te­sis­chen Gesellschaft kann in Deutsch­land als Steuer­schuld aus­gelöst wer­den. Der heutige Beitrag befasst sich mit dem Son­der­fall der Wegzugs­besteuerung.

Wann ein Unternehmen der Wegzugsbesteuerung unterliegt

Immer dann, wenn ein altes (in diesem Fall deutsches) Unternehmen der mal­te­sis­chen Gesellschaft ein Wirtschaftsgut überträgt, unter­liegt dies der Wegzugs­besteuerung. Ziel ist es, die im Inland gelegten stillen Reser­ven auch in Inland zu erfassen. Es wird also ein fik­tiv­er Veräußerungs­gewinn unter­stellt, der dann zu besteuern ist. Was sind typ­is­che Wirtschafts­güter, die im Rah­men ein­er Gesellschafts­grün­dung auf Mal­ta von dem alten auf das neue Unternehmen über­tra­gen wer­den? Dies kann sehr viel­seit­ig sein. Hier­bei kom­men unter anderem die Über­tra­gung einzel­ner oder mehrere Kun­den, der Zugriff auf ein Net­zw­erk, der Zugang zu Ressourcen (Per­son­al, Zulief­er­er, CRM-Sys­te­men) oder das Wahrnehmen ein­er Geschäftsmöglichkeit in Betra­cht. Aber auch Soft­ware, die entwick­elt wurde, als das Unternehmen noch in Deutsch­land ansäs­sig war, kann der Wegzugs­besteuerung unter­liegen.

Wie wird die Bemessungsgrundlage für die Wegzugsbesteuerung festgestellt

Jet­zt wird es inter­es­sant. Denn hier existieren keine ein­heitlichen Regelun­gen geschweige denn ein fix­iert­er Steuer­satz, mit dem ein Unternehmen besteuert wer­den kann. Vielmehr ver­sucht die Finan­za­uf­sicht festzustellen, welchen Wert das über­tra­gene Wirtschaftsgut an der gesamten Wertschöp­fung des Unternehmens hat. Im Zweifels­fall kann dies ein erhe­blich­er Umfang sein, wenn etwa die Kun­den­ba­sis die gle­ich bleibt wie zuvor. Sollte die Fir­ma auf Mal­ta durch Wach­s­tum eine erhe­bliche Wert­steigerung erfahren haben, kann es teuer wer­den. Im Worst Case legt das Finan­zamt die Gewinne der Gesellschaft im Aus­land let­zten drei Jahre als Bemes­sungs­grund­lage für die Nachbesteuerung.

Handlungsempfehlung: Frühzeitig aktiv werden um hohe Wegzugsbesteuerung zu vermeiden

Wer von Beginn an die Struk­turen der Gesellschaft offen­legt und deut­lich macht, inwiefern Wirtschafts­güter über­tra­gen wur­den, fährt meist bess­er. Auch wenn die Ver­flech­tun­gen kom­plex sind, sollte man nicht scheuen diese beim Finan­zamt darzule­gen und so eine spätere wesentlich höhere Besteuerung zu ver­mei­den. Wenn Sie nun bere­its zwei oder drei Jahre mit Ihrer Fir­ma auf Mal­ta aktiv sind und davon aus­ge­hen, dass Sie mit­tler­weile nichts mehr zu befürcht­en haben, kön­nen Sie sich irren. Deutsche Finanzämter unter­suchen auch mehrere Jahre nach Wegzug den Zusam­men­hang und eine mögliche Über­tra­gung von Wirtschafts­gütern. Oft­mals wer­den dann hohe Steuern für die Nachver­s­teuerung der Gewinne fäl­lig. Entsprechende Rück­la­gen, um diese Steuern tra­gen zu kön­nen, liegen oft­mals nicht vor und stellen für Unternehmen ein hohes wirtschaftlich­es Risiko dar, das teil­weise der Fortbe­stand infrage stellt.

Der Beratungsansatz von Dr. Werner & Partner

Machen Sie selb­st den Ver­gle­ich. Wenn Sie eine Gesellschaft auf Mal­ta grün­den möcht­en, kön­nen Sie bei mehreren Unternehmen anfra­gen. Oft­mals wird ihnen eine Reduzierung der Steuer­last in kürzester Zeit ver­sprochen. Sie bekom­men die Vorteile des Mal­ta-Mod­ells erläutern und würde man allen Aus­sagen Glauben schenken, kön­nte man meinen auf Mal­ta das „Steuer­paradies“ gefun­den zu haben. Auch wenn die Steuerge­set­zge­bung auf Mal­ta für Unternehmer aus dem Aus­land attrak­tiv ist, muss man ehrlich bleiben. Es ist kom­pliziert und man kann vieles falsch machen. Ger­ade im ersten hal­ben Jahr nach Grün­dung der Mal­ta Lim­it­ed wer­den die wichti­gen Weichen gestellt, die später darüber entschei­den, ob das gesamte Gesellschaft­skon­strukt so funk­tion­iert wie geplant. Unser Ansatz lautet daher: Von Anfang an richtig. Das bedeutet im Zweifels­fall einen Mehraufwand und höhere Kosten. Im Gegen­zug erhal­ten Sie Rechtssicher­heit.

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