Update: Welche Banken gibt es in Malta? Ein Überblick

Dieser Artikel zählt zu den interessantesten Artikeln für unsere Leserschaft. Daher möchte ich Sie heute nochmals auf diesen aufmerksam machen. Bitte beachten Sie, dass eine Kontoeröffnung auf Malta – unabhängig vom Bankhaus – einige Zeit in Anspruch nimmt. Die Regularien werden immer strenger. Aus diesem Grund sollte man mit einer Malta Limited von Anfang an alles richtig machen.

Jeder Mandant, der mit Hilfe von Dr Werner & Partner eine LTD auf Malta gründet, benötigt früher oder später ein Bankkonto um den Zahlungsverkehr der Gesellschaft zu gewährleisten. Hierbei ist es allerdings nicht zwingend erforderlich dieses auf Malta zu eröffnen. So haben wir einige Mandanten, welche ihre Kontoverbindungen bei einer internationalen Bank auβerhalb Maltas unterhalten. Sofern die Eröffnung eines maltesischen Bankkontos jedoch erwünscht ist, steht unsere Frau Calov den Mandanten hierbei in Form von Dokumentenvorbereitungen zur Seite und unterstützt diese gerne bei der Kommunikation mit der Bank.                                         Nachstehend finden Sie einen Überblick der auf Malta verfügbaren Banken. Dabei sollen die folgenden Beschreibungen keine Bewertung darstellen, sondern spiegeln vielmehr unsere subjektiven Erfahrungswerte mit den jeweiligen Banken wieder.

Allgemeines

Nach dem jüngsten Zustrom ausländischer Unternehmen und deren Nachfrage nach ausländischen Fachkräften hat Malta eine wirtschaftliche Expansion erlebt. Damit stieg auch die Nachfrage nach lokalen Bankdienstleistungen, um die Möglichkeiten zu unterstützen, die im lokalen Finanzsektor entstanden sind.

Tatsächlich gilt Malta als internationales Bankenzentrum und wird genauso geschätzt wie andere Länder des Mittelmeerraums. Hier in Malta gibt es mehr als 20 aktive Banken. Jede einzelne von ihnen kann die inländische Finanzierung am Markt und Kredite für einheimische und ausländische Privatpersonen und Unternehmen in Malta sicherstellen.

Es gibt eine klare Trennung zwischen den lokalen Privatkundenbanken, die eine breite Palette von Finanzdienstleistungen für Firmen- und Privatkunden anbieten, und den international ausgerichteten, spezialisierten ausländischen Banken, die in Malta gegründet wurden und mit der einheimischen Wirtschaft kaum interagieren. Nachstehend finden Sie eine Liste der derzeit in Malta tätigen Banken: Agri Bank, AKBANK, APSbank, BOV Bank of Valetta, BNF Bank, Commonwealth Bank, Credit Europe Bank, credorax, ECCM Bank plc, Ferratum, FCM Bank, FIMBANK, HSBC, IIG Bank (Malta) Ltd, Izola Bank, LOMBARD, medidirect, MerkantiBank, NBG BANK MALTA, novum Bank, Sparkasse Bank Malta plc, Garanti BBVA, YapiKredi.

Wer als Einzelperson in Malta ein Unternehmen gründen möchte, wird feststellen, dass die von lokalen Finanzinstituten angebotenen Bankdienstleistungen sowohl privaten und geschäftlichen Bedürfnissen gerecht werden. Viele lokale Banken bieten durch ihre breite Palette an Produkten, Dienstleistungen und Fachwissen ein komfortables und umfassendes Bankerlebnis. Die von lokalen Banken angebotenen Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden reichen von Kontokorrentkonten für Geschäftskunden, Sparkonten, Termineinlagen, Kreditlinien, Kontokorrentkrediten, EC-/Kreditkarten, Handelsfinanzierungen, Fremdwährungskonten, Devisendienstleistungen, Direktkrediten, Internet-Banking, Kassenbriefen, Scheckbüchern und Geldautomaten. Nachstehend finden Sie nähere Informationen über große lokale Banken, die maßgeschneiderte Dienstleistungen für Einzelpersonen anbieten, die entweder ein Privat- oder ein Firmenkonto eröffnen möchten:

Bank Of Valletta p.l.c – Malta’s gröβte Bank

Die Bank of Valletta p.l.c. ist eine Aktiengesellschaft, die von der MFSA reguliert wird und im Sinne des Bankengesetzes (Banking Act – Kap. 371 der maltesischen Gesetze) und des Gesetzes über Investitionsdienstleistungen (Investment Services Act – Kap.370. der maltesischen Gesetze) zur Erbringung von Bank- und Investitionsdienstleistungen berechtigt ist. Die BOV wurde 1974 nach einer Vereinbarung zwischen der maltesischen Regierung und der Malta Development Corporation gegründet. Die Finanzdienstleistungen der Bank werden über ein Netz von 36 Filialen, 1 Außenstelle und 4 Agenturen in Malta und Gozo sowie über eine Reihe von Tochtergesellschaften angeboten. Sie hat auch ein weltweites Netzwerk von Korrespondenzbanken aufgebaut und unterhält 4 Repräsentanzen in Großbritannien (London), Brüssel (Belgien), Italien (Mailand) und Libyen (Tripolis). Durch diese Netzwerke hat die Bank das notwendige Rückgrat geschaffen, um ihre Kunden bei internationalen Bank- und Handelsgeschäften zu servicieren.

Die Bank of Valletta Gruppe (die Gruppe) besteht aus der Bank of Valletta p.l.c. (die Bank) und zwei Tochtergesellschaften, nämlich BOV Asset Management Limited (BOVAM) und BOV Fund Services Limited (BOVFS). Die Gruppe verfügt außerdem über zwei nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsgesellschaften, MAPFRE Middlesea p.l.c. und MAPFRE MSV Life p.l.c. Die Hauptaktivitäten der Gruppe sind nachstehend aufgeführt.

Die Gruppe bietet Bank-, Finanz- und Investitionsdienstleistungen und damit verbundene Aktivitäten auf dem maltesischen Inlandsmarkt an. Die Hauptaktivitäten der Bank umfassen die folgenden Bereiche:

  • Die Entgegennahme und Annahme von Kundengeldern zur Einzahlung auf Giro-, Spar- und Terminkonten, die auf Euro und andere wichtige Währungen lauten können,
  • Die Bereitstellung von Krediten und Darlehen an ein breites Spektrum von Kunden, und
  • das Erbringen von Investitionsdienstleistungen, die eine umfassende Palette von Investitionsprodukten und -dienstleistungen umfassen, die die Bedürfnisse der Kunden während ihres gesamten Lebenszyklus erfüllen, einschließlich Wertpapierhandel, Beratungs- und diskretionärer Portfolioverwaltungsdienste.
  • Die Gruppe bietet auch eine Reihe anderer Dienstleistungen an, darunter Bancassurance, Unternehmensberatung, Fondsmanagement, Fondsverwaltung und andere Dienstleistungen, wie 24-Stunden-Internetbanking, Ausgabe der wichtigsten Kreditkarten, Nachttresoranlagen, Geldautomaten, Devisentransaktionen, Überweisungen im In- und Ausland.

HSBC Bank Malta p.l.c – Die Internationalste Bank in Malta

Die HSBC Bank Malta plc wurde in Malta unter dem Namen Mid-Med Bank Limited registriert. Die Stammaktien der Bank werden seit 1993 in der offiziellen Liste der maltesischen Börse geführt.

1997 wurde der Status der Bank in den einer Aktiengesellschaft geändert. Im selben Jahr änderte sie ihren Namen in Mid-Med Bank plc. 1999 änderte die Bank ihren Namen erneut und hieß fortan HSBC Bank Malta plc. Die Bank bietet eine umfassende Palette von Finanzdienstleistungen an, darunter Privatkundengeschäft (Retail-Banking) und Vermögensverwaltung, Commercial Banking und Global Banking and Markets. Über eine Reihe von spezialisierten Tochtergesellschaften ist die Bank auch in den Bereichen Lebensversicherung und Fondsmanagement tätig, wie nachstehend aufgeführt:

  • HSBC Life Assurance (Malta) Limited – HSBC Life Assurance (Malta) Limited – Ein Unternehmen, das von der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde (Malta Financial Services Authority) zur Ausübung des Versicherungsgeschäfts in Malta gemäß dem Gesetz über die Versicherungswirtschaft (Insurance Business Act, 1998) zugelassen wurde. Eine Reihe von Schutz- und Investment-Lebensversicherungsprodukten werden hauptsächlich über die HSBC Bank Malta p.l.c. vertrieben, die gemäß dem Gesetz über Versicherungsvermittler von 2006 als gebundener Versicherungsvermittler eingetragen ist.
  • HSBC Global Asset Management (Malta) Limited – Ein Unternehmen, das zahlreiche Fonds verwaltet, die sowohl auf den maltesischen als auch auf den internationalen Finanzmärkten tätig sind. Sie ist der Vertriebspartner für die Fondspalette von HSBC Global Asset Management und außerdem auf die Bereitstellung maßgeschneiderter diskretionärer Portfoliomanagementdienste für Institutionen und Family Offices spezialisiert.

