Warum Steuern sparen kein „Kinderspiel“ ist

Da dieser Artikel immer wieder für Rück­fra­gen sorgt, wird er heute nochmals aufge­grif­f­en.

Das Märchen vom einfachen Steuersparmodell

Fir­men­grün­dung auf Mal­ta, Weit­er­ar­beit in Deutsch­land, Reduzierung der Steuer­last um 80%. So ein­fach stellt man sich in Deutsch­land manch­mal die Möglichkeit ein­er Steuer­erspar­nis über die Wahl des Mal­ta-Mod­ells vor. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie wenig informiert einige Unternehmer sind, die sich mit dem Auf­bau eines Fir­menkon­struk­ts beschäfti­gen. Die Finanzmin­is­ter haben in den let­zten Jahren ganze Arbeit geleis­tet und spätestens seit Enthül­lung der Pana­ma-Papers sollte mit­tler­weile bekan­nt sein, dass ich als Unternehmen mit ein­er Fir­ma irgend­wo auf der Welt nicht ein­fach Steuern sparen kann.

Bemerkung am Rande: Dies wird in eini­gen Reporta­gen immer als sehr sim­pel dargestellt. Ich komme nach Mal­ta, auf die schöne Son­nenin­sel und mit drei Unter­schriften ist die Fir­men­grün­dung eingetütet und man müsste außer auf Mal­ta keine Steuern mehr bezahlen. Das Geschäftsmod­ell könne nach wie vor weit­er­laufen.

Warum Offshore Firmen bei gleichzeitigem Wohnsitz in Deutschland fast immer illegal sind

In Deutsch­land wohnen und Umsätze über eine Off­shore Fir­ma gener­ieren? Nein, das ist nicht (mehr) möglich. Wenn Sie mit dem Gedanken spie­len eine Off­shore-Fir­ma zu grün­den oder eine andere Fir­ma im (EU-) Aus­land, sie anson­sten aber genau­so weit­er­leben möcht­en wie bish­er, also mit einem fes­ten Wohn­sitz in Deutsch­land, etc., rate ich Ihnen drin­gend von diesem Vorhaben ab.  Sie machen sich (fast immer) straf­bar und erfüllen (fast immer) die wesentlichen Tatbe­standsmerk­male der Steuer­hin­terziehung. Denn: Wer in Deutsch­land einen Wohn­sitz hat, ist dort auch steuerpflichtig. Achtung: Die Finanzämter nehmen es hier sehr genau. Auch eine Zweit­wohn­sitz oder Frau und Kinder im Land kön­nen bere­its einen Wohn­sitz aus­lösen. Dies kann eine Steuerpflicht zur Folge haben. Etwaige Steuer­vorteile im Aus­land kön­nen sich somit schnell negieren.

Steuern sparen ist kein “Kinderspiel”

Steuern sparen, ist kein Kinder­spiel, lautet der Titel dieses Blog Beitrags. Was früher vielle­icht noch ein­fach­er war, ist heute auf­grund umfassender Geset­ze­sar­beit (z.b. BEPS) der Fiskalpoli­tik nicht mehr möglich. Das bedeutet nicht, dass man keine Steuern mehr sparen kann. Es gibt inter­na­tion­al, auch zwis­chen den EU-Staat­en, einen klaren Steuer­wet­tbe­werb. [Ital­ien hat erst vor Kurzem eine Flat-Tax angekündigt, die Super­re­ichen eine Pauschalbesteuerung in Aus­sicht stellt ( Anmerkung des Autors: ver­al­tet, zur Gesamt­darstel­lung jedoch beibehal­ten)]. Die Lega-Nord in Ital­ien hält neben den Forderun­gen nach einem Grun­deinkom­men noch immer an der Plä­nen ein­er Flat-Tax fest. Doch wer an diesem Steuer­wet­tbe­werb par­tizip­ieren und von ihm prof­i­tieren möchte, muss den damit ver­bun­de­nen Aufwand in Kauf nehmen. In der Regel, auch im Falle von Mal­ta, zieht dies eine Wohn­sitzver­lagerung nach sich. Wichtig dabei ist jedoch nicht nur der Wohn­sitz in dem Land, mit dem „Ziel­s­teuer­satz“, son­dern gle­ichzeit­ig keinen zweit­en Wohn­sitz in einem anderen Land auszulösen. Dieser kön­nte schnell eine Steuerpflicht nach sich ziehen und würde die Anstren­gun­gen des gesamten Vorhabens zunichtemachen.

Faktencheck: Wie funktioniert das mit dem Steuern sparen?

Wichtig ist, nicht nur das Ziel ein­er Steuerre­duzierung vor Augen zu haben. Wer mit ein­er Fir­ma auf Mal­ta steuern sparen möchte, kann das tun. Dieses Ziel ist erre­ich­bar. Aber: Es ist einiger Aufwand nötig. Wir empfehlen stets die Ver­lagerung des Lebens­mit­telpunk­tes ins Aus­land. Dies hat zur Folge, dass Sie sich fra­gen müssen, ob Sie hier auf Mal­ta leben möcht­en? 300 Son­nen­t­age im Jahr, mediter­ranes Kli­ma und eine pulsierende wirtschaftliche Entwick­lung brin­gen einige Vorteile mit sich. Doch nicht jed­er mag oder kann Deutsch­land ver­lassen. Weit­er­hin müssen Sie auf Mal­ta einen ein­gerichteten und aktiv­en Geschäfts­be­trieb nach­weisen kön­nen. Büro und Angestellte kosten Geld. Hier gibt es kein “Schema F” nach dem man immer gle­ich vorge­hen kön­nte. Jed­er Fall in unter­schiedlich. Wir leg­en nur großen Wert darauf, von Anfang an alles richtig zu machen. So erspart man sich später viel Aufwand. Es lässt sich trans­par­ent darstellen aus welchen Motiv­en und mit welchem Aufwand eine Ver­lagerung der Betrieb­sstätte erfol­gt ist. Das kann ins­beson­dere für aus­ländis­che, fordern­der Finanzbe­hör­den rel­e­vant sein. Allzu oft kommt es hier auf die kleinen Details an, die zu Beginn nicht bedacht wer­den. Aus diesem Grund ist eine umfassende Beratung in diesem Kon­text unab­d­ing­bar. Die Kan­zlei Dr. Wern­er & Part­ner berät Sie gerne, wenn Sie Fra­gen auf dem Gebi­et der Steuergestal­tung haben.

Steuern sparen auf Malta: Potentialanalyse

Kommt das Mod­ell ein­er Gesellschafts­grün­dung für mich über­haupt in Frage? Vie­len “Mal­ta Begeis­terten” müssen wir von Anfang an abrat­en. Das tun wir bewusst und kom­men somit unser­er Beratungspflicht nach. Ob eine Gesellschaft auf Mal­ta für Sie die Lösung sein kann Steuern zu sparen, kön­nen Sie unverbindlich mith­il­fe unser­er Poten­tial­analyse über­prüfen.

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