BNF Bank p.l.c – die 3te Kraft auf Malta

Die BNF Bank plc, früher bekannt als Banif Bank (Malta) plc, ist seit 2008 in Malta tätig und hat sich zu einem wichtigen Akteur im maltesischen Bankensektor entwickelt.

Über ihr Netzwerk von zwölf über die Maltesischen Inseln verteilten Einzelhandelsfilialen und einem Corporate and Business Banking Centre sowie einem lokalen Handelsraum bietet die BNF Bank plc Privat- und Geschäftskunden einen sehr persönlichen Service.

Mit einem Anteil von 92,4 % der Aktien der Bank ist die JUD Investment Group Ltd Mehrheitsaktionär der BNF Bank. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der Al Faisal Holding Group, einer der größten privaten diversifizierten Gruppen in Katar. Die restlichen 7,6% der Aktien werden von vier maltesischen Aktionären gehalten: PG Holdings Ltd, Virtu Investments Ltd, Sak Ltd und Mizzi Capital Projects.

Sie haben im Oktober 2017 ihre neue Markendarstellung lanciert: Die BNF Bank, eine Marke, die ihre neu belebte Vision widerspiegelt, den Marktanteil zu erhöhen, die Bank über neue Grenzen zu führen und eine große Zukunft zu schaffen.

Lombard Bank Malta p.l.c

Die Lombard Bank wurde 1955 gegründet, als die Lombard North Central of the UK in Malta aktiv war und Einlagen über Agenten entgegennahm. 1969 wurde die Lombard Bank (Malta) Limited als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Lombard North Central p.l.c. registriert.

Heute ist die Lombard Bank Malta p.l.c. an der maltesischen Börse notiert und wird von der Malta Financial Services Authority (MFSA) als Kreditinstitut und als Anbieter von Investitionsdienstleistungen lizenziert und reguliert.Die Bank ist ein autorisierter Devisenhändler und ein Finanzintermediär an der Maltesischen Börse sowie Mitglied des Einlegerentschädigungssystems (Depositor Compensation Scheme) und des Anlegerentschädigungssystems (Investor Compensation Scheme).

Die Lombard Bank konzentriert sich auf das Firmen- und Privatkundengeschäft und entwickelt gleichzeitig einen personalisierten und maßgeschneiderten Service. Sie bietet die gesamte Palette des traditionellen Privat- und Geschäftskundengeschäfts an, darunter auch Wohnungsbaukredite, Einlagenkonten, Kredit- und EC-Karten, Handelsfinanzierung und Vermögensverwaltung.

APS Bank p.l.c

Die APS Bank ist eine 1910 gegründete maltesische Bank, deren Aktien mehrheitlich von der Erzdiözese Malta und der Diözese Gozo gehalten werden.

Sie bieten eine vollständige Palette persönlicher Bankdienstleistungen an, darunter Sparkonten, Wohnungsbaudarlehen und Privatkredite, doch auch Firmenkunden werden mit umfassenden Bankdienstleistungen serviciert. Die Bank erbringt auch Wealth Management Services, da sie über eine Lizenz als Wertpapierdienstleistungsunternehmen (Investment Services Firm) verfügt und auch als gebundener Versicherungsvermittler registriert ist. Solche Wealth Management Services bieten Zugang zu einer ausgewählten Palette von Produkten, die mit APS Funds SICAV p.l.c. und anderen Drittanbietern von Produkten verbunden sind.

Die Bank wurde 1970 in eine private Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingegliedert und erhielt 1990 eine Geschäftsbanklizenz. Seitdem hat sich die Geschäftstätigkeit erheblich ausgeweitet, und heute beschäftigt die Bank über 400 Mitarbeiter, die in einem modernen Hauptsitz in Birkirkirkara (Swatar) und in elf Zweigstellen auf Malta und Gozo arbeiten.

Die APS Bank ist bekannt für ihre ethische Banktradition und vorbildliche Praktiken im Bereich der Corporate Social Responsibility, die die maltesische Kultur, Kunst und verschiedene wohltätige Zwecke unterstützen.

Medirect Bank (Malta) p.l.c

Die MeDirect Bank Malta plc, früher als Mediterranean Bank bekannt, gilt heute mit einem Eigenkapital von rund 170 Millionen Euro als drittgrößte Bank in Malta und steht unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Malta Financial Services Authority (MFSA). Der Hauptsitz von Medirect befindet sich in Sliema, eine weitere Filiale gibt es in Victoria Gozo.

Die Medirect Bank Malta plc konzentriert sich hauptsächlich auf Ersparnisse, Investitionen und Vermögensverwaltung sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden. MeDirect SA/NV, eine Tochtergesellschaft der Bank of Medirect Bank Malta plc, hat ihren Sitz in Belgien und bietet Privatanlegern Online-Investitionsmöglichkeiten und andere Sparprodukte an.

Conclusion

Alle der genannten Banken nehme ihren Compliance-Auftrag sehr ernst, d.h. sie überprüfen jegliche Direktoren und Anteilseigner (Shareholder) in aller Sorgfalt. Hierbei sprechen wir nicht nur von der sorgfältigen Prüfung der eingereichten Papiere sondern auch von umfangreichen Background Checks im bankeninternen System.

Wer also eine Firmengründung auf Malta in Erwägung zieht, und hierzu die Kanzlei Dr Werner & Partner engagieren möchte, kann sich sicher sein, dass wir über das Bankenangebot auf Malta bestens Bescheid wissen und unsere Mandanten bei der Wahl der richtigen Bank tatkräftig unterstützen. Die Begleitung der Kontoeröffnung ist eines der Kernelemente unseres Servicespaketes der Firmengründung auf Malta.

Hinweis zu einer früheren Version des Blogartikels: In einer früheren Version des Blogbeitrags wurde die „Nemea Bank“ als eine weitere Option aufgeführt. Diese existiert nicht mehr. Sie hat 2017 ihre Lizenz verloren und steht daher auch nicht weiter zur Verfügung. Dies zeigt, dass die Bankenaufsicht in Malta sehr genau hinschaut, ob alle Regularien für eine Bankenlizenz erfüllt werden.

Beantragung einer Glücksspiellizenz bei der Malta Gaming Authority (MGA)

Wer in Malta als Gaming-Provider von Glücksspielen aktiv werden möchte, der benötigt einen durch die Malta Gaming Authority (MGA) ausgestellte Glücksspiellizenz. Insgesamt sieht das Gesetz vier unterschiedliche Lizenzklassen vor, die sich hinsichtlich Hauptaktivität und Besteuerung unterscheiden.

Als DWP haben wir in den letzten 9 Jahren bereits Dutzende von Unternehmen bei der Beantragung einer Glücksspiellizenz in Malta begleitet. Weil der Prozess der Beantragung relativ komplex, aufwendig und mit hohen Anforderungen verbunden ist, wollen wir ihn in diesem Beitrag näher vorstellen.

Rechtliche Grundlage und Zweck der Glücksspiellizenz

Mit der Verabschiedung des Lotteries and Other Games Act im Jahr 2001 hat die maltesische Regierung das rechtliche Rahmenwerk für die Vergabe von Glücksspiellizenzen geschaffen. Zur Umsetzung erfolgte 2001 die Gründung der Lotteries and Gaming Authority, die 2015 in Malta Gaming Authority (MGA) umbenannt wurde.

Während Malta einen proaktiven Ansatz verfolgt, um sich europa- und weltweit als attraktiver Standort für den wachsenden iBetting- und iGaming-Bereich zu positionieren, soll gleichzeitig maximale Rechtssicherheit und strikte Einhaltung aller internationalen und EU-weite Gesetze, Regelungen und Best Practices sichergestellt werden.

Darum sieht die MGA einen strengen Due Diligence-Prozess mit einer Systemprüfung vor, dem sich jeder Antragsteller auf eine Glücksspiellizenz unterziehen muss. Damit verbunden sind hohe Anforderungen an die Dokumentation von wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Belangen des Unternehmens sowie das Vorliegen genauer persönlicher Daten zur Rechtschaffenheit und Unbescholtenheit von Gründern und Verantwortlichen in Schlüsselfunktionen des Antragsstellers.

Unterlagen zur Gesellschaft:

Die MGA verlangt sowohl eine Vorlage der Eintragungsurkunde der Gesellschaft (ausgestellt durch das Malta Business Register – MBR) sowie allfällige Verflechtungen mit anderen Gesellschaften. Das umfasst etwa die Bestätigung von Fusionen und Übernahmen sowie Aktienregister (Ausweisung beteiligter Aktionäre) für die antragstellende Gesellschaft und die übergeordneten Gesellschaften.

Due Diligence für wirtschaftlich Berechtigte:

Ebenso erfordert die Beantragung einer Glücksspiellizenz eine Due-Diligence-Überprüfung von allen wirtschaftlich Berechtigten (UBO – ultimate benefical owner), die einen Anteil von 10 % oder mehr aller Gesellschaftsaktien in ihrem Eigentum haben. Einerseits ist hierfür ein von der MGA bereitgestelltes, 9-seitiges Selbstauskunftsformular von jedem wirtschaftlich Berechtigten auszufüllen.

Die Due Diligence macht jedoch auch die Vorlage des Originals bzw. einer beglaubigten Kopie folgender Dokumente (akzeptiert nur in englischer Sprache) erforderlich:

  • Kopie des Reisepasses oder Personalausweises;
  • Geburtsurkunde;
  • ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis für jedes Land, in dem die Person sich innerhalb der vergangenen 2 Jahre für mindestens 6 Monate aufgehalten hat;
  • weitere Glücksspiellizenzen, die im Namen der Person ausgestellt werden (falls vorhanden);
  • Wohnsitznachweis (z.B. über Kontoauszug, Rechnung eines Versorgungsunternehmens).

Due Diligence für Verantwortliche in Schlüsselfunktionen:

Der vorangehend beschriebene Due Diligence-Prozess wird in gleicher Form auch für alle Verantwortlichen von Schlüsselfunktionen durchgeführt. Dementsprechend sind also die ebengleichen Dokumente in englischer Sprache vorzulegen.

Prinzipiell gilt hinsichtlich der Schlüsselfunktionen, dass eine Person für mehrere dieser Funktionen zuständig sein kann. Allerdings ist eine strikte Trennung von Verantwortlichen in geschäftlichen Funktionen und Funktionen im Bereich Recht / Compliance sicherzustellen, wodurch die Unabhängigkeit Letzterer gewährleistet werden soll.

Während nachfolgende Liste, die zum aktuellen Zeitpunkt als gültig erachtet werden kann, obliegt es der MGA nach eigenem Ermessen, welche Position und Verantwortlichkeiten als Schlüsselfunktion erachtet werden.

  • Geschäftsführer oder entsprechende Funktion;
  • Leitung des alltäglichen Glücksspielbetriebs des Lizenznehmers, einschließlich der Verfahren in Bezug auf die Vornahme von Zahlungen an und den Erhalt von Zahlungen von Spielern;
  • Einhaltung der Verpflichtungen des Lizenznehmers, die sich aus der Lizenz oder Lizenzen ergeben, die von der Behörde ausgestellt wird bzw. werden;
  • Administrative und finanzielle Strategien des Lizenznehmers, einschließlich unter anderem der Zahlung von fälligen Steuern und Gebühren an die Behörde;
  • Marketing und Werbung, einschließlich Bonusangeboten und Aktionen;
  • Rechtliche Angelegenheiten des Lizenznehmers, einschließlich unter anderem vertraglicher Abmachungen und Streitschlichtung;
  • Spielersupport;
  • Verantwortungsvolles Glücksspiel;
  • Verhinderung von Betrug zum Nachteil des Lizenznehmers;
  • Risikomanagementstrategien des Lizenznehmers;
  • Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung;
  • Einhaltung anwendbarer Gesetze in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre;
  • Technologische Belange des Lizenznehmers, einschließlich unter anderem der Verwaltung des Backend- und Kontrollsystems, in dem wesentliche regulatorische Daten gespeichert sind;
  • Netzwerk- und Informationssicherheit des Lizenznehmers;

Weitere Anforderungen

  • Mindestaktienkapital: Die Gesellschaft muss mindestens 40.000 € oder mehr an Aktienkapital investieren (ausgeben)
  • Nachweis separater Kontenführung: Eine separate Führung von Konten für den Betrieb und die Verwaltung von Spielergeldern ist erforderlich, wobei mindestens ein Konto für jeden Zweck bestehen muss. Belegt werden muss das durch die schriftliche Erklärung des Bankeninstituts, welche die Trennung der Mittel des Spielerkontos bestätigt.
  • Geschäftsplan für die nächsten 3 Jahre muss der MGA in schriftlicher Form vorgelegt werden. Sofern vorliegend sollte dieser auch Umsatz- und Gewinnprognosen enthalten sowie nähere Informationen zu den primären Zielmärkten. Als DWP können wir auf Basis bestehender Prognosen, die im Geschäftsplan idealerweise auszuweisenden Prognosezahlen für Sie aufbereiten.
  • Richtlinien und Verfahren: die MGA hat klare Empfehlungen und Leitlinien für konkrete Abläufe und Verfahren, etwa zur Sicherstellung rechtlicher Compliance erlassen. Sofern Sie für Ihr Unternehmen bereits Verfahrenshandbücher oder sonstige Richtlinien und Verfahren dokumentiert haben, können wir für Sie deren Compliance mit MGA-Anforderungen überprüfen und – sofern erforderlich – Anpassungen vornehmen. Ebenso können wir für Sie gerne neue Dokumente zu den Richtlinien und Verfahren verfassen, die bei Ihnen gegenwärtig nicht vorhanden sind.
  • Geschäftsbedingungen: Ebenfalls verlangt die MGA die Vorlage einer Liste von Geschäftsbedingungen, die zwischen der Gesellschaft und ihren Spielern gelten sollen. Wir können deren Erstellung in Übereinstimmung mit Anforderungen der MGA für Sie übernehmen und dabei Ihre speziellen Wünsche, etwa hinsichtlich der Produkte oder der Teilnahme von Spielern, berücksichtigen.

Spezifikation der technischen Infrastruktur und Konzeption

Ein wichtiger Abschnitt der durch die MGA vorgegebenen Systemprüfung betrifft die Dokumentation der technischen Infrastruktur und Konzeption Ihrer IT-Abläufe. Dieses wird nach Einreichung aller Unterlagen und durchgeführter notwendiger Änderungen von einem externen Auditor überprüft, wobei Sie die Vorgaben der durch die MGA ausgearbeiteten System-Checkliste hier einsehen können.

  • Ein Register aller Server und virtuellen Maschinen in Verwendung der Gesellschaft sowie dazugehöriger Spezifikationen (Servermarke, Servermodell, seine Funktionen, interne IP-Adresse, Betriebssystemsoftware) sollte erstellt und beigefügt werden.
  • Schematische Darstellung Ihres Gesamtnetzwerkes samt Darstellung des Netzwerklayouts.
  • Liste aller verwendeten Hauptsoftware-Anwendungen (z.B. MySQL, Java, PHP etc.) und ihrer aktuellen Versionsnummern.
  • Gemäß MGA-Bestimmungen müssen sich die Produktionsserver in der EU / EWR befinden du in Echtzeit sowohl Spieler-Datenbank, Finanztransaktionen- und Glücksspieltransaktion auf einen in Malta befindlichen Server oder virtuellen Maschinen repliziert werden. Sie benötigen also ein Rechenzentrum in Malta, sofern gewünscht können wir Ihnen gerne einen maltesischen Anbieter von Rechenzentren vorstellen.

Spezifikation des Glückspielsystems:

Die MGA möchte zudem umfassende Informationen zu den von Ihrer Gesellschaft beabsichtigten angebotenen Glücksspielen überprüfen. Dabei liegt der Fokus auf der Überprüfung der gesetzeskonformen Bewertung von Gewinnchancen und er Prävention von Betrugsmaßnahmen durch Spieler.

Folgende Informationen müssen jedenfalls dokumentiert und vorgelegt werden:

  • Einzelheiten zu den Glücksspielen, einschließlich einer Liste, eines Bildes und einer Beschreibung aller verfügbaren Schaltflächen
  • Einzelheiten dazu, wie mit der Kennzeichnung hoher Wetteinsätze von Spielern oder hoher Gewinnsummen, die von Spielern erzielt werden, umgegangen wird
  • Einzelheiten zur Überwachung und Unterbindung geheimer Absprachen
  • Einzelheiten zu den Maßnahmen zur Aufdeckung von Geldwäschetransaktionen
  • Einzelheiten zu den Maßnahmen zur Feststellung, ob Spieler Bots/Geräte verwenden
  • Einzelheiten zur Liquiditätsverteilung

Vorlage von Verträgen

Um die konkreten Angaben, Verantwortlichkeiten und Prozesse Ihrer Gesellschaft überprüfen zu können, müssen der MGA auch Kopien zahlreicher interner und im Außenverhältnis abgeschlossener Verträge vorgelegt werden. Dies beginnt mit der allgemeinen Frage, welche der eingehend genannten Schlüsselfunktionen von internen Mitarbeitern und welche von externen Dienstleistern (inklusive Ihrer bestehenden Gesellschaften) übernommen werden.

Zudem müssen die gewählten Rechnungszentren genannt werden, mit denen Sie als Gesellschaft kooperieren möchten. Für alle Zahlungsdienstleister, die Sie verwenden werden, sollte eine Gesamtliste und ein Vertragsentwurf für Vereinbarungen mit jedem dieser Dienstleister vorgelegt werden. Zudem müssen Sie aus der von der MGA erstellten Liste an genehmigten Streitschlichtungsstellen eine Institution auswählen.

Weiterer Ablauf:

Wenn alle erforderlichen Unterlagen und Dokumente verfasst und gesammelt wurden, können wir gemeinsam mit Ihnen den Antrag auf Ausstellung einer Glücksspiellizenz bei der MGA einbringen.

Die MGA wird diese Dokumente sorgfältig und im Detail überprüfen. Als Ergebnis erhalten Sie einen umfassenden Bericht, der einen konkreten Katalog von erforderlichen Änderungen enthält, die Sie zwingend von einer Systemprüfung zu implementieren haben. Gemeinsam mit unseren technischen Experten können wir gerne eine Probeprüfung Ihrer Systeme als Vorbereitung auf die Systemprüfung einleiten.

Wird in der extern durchgeführten Systemprüfung die Einhaltung aller Erfordernisse und Anforderungen festgestellt, wird die bei der MGA beantragte Glücksspiellizenz ausgestellt. In deren Rahmen kann Ihre Gesellschaft dann umgehend tätig werden.

Fazit

Die Beantragung einer Glücksspiellizenz bei der Malta Gaming Authority ist mit umfangreichen Anforderungen verbunden, welche Dokumentationen und Vorlage von rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Spezifika sowie einer Due-Diligence-Prüfung von wirtschaftlich Berechtigten und Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen verbunden ist.

Wir von DWP haben in den letzten knapp 10 Jahren bereits Dutzende Gesellschaften auf diesem Prozess mit Rat und Tat begleitet. Wir unterstützen Sie von der Sammlung bis hin zur Erstellung erforderlicher Dokumente sowie der Einhaltung aller Vorgaben in technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht.

Sie wollen eine Glücksspiellizenz in Malta beantragen? Dann vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit einem unserer erfahrenen Experten.

 

Neue Ankündigungen zum öffentlichen Gesundheitswesen angesichts des Ausbruchs des Coronavirus

Während einer Pressekonferenz, die gestern stattfand, hat der Gesundheitsminister Dr. Chris Fearne zusammen mit dem Leiter der Gesundheitsbehörde eine Pressekonferenz abgehalten. Charmaine Gauci, kündigte neue Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit an, die am Samstag, den 28. März 2020 in Kraft treten werden.

In dem Bemühen, den Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle zu bringen und die am stärksten gefährdeten Personen zu schützen, ordnete die Ministerin eine Sperre für alle Personen über 65 Jahre, Schwangere und andere Personen an, die unter medizinischen Problemen leiden.

Diejenigen, die unter 65 Jahre alt sind:

  • von insulinabhängigen Diabetikern;
  • die ein beliebiges Arzneimittel aus dem Bereich der Biologie einnehmen;
  • Krebspatienten, die sich in den letzten 6 Monaten einer Chemotherapie unterzogen haben;
  • Immunsupprimierte Patienten;
  • Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen;
  • Schwangere Frauen;
  • Patienten mit Atemproblemen (die wegen solcher Probleme im letzten Jahr ins Krankenhaus eingeliefert wurden);
  • Patienten mit Herzproblemen (die wegen solcher Probleme in den letzten 6 Monaten ins Krankenhaus eingeliefert wurden);
  • Patienten, die die Klinik für Herzinsuffizienz besucht haben;
  • Patienten, die orale Steroide einnehmen.
  • Der Minister hat die Öffentlichkeit darüber informiert, dass diejenigen, die unter die oben genannte Kategorie fallen, eine Benachrichtigung per Post erhalten werden, die sie über solche Maßnahmen informiert.

Diejenigen, die noch arbeiten und unter die oben genannte Kategorie fallen, dürfen nicht zur Arbeit gehen und erhalten Quarantäneurlaub.

Es gibt nur wenige Ausnahmen von der oben genannten Sperre, wie z.B., dass ältere Menschen und schwangere Frauen weiterhin ihre medizinischen Termine wahrnehmen dürfen. Alle Personen, die mit Personen zusammenleben, die unter die Kategorie der Abriegelung fallen, müssen sich entweder isolieren oder sich bis auf weiteres woanders niederlassen.

Während der Pressekonferenz stellte der Minister auch fest, dass es Menschen gibt, die sich inmitten des Verbots organisierter öffentlicher Aktivitäten noch immer in der Öffentlichkeit versammeln. Er sagte, dass, obwohl es sich dabei nicht um eine so organisierte öffentliche Aktivität handele, solche Menschen immer noch das Risiko einer Verbreitung der Krankheit darstellten. Folglich kündigte Dr. Fearne an, dass die Polizei Gruppen von fünf oder mehr Personen zerstreuen wird.

Professor Charmaine Gauci ist befugt, Ausnahmen zu den oben genannten Punkten zu gewähren, wo immer sie es für notwendig erachtet. Wenn eine der oben genannten Personen ihre Wohnung verlassen muss, müssen sie daher den Leiter des Gesundheitsdienstes informieren und ihre Erlaubnis einholen.

Sie können uns unter oder +356 213 777 00 kontaktieren, falls Sie weitere Informationen zu den oben genannten Punkten oder Informationen über staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit COVID-19 benötigen.

WHO regional Direktor lobt Malta für Maßnahmen im Bereich der Gesundheit

Malta ist ein Beispiel, dem gefolgt werden sollte

Am Wochenende twitterte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisatin von Europa Hans Kluge über Malta und lobte das Land für seine gesundheitlichen Maßnahmen, die im Rahmen des Coronavirus zum Schutz der Bevölkerung und zur Eindämmung des Virus ergriffen worden waren. Malta sei „auf dem richtigen Weg und ein Beispiel, dem man folgen sollte“.

Doch warum genau wird Malta explizit derart gelobt? Was macht Malta besser als andere Länder? Und was bedeutet die „Coronakrise“ für das Leben in Malta?
Auf all diese Fragen werde ich in meinem Artikel eingehen.

Hier gehts zum Twitterpost von Hans Kluge.

Umgang mit Covid-19 in Malta

Die maltesische Regierung hat bereits noch vor Ausbreitung des Virus Maßnahmen ergriffen, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. So wurden bspw. frühzeitig Personen, die aus einem gefährdeten Gebiet kamen, vorsorglich zu häuslicher Quarantäne aufgefordert. Kurze Zeit später wurden Flüge zu betroffenen Ländern gestrichen und schließlich wurde der Flughafen für Personenverkehr am 21.03 vollständig geschlossen. Restaurants, Cafes und Shoppingmalls wurden kurze Zeit später ebenfalls von der maltesischen Regierung aufgefordert geschlossen zu bleiben bzw. nur Lieferungen anzubieten. Die Schließung der Schulen und Kindergärten wurden am 12.03.2020 angekündigt und am 13.03 bzw. am 16.03 geschlossen. Letzten Donnerstag wurden dann weitere Maßnahmen verhängt, wie bspw. eine lockere Ausgangssperre für über 65-Jährige sowie gefährdete Personen und solche, die mit diesen Kontakt haben. Betroffene sollen nur noch die notwendigsten Einkäufe erledigen.

Außerdem schaffte es die maltesische Regierung innerhalb kürzester Zeit Strukturen aufzubauen wie bspw. die Essensbelieferung von Personen, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen oder durch Quarantäne bedingt, nicht mehr einkaufen gehen können.

Auch die Stichprobenartigen Kontrollen zur Einhaltung der Quarantäne und die angekündigten Strafen bei Missachtung (3.000 Euro) zeigten Wirkung.

Ihre bisherigen Bestrebungen sprechen für sich: Trotz der kleinen Insel und der dichten Bevölkerung verzeichnet Malta aktuell nur 156 Infizierte (Stand: 30.30.2020).

Maltesische Mentalität

Ein weiterer Grund liegt in der Mentalität der Malteser. Sie nehmen ihre Verantwortung gegenüber älteren Personen und Kranken sehr ernst und bleiben trotz bisher keiner verhängten Ausgangssperre zu Hause, machen Home-Office und erledigen nur noch die notwendigsten Einkäufe.

Geographische Lage

Einen nicht unerheblichen Anteil an den bisher geringen Fallzahlen macht die geographische Lage Maltas aus: Aufgrund der Gegebenheit, dass Malta eine Insel ist, ist es natürlich auch leichter diese von der Außenwelt „abzuschotten“ und gesundheitliche Krisen wie diese, erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Wie bereits eingangs erwähnt, hat hiervon die maltesische Regierung relativ früh im Gegensatz zu anderen Ländern Gebrauch gemacht und schränkte den Flugverkehr erst teilweise und schließlich vollständig ein.

Ökonomische Lage

Malta ist nicht nur ein wunderschönes Reiseziel mit dem saubersten Wasser Europas, sondern hat aufgrund von vielfältigen Angeboten der Regierung eine florierende Wirtschaft.

Natürlich spielen in diesem Zusammenhang die geringen Steuersätze, die Malta bietet eine Rolle. Gerade in dieser Zeit zeigt sich, dass maltesische Unternehmen durch die niedrige Effektivbesteuerung eine höhere Eigenkapitalquote als in anderen Ländern haben und damit einer solchen Krise, besser gewappnet sind, als in Ländern, in denen die Effektivbesteuerung beinahe die Hälfte des Gewinns ausmacht. Nichts desto trotz lässt die Regierung auch hier die Unternehmen nicht alleine und bereits seine Hilfe angeboten, wie bereits in diesem Artikel beschrieben ist.

Gesundheitssystem allgemein

Der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge besuchte Malta bereits im Oktober vergangenen Jahres, nachdem er für sein Amt nominiert worden war. Er lobte schon damals Maltas Regierung für das Engagement, das Gesundheitsniveau zu stärken. Das maltesische Gesundheitssystem gilt als eines der besten in Europa: Malta bietet jedem Einwohner Maltas eine gesundheitliche Grundversorgung, finanziert durch Sozialversicherungsbeiträge an. Maltas Bürger ist es außerdem möglich, neben dieser öffentlichen Gesundheitsversorgung durch das staatliche System, eine private Versicherung abzuschließen – dies ist aber nicht zwingend notwendig, da durch das staatliche System eine Grundversorgung gegeben ist. Auch ist die Ärztequote in Malta im Verhältnis zur Einwohnerzahl relativ hoch. Durch diese Gegebenheit kann die Zugänglichkeit zur adäquaten Versorgung zusätzlich gesichert werden.

Auswirkungen von COVID-19 auf das Leben in Malta

Auch wenn Malta der Krise fast nicht besser begegnen könnte, sind dennoch einige Veränderungen spürbar: Aufgrund der aktuellen Situation beschäftigen sich weniger Menschen mit dem Thema „Wohnsitzverlagerung nach Malta“ oder ähnlichem. Daraus resultierend ziehen weniger Personen nach Malta, als es sonst der Fall wäre. Außerdem sinkt die Wohnungsnachfrage der maltesischen Einwohner. Gleichzeitig wurden in der letzten Zeit jedoch viele neue Wohnungen gebaut, die gerade fertig wurden und werden. Aus volkswirtschaftlicher Sicht entsteht dadurch ein Angebotsüberhang, der eine Mietpreisreduktion nach sich zieht (siehe Abbildung).

Update 09.04.2020:  Statistik: Anzahl gesunder Lebensjahre

Doch Malta verfügt nicht nur über eins der besten Gesundheitssysteme, sondern hat auch die höchste Anzahl an gesunde Lebensjahre (also die Anzahl an Jahren, die eine Person ohne Einschränkung ihrer körperlichen Aktivität lebt)! Die maltesischen Frauen liegen auf Platz eins mit 73,4 Jahren und die maltesischen Männer liegen bei 71,9. Knapp 10 Jahre über dem EU-Durchschnitt!

Healthy life years statistics Malta

Hier gelangen Sie zur Quelle.

Fazit

Alles in allem geht Malta, um es in Hans Kluges Worten zu sagen, mit gutem Beispiel voran. Die Regierung reagiert schnell und die Bevölkerung folgt den Anweisungen der Regierungen.

Meiner Meinung nach zeigt sich gerade in solchen Situationen, wie gut die Regierung eines Landes ist. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich hier mit meiner Familie sehr gut aufgehoben und versorgt fühle und empfehle weiterhin jedem, der mich fragt, nach Malta zu ziehen. Die Maßnahmen der Regierungen zeigen, dass Malta mit den restlichen EU-Staaten sehr gut mithalten kann, wenn nicht sogar übertrifft. Außerdem gehe ich davon aus, dass die maltesische Regierung die Learnings aus dieser Krise nutzen werden, um Malta zukünftig noch sicherer zu machen, als es ohnehin schon ist. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass uns der Corona-Virus voraussichtlich noch länger beschäftigen wird, da er in Wellen erneut auftreten soll, halte ich Malta für einen sehr sicheren Ort.

Ich bin davon überzeugt, dass nach dieser Krise weiterhin viele Unternehmen Malta aufgrund der Standortvorteile wie das mediterrane Wetter oder den steuerlichen Vorzügen, die dieses Land für Unternehmen zu bieten hat, als geeigneten Firmenstandort aufsuchen werden. Deswegen rate ich all denen, die über eine Firmengründung in Malta nachdenken, gerade jetzt sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um so noch von den „Vorteilen“, wie bspw. den geringen Mietpreisen profitieren zu können. Wenn Sie Fragen zu dieser Thematik haben, zögern Sie bitte nicht und melden sich bei uns.

Warum Malta für mich der perfekte Ort zum wohnen ist – auch in Zeiten von Corona

COVID-19 Malta

Ein Kommentar von Philipp Sauerborn:

„4 Gründe, warum ich mich in Malta trotz Coronakrise sicher fühle“

Aktuell gibt es kaum ein anderes Thema, was mehr die Medien beherrscht als das Coronavirus oder COVID-19. Das Virus breitet sich rasant aus und versetzt Bevölkerung und Wirtschaft in Schrecken. Gerade in solcher Zeit sind Regierungen mehr denn je gefragt, sich zu beweisen. Da mich viele meiner Klienten aktuell Fragen, wie hier in Malta die Lage ist und wie sich Menschen und Regierungen verhalten, möchte ich diesen Kommentar gerne widmen, um euch Lesern ein Status-Update zu geben und zu erklären, warum ich mich hier sehr sicher und gut aufgehoben fühle.

#1 Die agierende Regierung

Als ersten Punkt möchte ich einmal kurzen Exkurs in den Sprachgebrauch geben: Den Unterschied zwischen Reagieren und Agieren.
Reagieren beschreibt das, was andere Umstände von mir fordern, wenn eine gewisse Situation schon eingetreten ist. Agieren hingegen wird verwendet, wenn der erste Schritt gemacht wird und der Agierende noch eigenständig entscheiden kann, was getan wird.

Das Prinzip sollte also lauten: Agieren statt Reagieren und das tut meiner Meinung nach der maltesischen Regierung hervorragend. Warum?

Die maltesische Regierung war die schnellste im Handeln: So hat sie veranlasst, dass bereits nach „nur“ drei positiv auf COVID-19 getesteten Personen Flüge von und in Risikogebiete vollständig gecancelt wurden. Damit war sie eine der ersten, die bei einer derart geringen Fallzahl Handlungen aktiv vornahm. Ebenso wurde auch bereits vor anderen Ländern beschlossen, Kindergärten und Schulen zu schließen. Ebenso gilt mittlerweile für sämtliche nach Malta einreisende Personen einen zweiwöchige Quarantäne, deren Verstöße mit Geldstrafen geahndet werden.(Quelle: https://timesofmalta.com/articles/view/live-blog-coronavirus-updates.778526)

#2 Organisation

Auch wenn südliche Länder teilweise für ihre doch eher lockerere Art, Dinge hinzunehmen und zu tätigen, bekannt sind, so wird hier diese Situation alles andere als locker hingenommen. Von Bekannten weiß ich, dass die telefonische Versorgung, wenn es um Fragen zu dem COVID-19 geht, bestens geregelt ist. Es gibt eine Helpline, bei der Fragen gestellt werden können und an die sich auch Menschen in Quarantäne richten können. Auch hat die Regierung für Menschen in Quarantäne einen Lieferservice für Essen eingerichtet, um so die Notwendigkeit, das Haus zu verlassen, zu minimieren.

 

#3 Das Verhalten der Bevölkerung

Ja, das Coronavirus versetzt uns in Angst und Schrecken. Doch anstatt panisch zu werden oder den Ernst der Lage zu sehen, handeln hier die meisten mit viel Bedacht und es werden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So werden bspw. Türen in unserem Office aufgelassen, um Türklinken nicht benutzen zu müssen, Desinfektionsmittel sind in fast jeden Läden zu finden und Securitypersonal stellt in Supermärkten sicher, dass bspw. Frischwaren, die angefasst werden, nicht zurückgelegt werden. Panikmache? Nein. Es sind meiner Meinung nach genau die richtigen Handlungen, die getan werden müssen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Menschen nehmen hier und insbesondere auf die ältere Bevölkerung Rücksicht. Das finde ich bemerkenswert.

#4 Die Wirtschaft

Malta hat aufgrund seiner guten wirtschaftlichen Führung einen Haushaltsüberschuss erzielt, sodass es, so Silvio Schembri, Wirtschaftsminister Malta, welches dem Staat ermöglicht, Unternehmen mit Liquidität zu versorgen. Es wurde angekündigt, dass die Fälligkeit von der VAT, Provisional Tax und Sozialversicherungsbeiträge um zwei Monate verlängert wird, sodass Unternehmern mehr Geld bleibt, um anstehende Kosten wie Personalkosten decken zu können.  Mehr dazu hier zu lesen: https://lovinmalta.com/news/malta-in-strong-position-to-help-businesses-new-measures-planned-ahead-of-predicted-global-economic-downturn/

Insgesamt muss ich also sagen, dass ich mich aufgrund des Verhaltens der Regierung und der Bevölkerung, sehr gut aufgehoben und sicher fühle. Es besteht kein Grund zur Sorge und insbesondere der wirtschaftliche Sektor wird mit den Liquiditätsmaßnahmen gut versorgt.

Liquiditätskrise in Zeiten von COVID-19 (Coronavirus) – wie dagegen vorgegangen werden kann

covid 19

Wie Unternehmen jetzt ihre Liquidität erhöhen können, um in Zeiten des Coronavirus überleben zu können.

Das Vertrauen in die Finanzmärkte ist seit der Finanzkrise 2008 geschwächt. Viele Unternehmen stellen sich aktuell die Frage, wie es weiter geht.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Covid 19 – das Virus, was unser komplettes Wirtschaftssystem auf den Kopf stellt.

Der deutsche Staat hat bspw. bereits steuerliche Maßnahmen angekündigt. Die Regierung plant Liquiditätshilfen in Milliardenhöhe. Deutschland als wirtschaftliches Land schafft es vielleicht seine Unternehmen durch solche Maßnahmenpakete zu schützen. Doch wie sieht es bei anderen Ländern aus?

Fakt ist, dass Unternehmen gerade jetzt mit ihren finanziellen Mitteln haushalten müssen. Es müssen genügend Liquiditätsvorräte vorhanden sein, um seine Mitarbeiter bezahlen zu können – auch dann, wenn keine oder nur noch wenige Einnahmen generiert werden können. Die kurzfristige Lösung? Liquidität erhöhen und Rücklagen bilden.

Laut Experten wird der Virus uns noch ca. 1-2 Jahre begleiten. Was also tun, um finanzielle Mittel so lange wie möglich aufrecht zu erhalten?

Liquiditätskrise

Eine Liquiditätskrise kann auch bei gesunden Unternehmen entstehen, wenn Umstände wie etwa Covid 19 oder die Finanzkrise in 2008 eintreten, die dazu führen, dass kurzfristige Verpflichtungen wie die Rückzahlung von Krediten und Bezahlung von Mitarbeitern nicht mehr eingehalten werden können. Um die Geschehnisse aus 2008 nicht zu wiederholen müssen frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden, damit genügend Liquidität und Rücklagen da sind, um am Markt zu überleben.

Definition der Liquidität und der Liquiditätsgrade

Liquidität = Fähigkeit des Unternehmens, jederzeit, termingerecht und in vollen Umfang seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Dabei kann zwischen der relativen Liquidität (Finanzplanliquidität) und der absoluten Liquidität (Vermögensliquidität) unterschieden werden.

Finanzliquidität = Überschreitung der verfügbaren Zahlungsmittel der fälligen Verbindlichkeiten

Vermögenliquidität = Beschreibt die Liquidierbarkeit eines Vermögensgegenstandes, also die Möglichkeit Vermögensgegenstände als Zahlungsmittel zu verwenden oder umtauschen zu können

Ermittlung der Liquiditätslage

In der Praxis wird die Liquiditätslage der Unternehmen mittels Liquiditätsgrade ermittelt.

Interpretation:

Quotient > 1: kurzfristige Verbindlichkeiten gedeckt

Oftmals: Cash ratio < 1*

*Einige Unternehmen weisen jedoch eine Liquidität 1. Grades von < 1 auf, da die kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht alle zum Betrachtungszeitpunkt fällig sind und ein hoher Bestand an Zahlungsmitteln mangels Verzinsung dem Ziel Gewinnmaximierung entgegensteht.

Quick Ratio > 1**
**Allerdings sollte zumindest die Liquidität 2. Grades über 1 liegen, da neben den aus der Bilanz erkennbaren kurzfristigen Verbindlichkeiten auch Personalkosten und andere Aufwendungen zu begleichen sind, deren Fälligkeit nicht aus der Bilanz ersichtlich ist.

Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität

Liquiditätsmanagement allgemein

  • Erstellung eines Liquiditätsplans (Sie finden einen entsprechenden Liquiditätsplan weiter unten zum download)
  • Festlegung von Ausgabeprioritäten
  • Ausgabenstop

Anlagegüter

  • Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Anlagegütern (Grundstücke, Maschinen, Fahrzeuge etc.)
  • Sales-and-lease-back
  • Vermietung von nicht benötigten Räumen, nicht ausgelasteten Maschinen, Fahrzeugen
  • Möglichkeiten der Fremdvergabe von bestimmten Tätigkeiten
  • Geplante Investition überprüfen
  • notwenidge Invetistionen leasen statt kaufen

Vorräte

  • Lagerbestand überprüfen (Umschlagshäufigkeit) und vermindern
  • Lagerhaltung auf Lieferant verlagern
  • Waren auf Kommission beziehen
  • Bestellwesen überprüfen und optimieren
  • Produktion auf Lager einstellen

Forderungen

  • Fertige Aufträge sofort fakturieren (Rechnung mit Lieferung) Abschlagsrechnungen für teilfertige Leistungen stellen
  • künftig Kundenanzahlungen und Abschlagszahlungen vereinbaren
  • Fertige Aufträge sofort fakturieren (Rechnung mit Lieferung)
  • Zahlungsziel für Kunden verkürzen
  • Zahlungsanreize schaffen (z. B. Kundenskonti)
  • Vorteilhafte Zahlungsmittel forcieren (bar, Lastschrifteinzug, Diskontwechsel)
  • Überfällige Forderungen sofort mahnen
  • Mahnwesen überprüfen
  • Bei erfolgloser Mahnung: gerichtliches Mahnverfahren
  • Externes Forderungsinkasso (Inkassounternehmen)
  • Zahlungsverhalten der Kunden überwachen und dokumentieren
  • Zahlungsausfälle bei Kunden durch Bonitätsprüfung vermeiden
  • Factoring
  • Sicherungseinbehalte durch Gewährleistungsbürgschaften ablösen
  • Absatzfinanzierung über die Bank

Eigenkapital

  • Privateinlagen (private Reserven)
  • Einforderung ausstehender Einlagen
  • Privatentnahmen (Lebenshaltungskosten) auf Mindestmaß reduzieren
  • Beiträge zur Alterversorgung überprüfen
  • Beiträge zur Handwerkerpflichtversicherung reduzieren (Befreiung von der Versicherungspflicht wegen Geringfügigkeit oder Erfüllung der Pflichtversicherungszeit, handwerklicher Nebenbetrieb, einkommengerechter Beitrag)
  • Vorübergehende Stilllegung oder evtl. Kündigung von Lebensversicherungen
  • Krankenversicherung auf Einsparungsmöglichkeiten überprüfen
  • Sparbeiträge (Bausparkasse etc.) vorübergehend unterbrechen
  • Spenden, Mitgliedsbeiträge etc. überprüfen und ggf. vermindern oder vermeiden
  • Aufnahme neuer Gesellschafter (z. B. stille Beteiligung, Kapitalbeteiligungsgesellschaft)

Langfristige Kredite

  • Aufnahme von Krediten von Verwandten oder Bekannten
  • Umschuldung überhöhter kurzfristiger Verbindlichkeiten
  • (z. B. mit LfA-Konsolidierungsdarlehen)
  • Vereinbarung einer Tilgungsaussetzung bei Darlehen
  • Auffangdarlehen (z. B. bei zu kurzer Laufzeit öffentlicher Darlehen)
  • Tilgungsstreckung
  • Überprüfung der Zinssätze
  • Bei Finanzierung notwendiger Neuinvestitionen Tilgungsfreijahre vereinbaren
  • (z. B. bei öffentlichen Darlehen)

Kurzfristige Verbindlichkeiten

  • Erhöhung des Betriebsmittelkredits (z. B. Kontokorrentrahmen)
  • Zahlungsfristen bei Rechnungen (z. B. von Lieferanten) so weit wie möglich ausnutzen
  • Vorteilhafte Zahlungsart wählen (z. B. Scheck-Wechsel-Verfahren, Wechsel, Scheck)
  • Zahlung dringender Verpflichtungen in Raten
  • Konkrete Vereinbarungen mit Hauptgläubigern treffen (z. B. Ratenzahlung)
  • Verhältnis zu Kleingläubigern regeln (Insolvenzantrag verhindern!)
  • Vergleich mit Gläubigern vereinbaren (notfalls gegen Besserungsschein)

Aufwendungen

  • Möglichkeiten zur Minderung von Personalkosten ausloten
  • Freiwillige Leistungen und Sonderzahlungen an Mitarbeiter überprüfen
  • Überstunden abbauen statt auszahlen
  • Herabsetzung von Steuervorauszahlungen
  • Steuerzahlungen stunden lassen
  • Kritische Überprüfung sämtlicher Aufwendungen und ggf. Reduzierung

Erlöse

  • Begonnene Aufträge möglichst schnell fertig stellen
  • Restarbeiten und Reklamationen bei einzelnen Aufträgen zügig erledigen
  • Marketingmaßnahmen

Anmerkungen: Die oben aufgeführten Maßnahmen dienen, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Es ist hierbei darauf hinzuweisen, dass diese Maßnahmen kurzfristig zur Liquiditätsverbesserung führen, jedoch langfristig andere Mittel und Wege bedacht werden sollten.

Rücklagen

Das Bilden von Rücklagen ist in Zeiten möglicher Engpässe neben der Liquiditätsverbesserung eine weitere Option, um die Existenz von Unternehmen zu sichern.

Rücklagen = Passivposten + Bestandteile des Eigenkapitals.

Es kann zwischen offenen und stillen Rücklagen unterschieden werden.

Offene Rücklagen = werden in der Bilanz offen ausgewiesen und dürfen grundsätzlich den steuerlichen Gewinn nicht mindern. Sie müssen steuerlich dem Eigenkapital hinzugerechnet werden.

Stille Rücklagen (bzw. stille Reserven) = werden durch Veräußerung oder Entnahme des Wirtschaftsgutes oder durch Betriebsveräußerung oder Betriebsaufgabe aufgedeckt. Entstehung eines steuerpflichtigen Gewinn muss i.H.d. Betrages, um den das Veräußerungsentgelt oder der Teilwert den Buchwert des WG im Zeitpunkt der Veräußerung oder Entnahme übersteigt. Zur einer Aufdeckung (Realisierung) stiller Reserven kommt es bei Entnahmehandlungen oder bei Betriebsaufgabe/Betriebsveräußerung.

Wieviel Rücklagen sollte man haben?

Für Privatpersonen gilt die Faustregel, dass man mindestens 3 Nettomonatseinkommen zurücklegen sollte. Bei Unternehmen hingegen ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Hier kommt es darauf an, ob du vom Gesetzgeber zu einer bestimmten Summe verpflichtet bist oder ob du freiwillige Rücklagen bilden kannst. Eine pauschal richtige Summe gibt es also hier nicht. Du solltest jedoch prüfen, ob du für Steuer und Investitionen Geld zurücklegen musst.

Unterschied Rücklagen und Rückstellungen

Unterschied Rücklagen und Rückstellungen

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Rücklagen Rückstellungen
Bilanzseite •Offene Rücklagen: Eigenkapital •Fremdkapital
Allgemeine Infos •Bildung nach Vorgaben des Gesetzes oder nach Unternehmenssatzung

•Werden genutzt, um eventuelle Verluste vorzubeugen (nicht bekannt, ob überhaupt Verlust eintreten wird)

•Sollen Unternehmen helfen, künftige Zahlungen zu sichern und Dividendenzahlungen konstant halten zu können

•Bildung einer Rücklage = Erhöhung des Eigenkapitals ohne den Gewinn zu mindern

•Stellen Aufwand dar & beeinflussen damit den Jahresgewinn, der gemindert wird

•Rückstellungen werden gebildet, wenn man zukünftige finanzielle Verluste und Verbindlichkeiten ausgleichen will

•Bei der Bildung wird von einem sicheren Eintreten einer Verbindlichkeit ausgegangen

•Bildung von Rückstellungen = Deckung von künftigen Verbindlichkeiten

Verpflichtung •Ja (Kapitalgesellschaften, je nach Gesetz und Satzung) •Sobald die Situation es erfordert
Fester Zweck •Zwecksfrei •Zwecksgebunden
Auswirkung bei Erfolg •Erfolgsneutral •Gewinnminimierend

 

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Ein Tipp vom Steuerexperten: Versuchen sie Steuern einzusparen. Diese eingesparten Steuern, können sie als Rücklage verwenden. Viele Regierungen stellen bereits geeigneten Maßnahmen zur Verfügung wie beispielsweise der Fristverlängerung für Vorsteuerzahlungen (Malta).

Sie brauchen Hilfe?
Wir sind Experten  im internationalen Steuerrecht und helfen Ihnen gerne aus. Schreiben Sie uns einfach: oder rufen Sie uns an +356 213 777 00.

Wir freuen uns auf Sie.

Risikobasierter Ansatz zur Beaufsichtigung oder Kontrolle von VASPs (Virtual Asset Service Provider)

Risikobasierter Ansatz und was damit verbunden ist

Bei der Implementierung von Maßnahmen für AML/CFT (Anti-Geldwäsche – Anti-Money-Laundering/Countering the Financing of Terrorism – Gegenfinanzierung des Terrorismus) zielt der risikobasierte Ansatz darauf ab, Maßnahmen zur Prävention oder Minderung zu entwickeln, die den ML/TF-Risiken (Money Laundering/Terrorismusfinanzierung) entsprechen, die von den jeweiligen Ländern und verpflichteten Instanzen identifiziert wurden. Für die Beaufsichtigung beschreibt dieser Ansatz die Art und Weise, wie die Ressourcen von den Aufsichtsbehörden zugewiesen werden.

Der politische, rechtliche und regulatorische Ansatz eines Landes sollte zur Adoption eines wirksamen risikobasierten Systems führen. Außerdem sollten sich die politischen Ziele des Finanzsektors im nationalen politischen, rechtlichen und regulatorischen Rahmen widerspiegeln.

Bei der Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung sollte sich ein Land bemühen, ein hohes Maß an finanzieller Integration, Stabilität, Integrität und Verbraucherschutz zu erreichen und gleichzeitig den Wettbewerb auf dem Markt zu berücksichtigen.

An dieser Stelle kommen VASPs (Virtual Asset Service Provider) ins Spiel. Die FATF (Financial Action Task Force) empfiehlt nicht bloß, sondern fordert die Regulierung von VASPs zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dies gilt sowohl für die lizenzierten als auch für die registrierten VASPs – vorbehaltlich gültiger Systeme für ihre Beaufsichtigung oder Kontrolle.

Die Rolle und Bedeutung der Aufsichtsbehörden (für VASPs)

Die Aufsichtsbehörden müssen auch ein besseres und tieferes Verständnis des VASP-Marktes, seines Formats und seiner Rolle nicht nur im Finanzsystem, sondern auch in der Wirtschaft des Landes entwickeln. Nur so können sie eine genauere Bewertung aller potenziellen Risiken in diesem Sektor vornehmen. In ihrem Tätigkeitsbereich sollten die Aufsichtsbehörden eine Reihe von verfügbaren Quellen nutzen, damit die ML/TF-Risiken im Zusammenhang mit VA (Virtual Asset)-Produkten, -Dienstleistungen und -Aktivitäten sowie jenen mit VASPs identifiziert und angemessen bewertet werden können.

Wenn dieses Verständnis als nicht vollständig angesehen wird, kann es als angemessen erachtet werden, dass die zuständigen Behörden eingreifen und eine gezieltere sektorale Risikobewertung in Bezug auf den Bereich der virtuellen Vermögenswerte vornehmen. Dies geschieht, damit ein besseres Verständnis entwickelt und in den Risikobewertungen zu Grunde gelegt werden kann.

Wichtige Faktoren, die zu beachten sind

Wenn man alles berücksichtigt, was mit VAs und VASPs zusammenhängt – sei es Produkte, Dienstleistungen oder Aktivitäten – muss das Ausmaß des Risikos berücksichtigt werden. Geschäftsmodelle, Corporate Governance-Vereinbarungen, Informationen zu Finanzen und Rechnungswesen, Liefermodi, Kundenabgrenzungen, geografische Lage, Länder, in denen die Geschäftstätigkeit stattfindet, und der Grad der Einhaltung von AML/CFT-Maßnahmen kommen ins Spiel.

Die bestehenden Kontrollen sowie die Qualität der von einem VASP implementierten Risikomanagementpolitik und das ordnungsgemäße Funktionieren seiner internen Kontrolle sind alles wichtige Aspekte, die der Aufsicht bekannt sein müssen.

Einholung der erforderlichen Informationen und regelmäßige Überprüfungen

Die relevanten und erforderlichen Informationen können über Aufsichtsbehörden eingeholt werden, wenn VASPs oder an VA-Aktivitäten beteiligte Personen aufsichtsrechtlichen Vorschriften unterliegen. Informationen können auch durch den Austausch von Prüfungsergebnissen und die Zusammenarbeit mit Banken, Versicherungen, Wertpapierdienstleistern und Investmentgesellschaften gewonnen werden.

Regelmäßige Überprüfungen der Bewertungen der Risikoprofile sowohl des VASP-Sektors als auch der VASPs durch die Aufsichtsbehörden selbst sind wichtig, damit mögliche neue Bedrohungen erkannt und behandelt werden können.

Die FATF listet 6 Hauptmöglichkeiten auf, wie Informationen ausgetauscht werden können, wenn es um VA-Risiken geht, sei es im öffentlichen oder privaten Bereich:

  • ML/TF-Risikobewertungen;
  • Verschiedene Kategorisierungen und Methoden, auf die Geldwäscher oder terroristische Geldgeber zurückgreifen, wenn sie VASPs, spezifische VA-Mechanismen oder VAs in breiter Form nutzen;
  • Allgemeine Bewertungen über die Qualität und den Nutzen von STRs (Suspicious Transaction Reports) und anderen relevanten Berichten;
  • Informationen über Indikatoren, die einen Verdacht im Zusammenhang mit VA-Aktivitäten oder VASP-Transaktionen begründen können;
  • Gezielte, nicht klassifizierte Informationen, nur dann, wenn es angebracht ist, sie zu nutzen; und
  • Alle Betroffenen, seien es Länder, Personen oder Organisationen, deren Vermögenswerte oder Transaktionen gemäß den gezielten finanziellen Sanktionen in den Empfehlungen der FATF, genauer gesagt der Empfehlung 6, eingefroren werden sollten.

Aufsichtsbehörden wählen folgende Ansätze

Seitens der FATF werden drei wesentliche Möglichkeiten vorgeschlagen, wie sie ihren Ansatz anpassen können, um eine bestmögliche Beaufsichtigung und Überwachung zu erreichen.

  • Anpassung der Art der AML/CFT-Beaufsichtigung oder der Kontrolle: Vorgesetzte sollten eine Vielzahl von Offsite- und Onsite-Zugängen einsetzen; es gibt Zeiten, in denen die Offsite-Beaufsichtigung und -Kontrolle nicht ausreicht und auch mit einem Onsite-Zugang verstärkt werden müsste. Es gibt auch Fälle, in denen eine externe Beaufsichtigung und Kontrolle ausreicht und Ressourcen für VASPs mit höherem Risiko eingesetzt werden sollten. Die externe Beaufsichtigung und Kontrolle kann unter anderem die Analyse von Informationen umfassen, die sowohl durch Forschung gewonnen als auch vom VASP selbst bereitgestellt werden, sowie Überprüfungen und Kontrollen auf seriösem Wege und über Skype oder ähnliche Aufforderungen eingeholt werden;
  • Anpassung der Häufigkeit und Art der laufenden Beaufsichtigung oder Kontrolle von AML/CFT: Dies kann fortlaufend entsprechend den identifizierten Risiken und den auftretenden Problemen angepasst werden. Es kommen auch andere Variablen ins Spiel, wie z.B. die geografische Lage, die Art der Transaktion, sei es virtuell oder fiat, die unter anderem angebotenen Produkte oder Dienstleistungen; und
  • Anpassung der Intensität der AML/CFT-Beaufsichtigung oder der Kontrolle: Die Aufsichtsbehörden sollten über die Art und Intensität der Bewertung in Übereinstimmung mit den festgestellten Risiken entscheiden. All dies, um sicherzustellen, dass die Richtlinien und Verfahren der VASPs tatsächlich den Missbrauch durch die VASPs selbst verhindern.

Die Aufsichtsbehörden sollten flexibel genug sein, um ihre ML/TF-Risikobewertungen anzupassen und zu aktualisieren. Gegebenenfalls sollten sie ihre Empfehlungen an die VASPs weitergeben, damit diese ihrerseits die Qualität ihrer risikobasierten Ansätze verbessern können.

Fazit

All dies geschieht aufgrund der Änderungen, die die FATF im Oktober 2018 an ihren Empfehlungen und auch an der Auslegungsnotiz im Juni 2019 beschlossen hat. Diese Änderungen zielen insbesondere auf die Klärung der Anwendung dieser Empfehlungen in Bezug auf virtuelle Vermögenswerte und Anbieter virtueller Vermögenswerte und alles, was sich um sie dreht, ab.

Haftungsausschluss*

Der obige Artikel basiert lediglich auf unabhängigen Recherchen von Dr. Werner und Partner und kann keine Form der Rechtsberatung darstellen. Wenn Sie sich mit einem unserer Vertreter treffen möchten, um weitere Informationen zu erhalten, kontaktieren Sie uns bitte für eine Terminvereinbarung.